Folge 131 – Märchenkunde: Schwanhilde, Hummelfug und Zarenglanz
Shownotes
Es waren einmal… drei Schwestern, ein verzauberter Schwan, hilfreiche Tiere und ein paar handfeste, aus Neid gesponnene Intrigen. Klingt nach einem klassischen Märchen – und doch steckt dahinter viel mehr: Alexander Sergejewitsch Puschkin, einer der bedeutendsten russischen Dichter des 19. Jahrhunderts.
In dieser Folge tauchen wir ein in Puschkins Märchenwelt, die einerseits vertraut wirkt, andererseits aber voll spannender Überraschungen und neuer Entdeckungen steckt. Denn Puschkin geht über das “einfache” Märchenerzählen hinaus. Er macht aus Märchen eine literarische Kunstform. Wie ihm das gelingt, welche russischen Märchenmotive wir in seinen Märchen finden und wie Puschkin selbst gelebt hat, all das schauen wir uns in dieser Folge an.
Ausgangspunkt ist dabei das Märchen „Vom Zaren Saltan“: Wir sprechen über Form und Inhalt dieses Märchens und deren Besonderheiten. Auch hier darf natürlich der zeitgeschichtliche Kontext nicht fehlen: Wie prägten das Russland des 19. Jahrhunderts, die gesellschaftliche Ordnung und die Herrschaft von Zar Nikolaus I. Puschkins Märchen?
Neben Schwanhilde, Hummelflug und Zarenglanz hat uns hier ein Schriftsteller verzaubert, der Märchen nicht einfach nacherzählt, sondern daraus seine ganz eigene literarische Welt erschafft. Wir sind Fangirls.
- Musik: Archivproduktion des musikhistorischen Studios der Deutschen Grammophon Gesellschaft, "Quartett für Blockflöte, Oboe, Violine und Continuo G-Dur", Georg Philipp Telemann, 1.Satz (Intro) und 3. Satz (Outro).
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Transkript anzeigen
00:00:02: Merchimpott, die Gelsenkirchen am Märchenstunde.
00:00:23: Wir sind Jenny,
00:00:24: Christian
00:00:25: und Elena.
00:00:26: Und wir nehmen euch mit in die weite Welt den Märchen – in der Welt von Eswar einmal und wenn sie nicht gestorben sind!
00:00:31: In die Welt von schönen Prinzessinnen und bösen Hexen, von guten Feen, mutigen Abenteurern und verwunschenen Königreichen.
00:00:38: In die welt von Schnewittchen, Don Rösschen und Hänseln und Gretel.
00:00:41: Aber auch in eine unbekannte Welt, in der euch Figuren und Erzählungen begegnen werden, die ihr noch nicht so gut kennt?
00:00:46: Wir unterteilen unsere Folgen in Märchenstunde und Märchenkunde.
00:00:50: In der Märchen-Stunde sprechen wir euch ein Hörspiel ein, in der darauf folgenden Märchenkundefolge tauschen wir uns dann darüber aus und diskutieren und analysieren Aspekte zu einem bestimmten Oberthema – dabei sagen wir auch unsere Meinung die natürlich keinen Anspruch auf eine Gemeingültigkeit hat!
00:01:04: Vielmehr geht es uns darum zu zeigen wie zeitlos aktuell und vielschichtig Märchen sind und warum wir uns ein bisschen Märchenzaub am Alltag bewahren sollten.
00:01:13: Und damit beginnen wir mit unserer Folge hundertdreißig und dem Thema
00:01:17: Buschkin.
00:02:41: Also in der Grundschule spätestens, das war nämlich doch eine alten Wohnung und da sind wir umgezogen also zum Ende der vierten Klasse.
00:02:48: Also so lange ist es schon her?
00:02:49: Schon viele, viele Monate.
00:02:51: So alt bist du doch noch gar
00:02:52: nicht!
00:02:53: Na, ich muss einen Faktum erzählen aus der Zeit dass mich schon etwas alt wirken lässt.
00:02:58: Das waren nämlich noch mit einem Telefon mit Wehrscheibe und Schnur.
00:03:03: Das klingelt schön.
00:03:04: eines schönen Nachmittags.
00:03:06: Meine Mama ging ran und sprach da mit jemandem.
00:03:09: Ich habe mir nichts gedacht, und dann irgendwann gab es mir einen Hörer hier für dich!
00:03:14: Und ich dachte mir,
00:03:15: hmh?
00:03:15: Wer kann das denn
00:03:16: sein?!
00:03:17: Und der Telefon war eine nette Dame und die hat mich begrüßt und hallo und erzählt dass sie eben von einer Buchfahrsandhandelskette war... ...und erzählte mir dann auf welche Märchen VHS Sets es so gebe, die Sie anbieten könnte.
00:03:32: Und ich hab mir das geduldig angehört, es gibt sechs Filme davon.
00:03:36: Sechs Filme Davon und sechs Filmen Davon.
00:03:38: Ich dachte mir, oh wie toll!
00:03:42: Dann fragte sie mich am Ende ... Welches Sets hättest du denn gerne?
00:03:48: Und ich habe natürlich geantwortet
00:03:51: alle ...
00:03:52: Was ist das?
00:03:54: Ich sollte dann noch mal den Hörer an meine Mutter reichen.
00:03:57: Ich wurde dann irgendwie rausgeschickt.
00:03:59: Ich hab ja nicht so lange vor Weihnachten Geburtstag, aber zum Geburtstag Anfang November.
00:04:05: Ich bin hier als Seelenkind und Weihnachten habe ich den Tag
00:04:08: zeichelt.
00:04:11: Was ist echt das Gopion übrigens?
00:04:15: Aber zum Geburtsabend zu Weihnachten hab ich tatsächlich alle drei sechser VHS-Sets, also alle achtzehn Videokasetten mit Märchenfilmen geschenkt bekommen.
00:04:24: Also entweder war meine Mutter sehr spindabelig oder die waren sehr günstig oder alles.
00:04:30: Und ich habe mal so versucht zu recapitulieren, welche das waren mit Fotos Google in der VHS.
00:04:36: Ich hab die tatsächlich alle gefunden.
00:04:37: also fangen wir mit den schlechtesten an aus den fünftig Jahren.
00:04:40: westdeutsche Produktionen Rotkäppchen mit diesem furchtbaren nervigen blonden rotkäppchentisch landeckt dich fand ich auch nicht so toll.
00:04:47: auch als Kind schon.
00:04:48: die Wolfen die sieben Geißlein Hänsel und Gretel dass ist die Fassung die du eigentlich ganz gerne maßelt.
00:04:52: fünfzigern ich finde die okay noch von denen Schneewittchen Auch aus den Fünfzigern, auch nicht so toll.
00:04:58: Welche Sechste das war?
00:04:59: Es waren nämlich sieben Deva-Filme, also da waren die Sets nicht ganz glücklich aufgebaut.
00:05:04: Das kalte Herz!
00:05:05: Also Lisbeth verfolgt mich schon lange.
00:05:09: Dann passend zur letzten Märchenstunden und kundischen, weiß in Rosenrot der kleinen Muck, der Teufel mit den drei goldenen Haaren beziehungsweise der Originaltitel ist glaube ich für restlich gleich.
00:05:18: vom Teufeln aus, fand ich jetzt Kind auch noch nicht so teuer.
00:05:20: Deswegen eine klingende Bäumtchen.
00:05:22: Frau Holle, Die Deva Verfilmung... und König Drosselbart, die Alte mit Manfred Krug.
00:05:27: So wenn ihr mir richtig mitgezählt habt bleiben noch sechs übrig!
00:05:30: Und das waren der Hirsch mit dem goldenen Geweih, Finist heller Falke Abenteuer mit der Tarnkappe Die Feuerrote Blume Die Schöne Varvara Und Väterchenfrost.
00:05:41: Also sechs russische Märchenfilme und das war aller spätestens mein erster Kontakt mit russischen Märchen, ich bin mir aber sicher dass ich schon in Büchern vor welche gelesen hatte und ich meine es ist immerhin ein Drittel dieser Filme und da hat glaube ich auch meinen Märchenbild geprägt.
00:05:58: definitiv also russischem.
00:05:59: Märchen sind für mich irgendwie immer schon Teil meiner Märchenwelt.
00:06:04: Also spannend ist ja in der Stelle.
00:06:06: Es hat alles vor damals sehr langer Zeit seinen Anfang genommen.
00:06:09: Jetzt kriegt das alles profilkristianisch?
00:06:11: Ja,
00:06:11: manche Sachen fühlen sich einfach...
00:06:14: Alles Märchen
00:06:15: russische Märchen!
00:06:16: Alles
00:06:17: geht zurück auf damals.
00:06:18: Also die Frau am Telefon, wer auch immer ihr das verkauft habt, die hat ihren Job richtig gut gemacht.
00:06:23: Auf
00:06:24: jeden Fall.
00:06:24: Sonst säßen wir vielleicht nicht hier.
00:06:26: Das mag tatsächlich sein.
00:06:27: Aber
00:06:27: geil dass sie mit dir sprechen wollte,
00:06:30: ne?!
00:06:32: Hier wahrscheinlich hat meine Mutter gesagt, der wird sich für eins entscheiden.
00:06:34: Weil sie sich nicht entscheiden konnte aber die hätte mich keine Raffzahn erkennen können.
00:06:41: Vielen Dank noch mal an dieser Stelle Mama!
00:06:44: Das glaub ich auch.
00:06:46: also ich mochte Märchen Bücher auch immer und ich kannte auch Märchenfilme aus dem Fernsehen.
00:06:49: Ich weiß wir hatten aus dem fernsehen aufgenommen das Märchen vom Däumling.
00:06:53: Das war bei Irgendwann überspielt.
00:06:54: Da war nur noch der Abspann da mit der schönen Musik, ich weiß nicht ... Ich hab jemand Vater gemacht und er hat gehasst dafür.
00:06:59: War immer so ein Drama
00:07:00: mit dem
00:07:01: Video.
00:07:02: Gut dass die Zeiten vorbei sind.
00:07:03: Und natürlich über die Disney-Filme ist Aschenbrödel, das lief wir im Fernsehen.
00:07:07: Also das waren schon auf jeden Fall prägende Kindheitserinnerungen.
00:07:12: Wie man jetzt hört und sieht mit Folgen!
00:07:14: Manches bleibt irgendwie gestehen?
00:07:17: Ja, genau.
00:07:17: Ich habe zosischen Märchen auch über Filmekontakt gelesen... weiß ich nicht, kann ich mich überhaupt nicht dran nennen?
00:07:24: Würde ich auch eher sagen tendenziell nein.
00:07:27: Ich weiß aber auch nicht welche Filme das waren weil ich weiß zum Beispiel die feuerrote Blume mochte ich ja überhaupt nicht.
00:07:32: da haben wir schon mal drüber gesprochen.
00:07:33: Genau und das ist hier einer meiner Lieblingsmärchenfilme den ich fast auswendig mitsprechen kann.
00:07:38: Und ich weiß noch aufs die schöne Vasilisa Die müsste ich...
00:07:42: Ja, die habe ich dir mal irgendwann auf die Fotos sogar geschält Aber
00:07:45: die kannte ich als Kind auch.
00:07:48: Ich glaube aber ich fand die.
00:07:52: Also die haben mich nie so ganz gecatcht.
00:07:54: Ich weiß aber gar nicht mehr, warum?
00:07:56: Also fähre ich ein Frust das ist ja aus den frühen sechzigern.
00:07:59: bin ich nicht irre dass es hier auch so einen trachten filmen und also die russischen Trachten im verhält uns so.
00:08:05: die rossische musik dieser russische gesang das hat mich damals schon total begeistert.
00:08:09: ich war ja dann später auch zweimal in Russland zum austauschen unserer partnerstadt schachte und ja ich glaube das hat auch.
00:08:15: Ja, meine Liebe zu Ostern klingt so pathetisch und darf man in den heutigen Zeiten ja fast schon gar nicht sagen.
00:08:20: Aber meine Verbindung zur Ostern nachhaltig geprägt weil eigentlich meine polnischen Großeltern... Also als es dann klar war dass ich nach Ostern fliege zum Austausch und meine polnnische Oma Christian fahrt da nicht hin!
00:08:32: Da sind Bauer die machen Wurst aus dem Schock Ich sag, Oma der Krieg ist siebzigab vorbei.
00:08:39: Na ja gut also Polen war er dann von den Sowjets da so teilbesetzt und die musste in der Schule noch die ganze Lebensgeschichte von Stalin und Rostov und was weiß ich aus wenn nicht lernen?
00:08:47: Das waren sicherlich nicht die schönsten Erlebnisse die sie hatte aber umso besser dass es denn bei mir wieder im Frieden geendet ist.
00:08:54: Ja
00:08:54: das ist über diesen kulturellen Respekt kommt.
00:08:56: Bei mir kam das in der Pubertätjugend sehr stark auf.
00:09:01: Da habe ich angefangen, ganz viele Biografien zu lesen von berühmten Königenginnen und Königen usw.
00:09:07: Und da hab' ich auch viel hier...
00:09:08: Katarina die Große bestimmt!
00:09:09: Katarina
00:09:10: der Große natürlich und hier die Alexandra und Peter der Großen und da bin ich auch sehr tief in die russische Geschichte so eingetaucht.
00:09:17: Ich fand es immer total faszinierend und ich hoffe dass die Welt irgendwann sich wieder so normalisiert das man da auch mal hinreisen kann und sehe einfach diese auch die Schönheit des Landes, die es ja zweifelsfrei auch gibt anschauen kann.
00:09:31: Natürlich muss man das auch total problematisieren.
00:09:33: also ich mein... Auch vor dem Ukraine-Krieg, ich als schwuler Mann wäre dann da auch nicht mehr eingereist natürlich.
00:09:40: Also wir wollen hier nichts glorifizieren oder verklären ne?
00:09:43: Es hat alles eine Licht und Schattenseit.
00:09:45: aber an sich also die Gegend... also Schachte ist in der Nähe von Rastorf am Donn Und das ist eine wunderschöne Landschaft.
00:09:50: einfach wenn man das aus den fünftiger Jahren Märchenfilmen kennt aus Russland später mehr dazu.
00:09:55: Das sieht halt wirklich so aus So ein weite Landschaft gibt sie halt einfach nicht.
00:09:59: Du stehst da und fühlst dich wie im Nichts.
00:10:01: wirklich
00:10:02: Ich kann mich nur erinnern Da sieht man auch, wie alt ich bin.
00:10:05: Vielleicht können die eine oder der andere sich da auch noch daran erinnern?
00:10:08: Das gab auf RTL eine Sendung, die fand ich jetzt richtig geil!
00:10:12: Da wollte ich immer mitmachen und hier ist Peking Express.
00:10:15: Ich kenne mich auch noch nicht.
00:10:17: Und dann mussten sie, die sind irgendwo gestartet und mussten durch ganz Russland bis nach Peking und musten eben selber gucken, wie sie dahin kommen, wo sie übernachten usw.
00:10:25: Da hat man eben auch ganz viel von dieser russischen Weite... Das fand ich einfach total toll.
00:10:31: Und ich dachte, das wird das Abenteuer meines Lebens?
00:10:34: Ja!
00:10:34: Hat fast geklappt.
00:10:36: oder auch allein in einer russischen Kathedrale zu stehen.
00:10:39: Das ist einfach was anderes.
00:10:41: Also wir waren damals irgendwie an einem Donnerstag und da war gerade halt Gottesdienst normaler Wochen-Gottesdienst also nicht mehr fest Gottesdienste oder sonstwas mit Chor und allem die Icyonostase, die Glänze von Gold und die Priestergewänder.
00:10:58: Das kann man sehr kritisch sehen und es tue ich auch.
00:11:00: Aber trotzdem stand, ich habe erst mal geheult weil ich so ergriffen
00:11:03: war.
00:11:04: Ja das glaube ich dass das sehr eindrucksvoll ist.
00:11:06: Jenny hast du auch irgendwie eine Phase gemacht oder was?
00:11:12: Nicht so wirklich, muss ich sagen.
00:11:13: Deswegen hab' ich euch hier sehr interessiert zugehört.
00:11:16: Also russische Märchen habe ich irgendwie gar keine Berührungspunkte.
00:11:19: Es kann sein dass in meinem Märchenbuch vielleicht mal eins war aber ich kenne die russischen Märchenfilme auch gar nicht die du gerade aufgezählt hast.
00:11:26: Nicht mal fähig in Frost?
00:11:27: Haben wir den nie zusammengeschaut oder ist er wieder geschlafen?
00:11:30: Ich
00:11:30: weiß es ehrlich gesagt gar nicht.
00:11:32: das musst du ja dann auch schon ewig... Das kann sein, dass wir den vielleicht mal geguckt haben.
00:11:35: Vielleicht sogar noch auf VHS!
00:11:36: War
00:11:39: das dann auf die VHS, die deine Mama dir da geschenkt
00:11:42: hat?
00:11:42: Ja
00:11:42: genau.
00:11:43: Hast du die noch?
00:11:45: Nein also ich habe lange gehadet.
00:11:47: aber als dann endlich mal irgendwann auch die Märchen... für damalige Verhältnisse ziemlich gut remastered auf DVD rauskam, habe ich mir dann so ein Mal gesagt ach das lohnt sich eh nicht und hab' ich mir das kalte Herz damals gekauft.
00:11:59: Und wir hatten damals noch den Videorekorder und den dvd-player am Fernsehen angeschaut hier zwischen der Kanäle hin und her gestaltet... Ich erinnere
00:12:04: mich noch!
00:12:05: ...und allein die Eingangsequenz da wo man die Landschaft mit dem Talen im Fluss sieht... Das hast du uns gezeigt dem Fall!
00:12:10: Ja ne?
00:12:11: Stimmt richtig genau Das ist wie Tag und Nacht, gerade bei der Feuerroten Blume.
00:12:16: Also den gibt es leider immer noch nicht so mega gut wie Mastered auf DVD aber wesentlich besser als auf der VHS.
00:12:21: Da habe ich zum ersten mal Sachen gesehen.
00:12:22: tatsächlich die vorher das war ging so im Wald des Rauschen irgendwie unter und dann dachte ach guck mal da sind ja die Augen von dem von dem Ungeheuer.
00:12:29: Das ist schon krass, ne?
00:12:30: Ja das ist schon Krass in was für einer Qualität man früher eigentlich geguckt hat und ich mein du warst halt daran gewöhnt.
00:12:36: Der technischer Fortschritt hat auch schon seine Vorteile.
00:12:38: Und dann habe ich mir die nach und nach auf den Vd gekauft.
00:12:40: Die waren damals auch noch relativ günstig.
00:12:42: Mittlerweile bin ich ja soweit dass ich mich wieder auf Blu-ray kaufe weil die ja nochmal Neury Master sind und da sieht man auch aber dazu vielleicht auch später mehr.
00:12:49: Dann hab' ich die tatsächlich irgendwann mal.
00:12:50: schweren Herzens muss ich sagen Aber es wäre einfach Quatsch gewesen die zu behalten Weil die auch groß sind und viel Platz annehmen und wenn man die eh nicht guckt naja von der Diakonie abgegeben und gespendet.
00:13:01: Also wegschmeißen hätte ich die nicht können.
00:13:03: Verstehe,
00:13:05: dann steigen wir doch direkt einmal ein... Ich muss euch vorwahren!
00:13:08: Ich habe zu Infos und Hintergründe nicht besonders viel finden können.
00:13:14: Das Märchen vom Zahn-Zaltan ist ein berühmtes Kunstmärchen.
00:13:18: in Fersen haben wir ja alle gehört wie wir schön... Ich fand das irgendwie cool,
00:13:22: mal
00:13:22: zu lesen.
00:13:23: Ja, finde
00:13:24: ich auch großartig.
00:13:25: Hätte
00:13:25: ich euch auch noch gleich
00:13:27: Super.
00:13:27: Also
00:13:28: ich
00:13:31: muss euch sagen, ich hab mich schon oft verhasst Bild.
00:13:34: aber ich hatte irgendwie das Gefühl
00:13:36: wenn
00:13:37: man einmal so diesen diesen Weihepatte dann hat man irgendwie Fahrt aufgenommen.
00:13:41: Eli ist zum Beispiel einmal passiert dass sie einen Satz
00:13:43: lesen hat der gar
00:13:44: nicht ihr Satz war.
00:13:46: Aber ich habe mir gedacht Ich kann das voll verstehen weil wenn du einmal so drin bist Ja an dem
00:13:50: Rücken hast Du das im Tag die Nüsse knackt.
00:13:51: Na ja!
00:13:53: Ja bei dir sagst Du schon was ganz ganz Richtiges und Wichtiges.
00:13:56: Das heißt auch schon, dezent auf eine wirkliche Besonderheit.
00:13:59: Auch sprachliche Besonderheiten dieses Märchens hinterwächtig euch noch ein bisschen was zu sagen.
00:14:03: Dann kann ich ja schon mal den Wunsch äußern, wenn wir dann die komplette Weihnachtsgeschichte von Schaltstickens irgendwann eingelesen haben, da möchte ich mit euch das nie belungen Lied einlesen und du bitte als Krim hittest?
00:14:11: Achja!
00:14:11: Das kriegen wir
00:14:12: auch hin.
00:14:13: Alle...sechzehntausend Vers oder was das sind.
00:14:18: Gucken wir mal wie wir
00:14:18: das machen wollen.
00:14:21: Ja, der Autor ist der Dichte Alexander.
00:14:29: Und das Märchen ist aus dem Jahr eighteenhundertdreißig.
00:14:34: Okay, damit können wir doch schon mal arbeiten, würde ich sagen!
00:14:36: Beim Thema Varianten ist es mal wieder etwas komplexer und hängt stark mit den literarischen Vorlagen zusammen, die Pushkin verwendet hat.
00:14:45: Dazu später mehr auf jeden Fall.
00:14:46: dann erfahren wir noch ein paar Hintergründe.
00:14:48: vielleicht noch aber war nicht ganz einfach um sich zu gestehen.
00:14:51: Es gibt aber mindestens drei Adaptionen die mir sehr sehr gefallen, die ich euch gerne vorstellen möchte.
00:14:57: Ich gehe wie immer chronologisch vor Und nach langer, langer Zeit haben wir endlich mal wieder eine Oper.
00:15:02: Und zwar von Nikolaj Remski-Korsakov die im Jahr nineteenhundert in Moskau aufgeführt wurde also noch gar nicht so alt ist.
00:15:10: vergleicht zu anderen Opern sie dauert knapp drei Stunden wird in Deutschland allerdings leider nicht so häufig aufgeführt.
00:15:16: oft ist dann die russische Sprache das Problem.
00:15:18: ein Stück aus dieser Oper kennt allerdings jede und jeder.
00:15:23: war ich zu behaupten Es gibt davon zahlreiche Bearbeitungen, vor allen Dingen für Violine mit Klavierbegleitung.
00:15:30: Da hat doch irgendso ein selbsteinander Teufelsgeiger vor paar Jahren den Weltrekord im Schnellspielen mit so einem Zopf einer.
00:15:36: Den Weltrekorder im Schnelle spielen irgendwie damit gebrochen und ich glaube der Heldchen sogar auch noch... Ich spiele aber das Original mit einer echte russischen Aufnahme vor.
00:15:44: Wir hören erstmal rein.
00:16:02: Ich hab am Kopf nicken gesehen.
00:16:03: ihr kennt es und die meisten Hörerinnen werden's auch kennen, denke ich mal.
00:16:06: Es ist der Hummelflug beziehungsweise Flight of the Bumblebee.
00:16:09: in der Übersetzung, die wir eingelesen haben war es ja eine Wespe aber es ist halt genau diese Szene wo dann der Führst-Gwedon als Hummel oder Wespe dahin fliegt und die Barbericher in die Nase sticht.
00:16:19: jetzt wissen wir alle was der Hintergrund zu diesem Stück ist das so bekannt ist.
00:16:25: wie immer ein Märchen alle Wege führe nach oben.
00:16:30: Ich wusste nicht, dass das Stück aus der Opa ist.
00:16:33: Ich hab mir vorgestellt, dass so ganz viele Hummeln sind...
00:16:36: Ja, klingt nach Schwarmir.
00:16:37: Aber ich mein es ist ein fürstliche Hummel ne?
00:16:39: Ja
00:16:40: klar!
00:16:40: Der hat schon einen ganz schönen Brunnen.
00:16:41: Genau richtig.
00:16:42: Das
00:16:42: ist eine russische
00:16:43: Opa.
00:16:44: da muss er eben immer was dran machen.
00:16:47: Ja cool jetzt kann ich das mal einordnen wunderbar.
00:16:49: Klug scheißen wir fortgeschritten in Teil zwei.
00:16:52: Es gibt auch eine wie ich finde sehr gelungene russischer Verfilmungen aus dem Jahr nineteen sechsundsechzig und der Regie von Alexander Tusch Der vor allem in den neunzehntfünfzigern monumentale Märchen- und Sagenfilme mit für die damalige Zeit wirklich hervorragenden Effekten geschaffen hat.
00:17:09: Selbst in den USA haben sie für Furore gesorgt, und ich finde das einige Effekte echt besser sind als in Hollywoodproduktion dieserzeit.
00:17:17: Also wirklich beeindruckend!
00:17:19: Zum Beispiel gibt es Satco, dass ist eine russische Hältensage der auf der Suche nach dem Glück ist.
00:17:24: dann und den Vogel Phoenix.
00:17:25: also auch weiß ich bis heute nicht wie er's gemacht haben könnte weil der eine den Vogelfönigst auf dem Arm trägt und um es der Menschenkopf drauf, der echte.
00:17:32: Und ich weiß nicht wie ihr's gemacht habt bis wir ihn drehen.
00:17:34: Oder eine finnische Co-Produktion Sampo das gestohlene Glück, das Brut auf dem Kallewaller Epos oder Ilya Mudomitz.
00:17:41: da ist der Drache zum Beispiel der Feuerspein.
00:17:44: also dass da keiner gestorben ist bei den Dreharbeiten is echt ein Wunder fand ich weil er spuckt echt viel Feuer und echt ordentlich und also das ist schon echt krass.
00:17:53: Man sieht natürlich, dass das irgendwie nicht ein echter Drache ist.
00:17:56: Aber ich finde es immer noch besser als so mit KI-generierte Scheißeentschuldigung.
00:18:00: So!
00:18:01: In dem Soundcheck zu einem Film werden unter anderem Motive aus der Rimsky-Korsakoffoper verwendet.
00:18:06: Höhepunkte sind für mich aus diesem Film die pathetisch über das Wasser schwebende Schwanprinzessin?
00:18:12: Dann aber auch die geschnitzten Löwen von der Lehne des Zarentrons, die aus dem Nichts plötzlich davon springen... Und da weiß ich auch nicht, wie die das gemacht haben.
00:18:22: Also, ich kann euch das mal bei Zeiten vielleicht fortführen und ihr habt mir die, aber ich hab gedacht ... Ich habe mich richtig erschreckt, dass sie sich Angst hat.
00:18:29: Aber ich hab halt hoch, was ist das?
00:18:30: Dann sind wir weg, glaub ich.
00:18:31: Was war das denn jetzt?
00:18:32: Ich hab noch zurückgespult und ... Nee, hab ich nicht verstanden, wie das geworden ist!
00:18:37: Und... Das mit wunderbar piepsiger Tchenangstimme singende und tanzen so nüsseknackende Eichhörnchen.
00:18:46: Also ist wirklich sehenswert, finde ich.
00:18:48: Den gibt es übrigens ganz frisch in diesem Jahr herausgekommen eben neu remastered auf DVD beziehungsweise Blu-ray und das ist schon wirklich ein Unterschied zur alten DVD Ausgabe.
00:18:56: Ich habe die alte jetzt nämlich auch abgegeben.
00:18:59: Die neue ist wesentlich besser!
00:19:00: Und last but not least darf natürlich bei einer Empfehlung kein Hörspiel fehlen und zwar von Europa aus dem Jahr zehnt man siebzig mit Joachim Raake als Erzähler den wir vor allen Dingen als Erzähler aus der Schneekönigin unter kleinen Sehungfrau kennen.
00:19:14: Soweit ich weiß, ist es bislang leider nur auf Scheilplatte erschienen.
00:19:17: Auf der B-Seite ist übrigens die Zähmung der Zahrentochter ein rossisches Volksmärchen.
00:19:21: aber man kann beide Seiten auf diversen Videoplattformen in digitaler Form anhören mit einem bisschen Knackengeben von Scheilplatz digitalisiert.
00:19:29: Ich finde das lohnt sich auf jeden Fall, das ist glaube ich so.
00:19:31: siebzehn Minuten
00:19:32: lang Kenne ich alles nicht.
00:19:34: Da müssen wir das nachholen?
00:19:35: Ich auch nicht!
00:19:36: Ich sehe da nur die DVD liegen wie du damit gebracht hast.
00:19:39: Genau,
00:19:40: in der E-Mail sagt das nix.
00:19:41: Aber
00:19:41: müssen wir vielleicht mal gucken?
00:19:43: Ja, voll gerne im Nachklang zu dieser Aufnahme!
00:19:46: Also ich glaube generell dass vom Zahnzaltan das erste Pushkinmärchen ist auch da sich kenne und wir haben das ausgesucht weil es anders ist als eigentlich alle die wir bisher so hatten und das auf mehreren Ebenen.
00:20:00: eine Besonderheit haben ja schon angesprochen Jenny hat darauf hingewiesen und die dürfte euch beim Möhren eigentlich auch sofort auf gefallen sein, weil es im ersten Moment eben doch anders klingt.
00:20:10: Ich glaube man hört sich dann aber auch relativ schnell rein und das ist dass das Märchen in Fährsform verfasst ist.
00:20:16: Die Märchen die wir bisher kennengelernt haben sind ja alle in Prosa verfasst und vielleicht erinnert ihr euch?
00:20:22: Das ist eben auch ein typisches Merkmal epischer Texte zu den Märchen wie wir alle wissen gehören!
00:20:27: Ich frische euer Literaturwissen an dieser Stelle aber nochmal kurz auf denn das ist wichtig um vom Zarenzaltan wirklich zu verstehen.
00:20:36: Prosa ist ein Fachbegriff, der sich vom lateinischen Ausdruck prosa orazio ableitet und sich als gerade ausgerichtete Rede übersetzen lässt.
00:20:45: Das bedeutet dass prosa eine ungebundene Form der Sprache ist also eine Sprache die nicht an irgendwelche Regeln gekettet ist.
00:20:51: sie ist sowohl in der Literatur als auch in der Alltagssprache verbreitet Und ursprünglich wurde sie für wissenschaftliche Schriften verwendet und bezeichnete früher jegliche schriftliche Fixierung, die eben keine Dichtung war.
00:21:05: Weil schonmal Spoiler, dichtende Sprache ist gebundene Sprache.
00:21:09: Und
00:21:09: der Roman, den wir heute eigentlich mit der Direktur vor allen Dingen verbinden, ist ja erst recht spät in Erscheine getreten?
00:21:14: Richtig!
00:21:15: Ganz genau.
00:21:15: Das heißt alle... Texte galten als Prosa, die geschichtliche naturwissenschaftlich oder philosophische Inhalte hatten.
00:21:22: Oder auch lediglich Notizen waren und das ist wichtig denn es bedeutet EPIC, ne?
00:21:27: Die literarischen Gattungen der wir uns ja hier mit Märchen bewegen.
00:21:30: Und Prosa sind auch nicht dasselbe.
00:21:32: Epische Texte wie Märchen, Kurzgeschichten sagen Romane was auch immer sind immer fiktional.
00:21:39: Ein Prosatext hingegen kann sowohl fiktive Literatur als auch ein Gebrauchs- oder Alltagstext Wie zum Beispiel eine Gebraus an Ein Brief, ein E-Mail oder unser erhellender WhatsAppverlauf in unserem Märchenpot WhatsAppgruppe sein.
00:21:52: Und Puschlin hat vom Zahrenzaltan eben nicht im Prosa also Märchen untypisch sondern in gebundener Sprache verpasst.
00:22:03: Verpasst!
00:22:04: Wir haben eindeutig lyrische Merkmale und auch daran erinnert ihr euch vielleicht noch Dunkel?
00:22:09: Die Lyrik ist ja die dritte literarische Gattung nach Epik und Dramatik.
00:22:13: Und zu ihr gehören sämtliche Arten von Gedichten.
00:22:16: Typisch für die Lyrik sind zum Beispiel Fersform- und das Reimschema, und beides haben wir hier!
00:22:21: Das Märchen besteht aus mehreren Fersen.
00:22:23: Wir haben besagte gebundene Sprache und wir haben einen durchgehend durchgezogenen Paarein.
00:22:29: Oh, das wollte ich jetzt gerade klugschauen.
00:22:33: Ich weiß nicht viel über Gedichte, aber dass es ein paar
00:22:36: Reime ist... Da hättest du mich eher hauen müssen, dass ich still
00:22:39: bin.
00:22:40: Nein, ich wollte nicht, dass du schon grätst!
00:22:42: Wir schneiden das raus.
00:22:43: Jenny, was ist das für ein Reim?
00:22:45: Ein paar Reime!
00:22:46: Super, Jenny!
00:22:48: Nein, das kommt jetzt nicht mehr
00:22:49: gut.
00:22:51: Mach bitte schnell weiter.
00:22:51: Der Wille war da.
00:22:53: Aber
00:22:53: es ist ja jetzt die Frage... Wenn wir hier so offensichtlich lyrische Merkmale haben, ist vom Zarenzaltan dann ein Gedicht?
00:23:02: Ich hätte gesagt eine Ballade, weil das so ganz lang ist.
00:23:04: Ist das interessant?
00:23:06: Gute
00:23:06: Gedanke ja!
00:23:07: Ja guter Gedankel kommen wir gleich zu.
00:23:09: also erst mal ein gedicht.
00:23:11: ist es nicht denn wir haben eben auch merkmal aus anderen literarischen gattung allen voran unsere geliebte epik zum beispiel eine umfangreiche handlung mit figuren konflikten und einer entwicklung.
00:23:21: und neben epik und lürik fehlt ja noch die dramatik die aber uns bisher immer noch zu kurz gekommen ist.
00:23:26: aber das können wir euch an der stelle vielleicht schon mal versprechen.
00:23:28: im nächsten Jahr Da kommt
00:23:32: es.
00:23:33: Wir feiern eine halbe Runde Jubiläum und da haben wir uns gedacht, dass wir Zeit für die Dramatik.
00:23:37: Ja das wird
00:23:38: sehr dramatisch!
00:23:39: Wollen wir noch mehr spoilern?
00:23:40: Nein!
00:23:42: Schade!
00:23:43: Aber nur auch das nochmal zur Erinnerung... Wir haben's auch immer mal am Rande erwähnt.
00:23:47: Runtergebrochen, Dramatique bezeichnet alles aus Theaterstücke sind.
00:23:50: Das sind Texte, die dafür verfasst wurden, dass man sie auf einer Bühne aufführt.
00:23:54: Und auch dramatische Merkmal haben wir durchaus im Zahrenzaltan Direktrede oder Dialogische Szene Also offenbar eine Mischform aus allen drei literarischen Gattungen, Epiktramatik und Lyric.
00:24:06: Und auch Jenny sehr gut nämlich eine solche Misch-Form kennen wir, denn es ist eben genau die Ballade, die sich aus allen three großen literarische Gattungen Merkmale rauszieht und sie verschmilzt!
00:24:18: Also Jenny deine Frage ist durchaus berechtigt Ist vom Zagenzaltan eine Ballade?
00:24:24: Nein!
00:24:26: Das hätte
00:24:26: mich das auch gewundert.
00:24:28: Aber der Gedanke war schon gut, es ist aber keine Ballade weil die Handlung einfach nicht balladentypisch konzentriert ist sondern sie ist sehr breit angelegt.
00:24:36: Sie entwickelt sich über zahlreiche Episoden und Wiederholung.
00:24:39: Balladen sind zwar lang aber in der Regel dann doch nicht so lange.
00:24:43: Und ja eine ganz klassische Strophentrennung haben wir hier auch nicht.
00:24:49: Das Werk ist außerdem durchaus humoristisch an mancher Stelle.
00:24:53: Wir
00:24:55: haben magische Helfer, fantastische Wunder alles typisch.
00:24:58: Märchen.
00:24:59: Balladen hingegen handeln eher vom Geistern, vom Schicksal und Heldemut oder großen Katastrophen.
00:25:07: Und der wirft ihr den Handschuh ins Gesicht?
00:25:09: Den Dank dame bekehr ich nicht und verlässt sie zur selben Stunde meine Lieblingsballade Der Handschuhe von Schild
00:25:17: Der reitet zu spät durch Nacht.
00:25:18: Natürlich!
00:25:20: Meine auch, aber ich finde auch Walle-Walle
00:25:23: mal nicht
00:25:24: so strecklär, der Zauber
00:25:25: lernt.
00:25:26: Okay zurück zum Zahrenzaltan.
00:25:29: was der Text auf jeden Fall sehr deutlich beinhaltet sind typische Erzählstrukturen des Märchens.
00:25:36: wir haben Drei Schwestern, Neid und Inträge.
00:25:39: Die Aussetzung von Mutter und Kind, wundersame Rettung, magische Helfer, Figurverwandlungen, Normalisierung des Wunderbaren... Wir haben eine Wiederholungsstruktur die ja wirklich sehr ausgeprägt ist!
00:25:49: Wir haben ne Steigerung in dreier Schritten wir haben die glückliche Wiederherstellung der ursprünglichen Orten und wir haben letztlich auch na Aufstiegsgeschichte.
00:25:58: Ihr seht also jede Menge Märchenmerkmale.
00:26:01: Ich fand das mit dem Fass.
00:26:02: Das hat mich voll an den Griechenland erinnert, ne?
00:26:06: Da hatte man diese Thematik mit dem fass voll oft...
00:26:09: Der halbe Mensch.
00:26:10: oder auch mit diesem Aschemputelmärchen was ich vorgestellt habe da ist sie doch auch in ein Fass
00:26:15: gesteckt und
00:26:17: deswegen dachte ich mir ähnliche Thematiken.
00:26:19: Wir haben vieles was wir hier aus Märchen wieder erkennen.
00:26:24: Ganze legt also irgendwie nah.
00:26:26: Ja, wir sind schon im Bereich Märchen haben aber doch so einige Besonderheiten.
00:26:30: Vielleicht haben wir ja hier mal wie eine neue Unterkategorie des Märchens und genau das ist nämlich der Fall soll man einer sagen Märchen sein nicht vielseitig.
00:26:39: die unter Kategorie zu der vom Zahrenzaltern gehört ist dass sogenannte Fersmärchen Im Gegensatz zum klassischen Prosa-Märchen Wie eben die Texte Der Brüder Grimm oder auch Andersen oder Wild ist die Geschichte poetisch als Gedicht formuliert, enthält aber eben typische märchenhafte Motive verbindet diese mit dem rhythmischen und stilistischen Mitteln der Hyrik.
00:27:04: Bekannte Beispiele sind zum Beispiel Reine Gefuchs vom Goethe oder die neue Melusine zumindest Teile davon oder auch von Christoph Martin Wieland Idris und Zenide.
00:27:16: Also, vom Zarenzaltan ist lyrisch gestaltet aber deshalb nicht automatisch ein Gedicht oder eine Ballade.
00:27:22: Es handelt sich in einem Märchen das in gebundener Sprache erzählt wird also eben um einen Pfersmärchen.
00:27:27: und gerade das macht Pushkin und dieses Märchen so spannend.
00:27:30: denn was passiert dadurch eigentlich?
00:27:33: Eine Überführung der volkstümlichen Märchenerzählung in einer literarischen Kunstform ohne dass dem mündlich erzählende Charakter aufgegeben wird.
00:27:42: Das führt ja eigentlich zu einer neuen Frage und die hat der Christa mitgebracht.
00:27:46: Und die würde ich an dieser Stelle nämlich ganz gerne schon einbringen, handelt es sich beim vom Zarens-Haltan um einen Kunstmärchen?
00:27:55: Ja das ist gar nicht so einfach zu beantworten.
00:27:57: also... Wir haben zum Teil schon gehört, wir haben Motive die wir aus Volksmärchen kennen.
00:28:01: Zum Beispiel die schwarren Jungfrau, die gibt es ja in vielen Märchens oder diesen sogenannten Uriasbrief wie z.B.
00:28:07: in das Mädchen ohne Hände.
00:28:08: da war das auch so dass da in einem toll vertauschten Briefstand das Mädchens ohne Händen eben die Königin einen Ungeheuer geboren hat.
00:28:15: und dann wurde die Antwort des Königs sich fällt schon fast wieder Zaren gesagt Das Königs sind auch wieder vertauscht und so.
00:28:20: also das kennen wir durchaus.
00:28:21: Wir haben die typische Zahlensymbolik, vor allem die drei Töchter und so weiter.
00:28:25: Die typisch stereotypen Figuren mit vielleicht etwas mehr Tiefe als sonst.
00:28:30: aber es handelt sich eben nicht um ein uraltes E-Post aus vorkristlicher Zeit das von der Kirche verdrängt wurde wie es bei manchen Märchen immer noch behauptet wird.
00:28:39: Spoileralarm stimmt im Zweifelsfall eher ähnlich.
00:28:41: und dass Pushkin dann aufgeschrieben hat Er hat das Märchen vom Zahn-Saltan geschickt, motivisch aus Volksmärchen und westeuropäischen Abenteuergeschichten kompiliert.
00:28:52: In fersform gebracht und in spielerischer Ironie gestaltet.
00:28:58: Und ich musste beim Lesen auch manchmal wirklich schmunzeln weil es nicht so... So ein Bier ernstes Gedicht, was man so mit Pathos vortragen muss.
00:29:05: Das war schon immer mit einem Augenzwinkern.
00:29:07: also auch die Heldenanteile der Handlungen waren durchaus... ...mit einem gewissen Schwund.
00:29:13: Und das komplett inslöcherliche oder durch den Kakao zu ziehen?
00:29:17: Ich fand es war gut gemischt!
00:29:20: Es ist also ein bisschen wie bei einigen Märchen von Hans Christian Andersen zum Beispiel die Wildenschwene und letztlich ja auch die kleine Sierungfrau.
00:29:29: Wenn wir unbedingt ein Label haben wollen, würde ich sagen das ist das Märchen vom Zaranzaltan.
00:29:34: Ein von Volksmärchen inspiriertes Kunstmärchin in Fersform ist.
00:29:39: Das
00:29:39: ist eine schöne Definition!
00:29:40: Wenn ihr einfach stehen seid bin ich zufrieden.
00:29:43: Dann würde ich da direkt anschließen und mit meiner Interpretation weitermachen?
00:29:47: Denn ich weiß nicht, dem einen oder der anderen.
00:29:50: Der Jenny zum Beispiel, wenn man Gedichte hört und Lyrik dann denkt man immer so Panik-Gedicht-Analyse alles ganz schrecklich und
00:29:58: anstrengend.
00:30:00: Aber du hast ja vorhin gesagt dass du selbst sehr schnell in diesen Rhythmus gefallen bist Und dass dir das auch beim Lesen dann sehr leicht fiel.
00:30:08: Wir haben hier nämlich nicht dieses Vorurteil von hoher Lyrik was auch immer das jetzt natürlich sein mag.
00:30:13: aber ihr wisst glaube ein bisschen worauf ich hinaus will.
00:30:16: Die Geschichte wirkt wirklich wie eine Erzählung.
00:30:18: Ich fand, du hast es am Anfang auf den Punkt gebracht.
00:30:20: Das war genau das, was ich empfunden habe!
00:30:24: Hast du so ein, zwei Pferse die du liest wo du diesen Rhythmus aufnimmst und dann ziehst du den einfach durch.
00:30:29: Und du hast zwischendrin nicht mehr das Gefühl dass du in dieser lyrischen Form bist sondern es klingt tatsächlich wie ein Märchenerzähler der eine Geschichte erzählt.
00:30:38: An dieser Stelle muss ich mal einschreiten und mich sofort erstmal bei einem russischen Muttersprachlerinnen entschuldigen.
00:30:43: Ich hoffe ich hab's am Anfang nicht ganz so schlimm ausgesprochen.
00:30:47: Das hat sich aber toll angemacht.
00:30:48: Ich fand das zwar keine Ahnung, aber es hat sich toll
00:30:50: angemerkt.
00:30:50: Wenn man Leinen beeindrucken kann, reicht das meistens.
00:30:56: Dass diese Wirkung zustande kommt liegt natürlich nicht nur an Christians wunderbaren Russischkenntnissen sondern auch an der sprachlichen Gestaltung des Pfersmärchens und... Ich hoffe, ich langweile euch jetzt nicht.
00:31:10: Aber es wäre wirklich ein Verbrechen, wenn wir diesen sprachlichen Teil unterschlagen würden.
00:31:15: Deswegen ihr müsst da mal kurz durch.
00:31:16: Das
00:31:17: würde dir auch das Herz brechen?
00:31:18: Ja, würde es und es wär aber zu schade weil das ist hier was Besonderes.
00:31:22: In diesem Raum muss man dann einfach mal zulassend.
00:31:24: Manche
00:31:25: Vorlagen muss man eben nutzen
00:31:26: oder?
00:31:27: Vorab müssen wir natürlich sagen Wir beziehen uns auf die Übersetzung.
00:31:30: Auch wenn Christian am Anfang ... Hast du das russisch in der Schule gelernt damals?
00:31:34: Nein!
00:31:34: Wir hatten eine russische AG Gastschüler kaum Englisch sprach und überhaupt kein Deutsch.
00:31:41: habe ich dann, also durch den polnischen Hintergrund, polnische russischen ja verwandt.
00:31:45: Einige Sachen sind sehr gleich oder ähnlich andere Sachen auch.
00:31:48: ganz anders hab ich dann relativ schnell so viel Russisch gönnen das mich halbwegs verständigen kann.
00:31:53: Also lesen und schreiben hatte ich in der Schule so in der AG gelernt quasi aber richtig.
00:31:57: russischer Unterricht hatte ich nie
00:31:59: Einmal für den Christian.
00:32:02: Krass!
00:32:02: Aber deine
00:32:03: Omni wollte dich nicht erderben, weil du diese böse Sprache gelernt hast?
00:32:06: Nee.
00:32:07: Dir das aber tatsächlich nicht lernen müssen.
00:32:09: ihre Klasse hatte wie sie gesagt hat Glück dass die es nicht lernen musste, sonst war das ja eigentlich da hinterm Eis in Vorhangpflicht.
00:32:17: Okay das heißt natürlich alles was ich jetzt sage bezieht sich auf die deutsche Übersetzung.
00:32:21: im russischen verhält sich einiges Wahrscheinlich natürlich und logischerweise noch mal anders.
00:32:26: Also schauen wir uns jetzt mal verschiedene Merkmale an, die dieses Gedicht sprach nicht so besonders.
00:32:30: Die Fährsform haben wir ja schon thematisiert.
00:32:33: Das ist durchgehend in gebundener Sprache verfasst.
00:32:35: Wir haben kurze rhythmische Färse und das verleiht im Text einen liedhaften mündlich erzählenden Charakter!
00:32:42: Wir haben den welchen Reim nochmal Jenny?
00:32:44: Den paar
00:32:45: Reimen?!
00:32:45: Ja... Und was würdest du sagen hat das denn für eine Funktion?
00:32:52: Ihr müsstet die Panik in Jennys
00:32:54: Augen sehen.
00:32:58: dass man immer so eine Verbindung zwischen den Zeilen hat.
00:33:01: Ja,
00:33:01: genau und also
00:33:01: dünn zwischen denen.
00:33:03: Genau richtig was folgert daraus?
00:33:04: der Text wird sehr eingängig.
00:33:06: Man kann ihn leicht merken.
00:33:07: du kannst manche Reime ja teilweise sogar voraus sehen ohne das.
00:33:10: Du weißt welches Wort kommt Weißt du welches wort folgen muss damit der Reim entsteht?
00:33:15: Und nachdem dann zum dritten mal von dem Meer auf dem umgekehrt vom Schiff auf dem Meer erzählt wurde wusstest ach da sind wir jetzt wieder hier.
00:33:22: Dann haben wir den Rhythmus.
00:33:23: Der ist sehr leicht, das wird nicht schwer!
00:33:26: Es beweglich und orientiert sich stark am gesprochenen Erzählen.
00:33:29: Wir haben ja auch kein durchgängiges Metrum, sondern wir haben Rhythmussveränderungen.
00:33:33: zum Beispiel wenn die in ein Fass gesteckt werden ändert sich der Rhythmust des Gedichts plötzlich.
00:33:37: Das erzeugt natürlich eine Dynamik und erinnert an eine lebendige mündliche Erzähltradition.
00:33:42: Gut dass du mich da nicht gefragt hast, da hättest du wirklich in dein Trauma gestochen.
00:33:46: Du weißt doch was?
00:33:47: Ich
00:33:47: konnte das auch nicht, ich habe es auch nicht verstanden
00:33:49: Aber dann Abi hast ihr trotzdem geschafft.
00:33:53: Wir haben sehr viele Wiederholungen, also sehr viele wiederkehrende Ferse.
00:33:58: Ganzer Handlungsmuster werden immer wieder aufgegriffen und auch das kennen wir ja aus sehr sehr vielen Märchen und das gibt uns natürlich auch irgendwie eine Orientierung.
00:34:08: Häuschen hat sich verfrankt!
00:34:13: Wir haben Formelhafte Wendung weht der Wind von mehr her, treibt ein Schiffleim auf dem Meer zum Beispiel.
00:34:21: Und das versteckt ebenfalls den Eindruck eines mündlich überlieferten Märchens.
00:34:24: Es erzeugt auch eine gewisse Spannung, eine gewissen Stimmung.
00:34:28: Wir haben Parallelismen wenn wir uns den Satzbau angucken.
00:34:31: Das heißt wir haben Sätze die sehr ähnlich aufgebaut sind und es gilt auch für die Handlung Die spiegeln quasi diese formale Ausgestaltung wieder Denn auch die Handlungsmuster sind sehr ähnlich vor allem bei den drei Reisen von Guidon.
00:34:44: Und das schafft natürlich eine Struktur und verdeutlicht auch die Dreiersteigerung, die ja auch typisch Märchen ist.
00:34:50: Stichwort Drei-Zahlen, drei Schwestern, drei Verwandlungen, drei große Wunder!
00:34:54: Wir wissen ja Zahlen im Märchens irgendwie so ein Ding... ...und Schaftordnung und Steigert sorgt für Spannung, Klimax usw.. Wir haben die direkte Rede.
00:35:03: Es sind schon nicht wenige Dialoge drin würde ich sagen und auch das macht die Erzählung natürlich lebendig.
00:35:10: Die Sprache selbst ist trotz lürig, einfach und anschaulich.
00:35:14: Sehr konkrete Verben, kurze Satzstrukturen, klare Handlungen Und das unterstützt natürlich die unmittelbare Verständlichkeit und den volkstümlichen Charakter.
00:35:24: An manchen Stellen haben wir dann aber auch ordentliche Hypergeln Also Übertreibungen, die Zahrentochter verdunkelt am Tag Das Licht weil sie so wunderschön ist.
00:35:32: Machst du das
00:35:33: nicht?
00:35:34: Doch, ich sitze immer ganz geblendet.
00:35:37: Ich weiß nicht, wenn ich heute so in den Spiegel gucke, würde ich sagen ... Nichts!
00:35:40: Aber danke Jenny.
00:35:41: Ach komm, kurz vor deinem vierzigsten Geburtstag siehst du gar nicht so schlecht aus.
00:35:46: Ja, aber
00:35:47: es ist ja auch noch nicht ganz dunkel dann würde man das erst richtig.
00:35:50: Achso, dann komme ich eher schrall im Dunkeln.
00:35:52: Dann muss sich meine Sonnenbrille wieder aufsetzen.
00:35:55: Ich hab Sie dabei.
00:35:57: Okay, aber was macht das Ganze?
00:35:58: Das Kennzeichnen natürlich dieses fantastische Element der Märchenwelt.
00:36:03: Wir haben viele bildhafte Vergleiche, schreitet stolz gleich wie ein V. Die Stimme ist wie im Wald eine Rieselquelle und das veranschaulich die Figuren und auch die Wunder.
00:36:13: Wir haben sehr viele Aufzählungen vor allem eine Häufung von kostbaren und wunderbaren Dingen.
00:36:18: da ist also vielleicht dieser Verweis auf diese russische Opulenz auch so ein bisschen Und du bekommst eben auch eine Idee von Fülle, Pracht und auch von diesem Märchenhaften Überfluss Dieser Idee.
00:36:28: in Märchen ist eben alles möglich
00:36:30: So ein bisschen wie bei Oskar Wild, nur eben ganz anders.
00:36:35: Genau!
00:36:36: Dann haben wir die Klangestaltung.
00:36:37: Das Märchen ist sehr klanghaft, nicht nur durch den Reim sondern auch durch Alliterationen, Asonanzen und lautmalerischen Elemente Und das verstärkt natürlich diesen leicht spielerischen und musikalischen Charakter.
00:36:50: Wir kennen die Kontrastierung von schön und unschuldig mit neidisch Wahrheit und Lüge.
00:36:55: Also da wird diese moralische Ordnung und diese Antithetik im Märchen aufgegriffen.
00:37:02: Eine Steigerung, den Märchen typischen Klimax.
00:37:04: Die Wunder werden zunehmend größer.
00:37:06: Eichhörnchen, dreinreisierter Zahrentochter!
00:37:09: Das steigert nicht nur die Spannung sondern auch die mehrchenhafte Wirkung.
00:37:12: und diese Liste könnte man jetzt noch weiter fortsetzen.
00:37:15: Ich glaube das was ich hier mal so rausgegriffen habe zeigt aber schon ganz gut wir haben ja eine literarische Kunstsprache durch komplexe Wiederholungsschutonsteigerungen Bildlichkeit, profeste Klangestaltung und Fährskomposition.
00:37:26: wie etwas ganz spannendes macht.
00:37:28: Sie imitiert durch Wiederholung, Formelhaftigkeit, Paran, einfache Sündtags und diesen mündlichen Ton die Volkstümlichkeit.
00:37:36: Sie lässt das Mähchen so klingen als sei es zum Vortragen, zum Erzählen gemacht
00:37:40: oder zum Singen tatsächlich.
00:37:41: Ganz
00:37:41: genau!
00:37:42: Also soll mal einer behaupten Sprache habe keine Wirkung oder Sprache beeinflussen nicht?
00:37:47: Oder auch Sprache Beeinflusse nicht auch unterbewusst?
00:37:50: So viel zum sprachlichen Teil.
00:37:52: wir haben aber ja noch den inhaltlichen Teil der Ähnlich komplex ist wie die sprachliche Ausgestaltung und natürlich gibt es hier, wie immer nicht nur die eine Interpretation sondern verschiedene Lesarten.
00:38:05: Ich habe euch einfach mal auch hier wieder ein paar Anregungen mitgebracht.
00:38:08: Drehvermann haben wir leider heute nicht.
00:38:10: Ich übernehme das gerne aber ihr könntet ja auch mal becheatigen.
00:38:13: Warte
00:38:14: mal Elena!
00:38:19: Was würdet ihr denn sagen, was ist die zentrale Botschaft des Märchens?
00:38:24: So was so vielleicht das aller offensichtlichste auch ist.
00:38:27: Dass Lügen am Ende entlarvt werden und Harmonie wiederhergestellt wird.
00:38:32: Ja perfekt ich habe aufgeschrieben Wahrheit setzt sich gegen Intrigen und Neid durch.
00:38:35: ja
00:38:35: schön
00:38:36: genau weil.
00:38:37: das ist ja letztlich dass was auch passiert.
00:38:40: Die Zaren und ihr Sohn werden durch die Lügen der Schwestern, also ihrer ursprünglichen Position verdrängt.
00:38:45: Soltan glaubt den manipulierenden Nachrichten und lässt Frau und Kind aussetzen, das auch schon ziemlich krass ist... ...und die eigentliche Ursache des Konflikts nicht ein Fehlverhalten der Zarin sondern der Neid!
00:38:59: Und dass das ein großes Thema ist haben wir uns in diesem Jahr ja auch schon angeguckt.
00:39:02: Aber er konnte doch eigentlich gar nichts dafür, dass die ausgesetzt wurden?
00:39:05: Das war doch der falsche Brief, der dann übermittelt wurde oder...?
00:39:09: Ja, er ist Opfer in einer Intrige geworden.
00:39:11: Aber ganz ehrlich... Aber ich
00:39:12: meine hat sie auch nicht gesucht ne?
00:39:14: Er
00:39:14: hätte ja erst mal spätestens dann auf die Insel fahren können.
00:39:17: Auch wenn er eigentlich geahnt hat dass das sein Sohn und seine Frau da sind.
00:39:19: Naja,
00:39:20: das ist richtig!
00:39:21: Einfach
00:39:21: nicht hängen lassen sondern machen.
00:39:23: Genau.
00:39:23: Immer ins Set.
00:39:24: ganz wichtig.
00:39:25: Was vielleicht auch wichtig ist, ist dass die Wahrheit sich in diesem Märchen gar nicht so aktiv durchsitzt, sondern dass sie im Verlauf der Handlung immer sichtbarer wird.
00:39:33: Erst mal überlebt das Kind dann wird er zum Herrscher sein Reich wird immer prächtiger.
00:39:38: wir haben da diese ganzen tollen Wunder und am Ende erkennt Saltan seine Frau und seinen Sohn ja auch wieder und entschuldigt sich bei ihnen quasi.
00:39:48: Ja!
00:39:49: Er kriegt
00:39:49: schon... Ja!
00:39:53: Auf jeden Fall folgt das Märchen damit sehr deutlich einem klassischen Gerechtigkeitsprinzip.
00:39:58: Unrecht, Prüfung, Bewährung wie der Herstellung der Ordnung – wir kennen es einfach!
00:40:01: Das Interessante hier ist aber dass Gerechtigkeit nicht primär durch Bestrafung hergestellt wird, denken dann unsere Pädagogikfolge, sondern durch Erkennen und Wiedervereinigung.
00:40:11: Dann ist das Märchen eine Geschichte einer verlorenen und wiedergewonnenen Identität.
00:40:17: Wenn wir uns Gwedon angucken, er verliert ja zunächst alles was seine Identität bestimmt sein Vater seiner Heimat seine gesellschaftliche Stellung Seine Zukunft als Zahrensohn und damit auch künftiger Zahn.
00:40:27: Er wird zusammen mit seiner Mutter ins Meer geworfen.
00:40:29: doch gerade aus dieser Ja völligen Entwurzelung heraus entwickelt er eine eigene Identität.
00:40:35: er ist zunächst der ausgesetzte Sohn dann der Retter seiner Mutter dann der Herrscher einer neuen Stadt und schließlich wieder der Sohn des Zahren, Ehemann der Zahrentochter und der Legitime Herrscher.
00:40:46: Das heißt er verharrt hier auch nicht in einer Opferrolle sondern wird aktiv und entwickelt sich so zu einem selbstbestimmten Herrschers.
00:40:53: Aber warum?
00:40:55: Er wiederholt schon mal nicht die Fehler seines Vaters als...
00:40:59: Aber wegen der Frau sonst hätte er gar nix gekriegt.
00:41:02: Ja
00:41:03: das ist ein guter Punkt
00:41:04: aber er hat sie ja auch gerettet vor dem Gaia also immerhin.
00:41:08: er hat es ein bisschen was gemacht
00:41:11: Okay.
00:41:12: Gut.
00:41:13: Männliche Ehre wieder hergestellt.
00:41:14: Pulte
00:41:14: Breath, wir gehen gleich noch mal zur spannenden Prinzessin die wahrscheinlich mit die wichtigste Figur in dieser ganzen Geschichte aufregend zu.
00:41:21: Ja da habe ich auch Fragen zu.
00:41:22: Okay Jenny hat heute sehr viele Fragen.
00:41:24: Ich werde
00:41:25: jetzt mal nicht übermütig freuen.
00:41:29: Ich glaube was man hier nochmal festhalten kann ist dass wir sehr viel Entwicklung haben das wir keine Rückkehr zum Ursprung haben sondern ein Aufbau von etwas Neuem und etwas Eigenem.
00:41:37: Und diese Insel Bouyan ist ja ein Symbol dafür wie Donen dort sein eigenes Reich, seine neue Welt erschafft.
00:41:46: Ja weil er letztlich eigentlich aus der Alten halt verdrängt wurde und das zeigt ja was ganz Wichtiges und ich glaube es könnte vielleicht auch wenn wir uns nachher Pushkin als Person und seine Biografie ansehen auch nochmal wichtig seien.
00:41:57: Legitime Herrschaft zeigt sich nicht nur in Herdkunft sondern in der Fähigkeit eine Gemeinschaft aufzubauen und zu schützen.
00:42:05: Kommen wir doch jetzt mal zum Schwan als Symbol für Vielleicht Schicksal Transformation.
00:42:11: Es ist, finde ich die interessanteste Figur und bietet natürlich eine ganze Bandbreite an symbolischen Interpretationen.
00:42:19: Der Schwan-Set ist jetzt zunächst erstmal ein hilfloses Wesen das wie du sagtest Gewidon ja auch erst mal retten muss.
00:42:25: also erst einmal scheint der Schwan Hilfs- und Erlösungsbedürftig zu sein.
00:42:30: Also auch hier ein ganz klassisches Muster was wir von weiblichen Märchenfiguren kennen.
00:42:35: Später wird aber klar, dass der Schwarn selbst viel mehr als ein Schwarn ist.
00:42:40: Nämlich ein übernatürliches Wesen.
00:42:41: und Ha Ha Turning Point die Zahrentochter selbst!
00:42:45: In dem Schwarn verbindet sich also Rettung, Magie, Weiblichkeit, Liebe – und damit letztlich auch Zukunft.
00:42:52: Denn ohne sie wäre es für Widonia schwierig geworden.
00:42:57: Interessant ist aber, dass Widon sie rettet oder den Schwan rettete bevor er weiß wer dieser ist.
00:43:03: Also er hilft schon auch ohne Gegenleistung.
00:43:05: das kann man seinem Charakter schon zugute schreiben würde ich sagen und der schwan revanchiert sich anschließend.
00:43:10: Wir wissen ja, Tieren im Märchen zu helfen ist eigentlich immer eine ziemlich gute Sache weil da hast du eigentlich immer was von.
00:43:15: Man muss sagen ich glaube Gwydon hat da sehr viel von und ich glaube fast schon mehr als alle anderen die jemals irgendwie von irgendwelchen verwunschtenden oder geretteten Tieren profitiert haben Weil der kriegt schon echt ne ganze Menge.
00:43:29: Und ich würde dir auf jeden Fall zustimmen Jenny Die Schwenen die hält das Ganze schon zusammen und sie hat echt schon etwas drauf
00:43:36: Weil im Endeffekt danach macht er doch nicht wirklich mehr was, oder?
00:43:39: Er sagt dann immer, er hat Heimweh.
00:43:41: Okay, dann wandelt sie ihn damit, dass er zu seinem Vater fliegen kann und wenn er zurückkommt, holt er rum.
00:43:48: Dann sagt sie ja, was hast du!
00:43:49: Und dann sagt der Ja-Hü-Hül ... Sie sagt ja, ich mach das schon.
00:43:53: Ich hab den Eichhörnchen in Pettow.
00:43:54: Ich habe dazufällig dreiunddreißig Unterwasserbrüder.
00:43:56: Genau.
00:43:57: Und ich hab da auch noch hier.
00:43:58: Ich bin selber
00:44:00: rott.
00:44:00: Relativiert damit so ein bisschen, was ich vorhin gesagt hab, in der Schwäne schon eine Antreiberin eigentlich für diese Aktivität.
00:44:10: Also, dass er überhaupt immer tätig wird und aus diesem Jammern so ein bisschen rauskommt ist wirklich ihr zu verdanken!
00:44:16: Und sie ist auch nicht nur so ne Belohnungsfigur Sie is ja wirklich die Figur, die ihn zum Happy End führt, zum... Jetzt klänge das ein bisschen perverschweilig an, aber stopp!
00:44:26: Well!
00:44:26: Also wer ist
00:44:28: denn die Figuren?
00:44:29: Nein ich
00:44:30: hab's doch
00:44:30: noch nicht verstanden!
00:44:31: Ich dachte, Graf Held ist das doppelte... Also sie ist ja letztlich auch die Figur, die ihn zu seinem vollständigen Glück führt.
00:44:41: Macht's das besser?
00:44:42: Egal lassen wir so!
00:44:45: Ja, die drei Wunder als Stufen von Macht und Vollkommenheit.
00:44:48: Dann ich habe
00:44:49: noch ganz
00:44:49: kurz was zu
00:44:50: fragen.
00:44:51: Man weiß ja gar nicht warum sie ein Schwarn ist ne?
00:44:53: Neee.
00:44:56: Also ich hatte nämlich erst gedacht, vielleicht ist sie irgendwie verwunschend und es kam ja auch irgendwie keine Verwandlung.
00:45:01: Und er musste auch nichts machen für die Verwandlung.
00:45:03: Sie war dann einfach eine Frau wieder?
00:45:05: Ja der Geier war ja der Zauberer und eigentlich als er tot war, hätte ich erwartet das sie dann auch erlöst, aber wahrscheinlich musste sich erstmal noch irgendwas Gutes tun damit dass dann gebrochen ist.
00:45:15: Übrigens in manchen Übersetzungen heißt die dann Schwanhilde.
00:45:21: Ich glaube das war auch eine Frau von Kai dem Großen.
00:45:24: Weg von Ihnen zum alten Menschen von früher auf.
00:45:27: Dann
00:45:30: gehen wir noch mal auf die Zahl drei ein, wir haben drei Wunder kennen wir auch aus vielen Märchen das Eichhörnchen und dann eben die Zahrentroch.
00:45:38: dafür selbst Die goldene Nüsse und Marakte des Eichhörnchen stehen natürlich für Reichtum- und materiellen Wohlstand, die dreienreißig Ritter für militärische Stärke und Schutz.
00:45:47: Das ist für den Zaren ja auch nicht unwichtig!
00:45:49: Und die Zarentochter natürlich für Liebe, Familie und auch die Zukunft der Dynastie.
00:45:54: Das heißt man könnte hier die drei Wunder als eine Art Vervollständigung des Reiches lesen.
00:46:00: Reichtums, Sicherheit, Liebe, Familien... Ohne das funktioniert so ein Ideales Herrscherreich eigentlich nicht.
00:46:07: Und greift den also ein bisschen die Situation vom Anfang auf mit dem Kochen, Weben und dem Sohn?
00:46:12: Ja ganz genau!
00:46:13: Was ich auch ganz interessant finde ist eine gewisse Ambivalenz denn Saltan ist nicht einfach nur der Böse er ist ja der Antagonist.
00:46:21: nach ihm ist interessanterweise auch das Märchen benannt und nicht nach Gewidonen der eigentlichen Hildenfigojagoht und nach der schwarren Prinzessin sowieso nicht
00:46:29: Wobei der komplette Titel... Da kommt sie immerhin vor, wenn auch zum Schluss.
00:46:34: Eigentlich könnte das Märchen noch die schwarren Prinzessin heißen?
00:46:37: Ja!
00:46:38: Okay, sie heißt aber nicht so es ist nach dem Antagonisten benannt der verantwortlich ist für das Leid von Frau und Sohn.
00:46:45: Aber
00:46:46: ja du hast es ja schon ein bisschen abgewogen er handelt aufgrund einer Täuschung.
00:46:49: Er ist zunächst sehr leichtgläubig und impulsiv reagiert auf diese gefälschte Nachricht mit Zorn.
00:46:54: er ist manipulierbar er schaltet aus sein eigenes Gehirn eigentlich nicht ein
00:46:58: Ist vielleicht auch symptomatisch für Herrschende an manchen Ecken der Welt
00:47:03: nicht
00:47:03: mehr in Russland.
00:47:04: Also er
00:47:04: ist eigentlich wirklich der Gegenpol zu Guido'n, er ist eben nicht weitsichtig, ihm fehlt die Vernunft, er es angreifbar wenn du manipulierbar bist, wenn du da auf irgendwelche Tricks reinfällst.
00:47:16: das ist alles nicht so optimal.
00:47:18: aber am Ende erkennt er seine Familie wieder und er reagiert ja nicht ablehnt, er reaget auch nicht sauer sondern er reagirt mit Freude, er küsst seinen Sohn erscheint sich wirklich zu freuen dass er und seine Frau wieder da sind und das macht ihn ja schon zu einer vielschichtigen Figur, denn er ist hier nicht der klassische Bösewicht.
00:47:36: Der immer nur böse es ganz viele schlimme Dinge tut und dann am Ende eine schlimme Strafe kriegt weil man denkt wie denkt dass es gerecht?
00:47:41: Er is halt einfach nur kein guter Herrscher!
00:47:44: Im Film.
00:47:45: es ist ein bisschen psychologisierend ausgeschmückt als er dann zurückkommt und der Boyard sagt ihm dann mensch.
00:47:50: Und warum hast du denn die ins Meer waffeln lassen?
00:47:52: Was, das hab ich doch gar nicht!
00:47:54: Und weint dann da ganz lang und sitzt ganz traurig auf dem Thron.
00:47:56: Das ist so ein bisschen noch in die Tiefe geführt.
00:47:58: Es kommt hier im Originaltext aber nicht so ganz rüber.
00:48:02: Was glaube ich auch der Originaltext tut, dass er die Frage aufwirft was bedeutet Herrschaft denn eigentlich?
00:48:10: Gwidonsreich ist auffällig idealisiert Sultans Herrschaft ist durch Leichtgläubigkeit, Manipulierbarkeit geprägt und durchaus problematisch.
00:48:22: Und er merkt das ja auch gar nicht... Ich meine im Endeffekt sind es ja Frauenfiguren auf die ihn da verarschen und er merkte das ja nicht weil er sie immer am Hof behält.
00:48:32: Ja und am Ende ist der aber eigentlich noch gut zu ihnen.
00:48:34: Genau, da steht er!
00:48:35: Er schickt sie mit Hab und Gut.
00:48:36: Ich hatte
00:48:36: irgendwo anders hin.
00:48:37: Ich hatte erwartet, dass er kommt und schlägt ihm die Köpfe
00:48:40: auf.
00:48:40: Genau!
00:48:41: Und das ist auch total bemerkend.
00:48:43: Ja,
00:48:43: es war nicht krass.
00:48:44: Wir haben natürlich hier diese drei listigen Frauen... Im Prinzip ist ja auch interessant.
00:48:48: Die beiden Schwestern, die verschmäht werden sind neidisch.
00:48:52: Und die dritte Schwester, die quasi aus diesem Verbund rausgelöst wird,... ...die Barbarische ersetzt ja quasi diese Schwester mit der... Mit dem fehlenden Stück Boßheit vielleicht sogar.
00:49:02: Sie ist ja eigentlich die schlimmste von den dreien, würde ich sagen.
00:49:05: Sie sitzt ja auch in der Mitte und so.
00:49:06: also sie nimmt eigentlich diesen fehlende Platz der zu zahren werdenden Schwester ein.
00:49:13: Ja und am Ende ist denen niemand böse.
00:49:16: Am ende Geht wirklich alles gut aus?
00:49:19: Ja,
00:49:19: die sind blind und da hat eine geschwollene Nase.
00:49:23: Also das ist schon ...
00:49:24: Eine gewisse Strafe haben sie bekommen aber es ist nicht so ne Vergeltung wie wir das sonst haben oder sowas.
00:49:29: Es ist schon vergebend.
00:49:31: Nicht das mit negelausgeschlagende Fass wie sonst genau!
00:49:34: Und es ist ja auch nichts dafür dass die dafür gesorgt haben, dass die in das fass kommen und so.
00:49:38: Das ist nur dafür, dass diese Liste betreiben.
00:49:43: In dem Moment aber ansonsten also... Das fand ich schon sehr interessant.
00:49:47: Ich find das sehr bemerkenswert, weil wir haben ja in den letzten Folgen auch sehr häufig immer rausgestellt die Bösen müssen am Ende sterben damit Gerechtigkeitssinn befriedigt wird, damit diese Märchenhafte Ordnung wiederhergestellt wird und dass es hier eben so ein bisschen ausgehebelt.
00:50:00: Hier wird eher gesagt Die Ordnung wird wieder hergestellt Sobald die Wahrheit sichtbar wird.
00:50:05: In dem Fall hat das ja zufolge ist die Familie auch wieder vereint ist Und damit steht eigentlich Versöhnung viel mehr im Fokus als Rache oder Vergeltung.
00:50:15: Bestrafung.
00:50:16: Fand ich auch mal schön, muss ich sagen?
00:50:18: Finde ich auch!
00:50:18: Also es ist auch inhaltlich wirklich sehr bemerkenswert... Und man kann auf jeden Fall festhalten, dass Form und Inhalt hier sehr eng miteinander verbunden sind.
00:50:27: Die volkstümliche rhythmische Vergestaltung mit reim Wiederholungformelhaften Wendungen unterstützt eben diese märchenhafte Handlung in deren klare Ordnung.
00:50:36: Diese regelmäßigen Wiederholungsstrukturen und Steigerungsspiegeln dabei die Entwicklung Guidons vom ausgestoßenen und zum mächtigen Herrscher wieder und so macht die Sprache die zentralen Märchenprinzipien.
00:50:47: Wiederholingsteigung, Wunder nicht nur erzählerisch, sondern auch formal erfahrbar.
00:50:54: Weil die anderen Figuren haben das auch nicht dass sie irgendwie dann sauer sind.
00:50:57: also es ist zum beispiel auf saltan ist auch niemand sauer also weder seine frau noch guidon die sagen könnten hallo du hast überhaupt nichts gemacht oder sind sich gut nicht gesucht.
00:51:07: wir mussten hier gucken wie wir selber klar kommen.
00:51:11: Ja, auch wenn wir heute kein richtiges Länderspecial haben müssen wir uns in Umrest brissen zumindest die russische Märchenlandschaft ein bisschen anschauen um Pushkins-Märchen vielleicht noch etwas besser einordnen zu können.
00:51:22: Die Geschichte des russischen Märchens beginnt mit schriftlichen Aufzeichnungen im sechzehnten Jahrhundert.
00:51:27: Wir haben allerdings schon einen indirekten Nachweis Märchen gegeben hat aus dem zwölften Jahrhundert und zwar vom Prediger Kirill von Tudorff, der Leuten die Zitat heitnische Bräuche ausüben und Märchen erzählen.
00:51:41: Zitat Ende mit Höllenstrafen droht.
00:51:46: Also landen wir alle eine Etage tiefer
00:51:48: mal!
00:51:50: Hier um sixteenhundert setzt sich dann die Bezeichnung für diese Textgattung durch, die auch heute nach im Russischen verwendet wird.
00:51:55: Skaskar.
00:51:56: Vorher wurden auch Basnia bzw.
00:51:59: modernen russisch-Basnia das ist ungefähr so mit Fabel zu übersetzen beziehungsweise Baika dass ungefähr sowas wie Schwank.
00:52:07: Das ist schwierig von der Therminologie so ganz stringent durchzuhalten, weil es da geringe Unterschiede gibt.
00:52:13: Aber so grob kann man das sagen.
00:52:15: und in ja fast hundertfünfzig Folgen runde ich jetzt mal etwas auf Märchenport haben wir schon öfter festgestellt dass es da manchmal Fließenübergänge einfach gibt und heute einmal mehr.
00:52:25: dazu zählen bzw zählten in Russland eben historische Lieder sowie Eben also dieser Märchengattung teilt sehr der Beschwenke.
00:52:33: aber auch Popenteater war durchaus sehr beliebt in dieser Zeit.
00:52:37: Am Zarenhof Iwans des Schrecklichen gab es übrigens drei blinde Kreise, wie es geheißen hat.
00:52:42: Die zum Einschlafen Märchen erzählt haben, was war deren Hauptberuf?
00:52:46: Und Sitzhundertsiebenneunzig ist auch ein hauptberuflicher, ebenfalls blinder professioneller Märchenerzähler in St.
00:52:54: Petersburg nachweisbar der bei wohlhabenden BürgerInnen auftrat und seine Dienste in einer Zeitungsannounce tatsächlich angeboten hat.
00:53:02: Total cool!
00:53:04: Natürlich auf den Bauernhöfen oder im Gemeinfolk, sag ich jetzt mal.
00:53:07: Wir wurden natürlich auch Märchen dann erzählt von der Oberwäfe und U-Podner wie immer aber es gab da schon relativ früh professionelle Erzähler.
00:53:15: Spannend!
00:53:16: Also das fand ich wirklich interessant.
00:53:17: Ein bisschen wie in Irland?
00:53:19: Ja,
00:53:20: richtig genau.
00:53:21: Und mit dem professionellen
00:53:22: Märchen.
00:53:22: Genau, ja genau, richtig.
00:53:24: Im achzehnten Jahrhundert.
00:53:25: vor allem seit den siebzenundsechziger Jahren gab es immer mehr gedruckte Märchenbücher zum Beispiel Die Großmutter-Märchen von einsehntundachtundsiebzig, russische Märchen von siebzehnachzig bis dreienachzig.
00:53:40: Erzähle russischer Märchen für siebzen Siebenachzig oder mein Lieblingstitel Medizin gegen Trübsinn und Schlaflosigkeit oder echte russischem Märchen?
00:53:49: Von siebzentzechsundachzig.
00:53:52: Oder auch ein altes Lied auf neue Weise oder vollständige Sammlung alter einfacher Volksmärchen von Sitzhundertfünfundneinzig, die denn im neunzehnten Jahrhundert dann auch zum Teil weiter aufgelegt wurde.
00:54:04: Das ist
00:54:04: schon einiges, ne?
00:54:06: Auf jeden Fall!
00:54:07: Pushkin hatte also durchaus einen recht großen schriftlichen Fundus und gedruckten Fundus aus dem er eben schöpfen konnte.
00:54:13: Wir müssen uns für Augen führen in Deutschland gab es das erst eigentlich mit der grimmischen Sammlungen Achtzehnhundertzwölf Also doch da ein paar Jahre später von Museums, die deutschen Volksmärchen sind ja auch eher Kunstmärche als alles andere und die tragen den Titel hier auch nur so zu unrecht wie ich finde.
00:54:30: Aber eigentlich Volksmärtchen haben in Deutschland erst so richtig durch die Grimms Fahrt aufgenommen.
00:54:36: Der bekannteste und größte Märchensammler, über den haben wir auch schon mal zwischendurch gesprochen im Podcast in Russland war jedoch Alexander Nikolaevich Afanasiev.
00:54:44: dessen Sammlung von von den fallen hundert neunzehn auf die tiermärchen haben wir damals ja auch gehabt.
00:55:05: Den junger kranich und jungfer reier also hundertneunzehnt auf tiermärtchen, zweieinhalbundzwanzig auf zaubermärchin.
00:55:12: das ist eigentlich nicht viel wenn wir daran denken dass die zaubermärchende die eigentlichen märchen sind aber ganze fünfhundertsechzig wenn ich meine schrift richtig lesen kann auf schwankmärchan und der rest verteilt sich eben auf legendenmärche novellenmärchn und immerhin Märchen vom dummen Teufel, also auch in eine spezielle schwankhafte Richtung gehen.
00:55:35: Also deutlich über sechshundert, wenn wir jetzt die Teufl-Märchen dann noch mit einem beziehen möchten.
00:55:39: Also ungefähr die Hälfte sind wirklich Schwankmärchen.
00:55:41: Die eigentlichen Zaubermärche sind tatsächlich relativ wenige.
00:55:45: Mir ist jetzt gerade noch eingefallen ich hatte das doch mit dem Wolf erzählt ne?
00:55:49: Das Märchen von Ivan Tsarevich, den Feuerfuhr
00:55:53: und
00:55:53: dem grauen Wolf.
00:55:54: Stimmt!
00:55:55: Wo der Wolf nämlich der Helfer war.
00:55:56: Der Wolfsfolge.
00:55:59: Aber ich finde, also gewisse schwankhafte Züge finden wir auch beim Zahrensaltan wieder.
00:56:05: Aber durch diese ganzen Wundersachen und Verwandlungen ist es schon eher mit tierischem Anteil natürlich die schwarren Prinzessin den Geier
00:56:13: usw.,
00:56:13: wobei sie auch verwandelte Tiere sind.
00:56:15: Nöcke, Fliege, Vespe oder Rummel wirf immer... Insekten
00:56:18: im Märchen!
00:56:19: Da haben wir's wieder!
00:56:20: Mega keine Pinguina bei mir!
00:56:24: Ich würde sagen der Zaubermärchenanteil ist schon der größte Bedeutendste.
00:56:29: Würde ich auch sagen, wobei natürlich am Ende mit diesen letzten zwei Sätzen... Ja!
00:56:33: Ich war hier dabei und habe Mehl- und Bier getrunken und in meinen Badners gemacht.
00:56:38: Genau.
00:56:38: Das holt das natürlich total aus dieser Wunderwelt raus und ist ja ein totaler Bruch.
00:56:43: Richtig
00:56:44: genau wieder an die Realität zurück.
00:56:47: Wenn ihr euch jetzt fragt Mensch, wo bleibt denn die russischen Märchenfigur?
00:56:54: Spoiler Alarm dazu später mehr In einer anderen Folge.
00:56:58: Ja, nächste Folge!
00:57:02: Gucken wir uns erstmal den Autoren an bzw auch die Zeit in der Pushkin gelebt hat denn Pushkin hatten wir bisher im Podcast noch gar nicht und wir reisen mit ihm eben auch ineinander dass wir hier noch gar nich näher thematisiert haben Ihr
00:57:18: hattet gesagt, ihr hättet überhaupt keinen Berührungspunkt mit pushen?
00:57:21: Gar nicht.
00:57:22: Man verbindet ihn ja auch eher mit einem alkoholischen Getränk hierzulande.
00:57:26: Aber ich bin sehr froh, dass wir das jetzt geändert haben weil in erster Zeit ist fast schon das Fazit vorgegriffen.
00:57:31: aber ich finde es eine absolute Bereicherung und ich bin mega
00:57:34: fan.
00:57:34: Finde ich auch!
00:57:36: Ich habe in der Oberstufe mit Pushkin das erste Mal Kontakt gehabt und auch auf Russisch sofort.
00:57:40: Wir hatten mit einem holländischen Lyceum einen Austausch, in den Niederlanden gibt es diesen reddichten Dach wo dann eben Gedichte gegenseitig vorgetragen werden Und da hat eine Mitschüllerin mit russischer Herkunft dann ihren Prolog von Ruslan und Ljudmila auf russisch vorgetragend.
00:57:56: Das war mein erster Ja total!
00:58:00: Also ich hab mir die Übersetzungen sofort geben lassen um zum Teil verstanden cool gemacht.
00:58:04: Kann übrigens fast jeder Russe jeden Russen auswendig, zumindest teile des Prologs auch ganz viele Russlanddeutsche die ich kenne, die hier schon geboren sind oder als ganz kleine Kinder nach Deutschland gekommen sind.
00:58:13: Die können da zumindest Auszüge aus diesem Prolog von Russland und Südmiller.
00:58:16: das ist so ja für einen nationalen E-Boss fast, dann können sie wirklich auswändig.
00:58:20: Okay, sieht man?
00:58:21: So ganz unwichtig kann Pushkin also nicht sein.
00:58:24: Und da wir hier ja wie ihr ganz vielleicht mitbekommen habt viel Wert auf den zeitgeschichtlichen Kontext legen werden wir uns bevor wir uns näher mit der Person Pushkin beschäftigen vorab einmal ganz kurz ansehen wie Russland zu Lebzeiten Pushkins eigentlich so war Denn das ist für seine Biografie wichtig und damit wahrscheinlich ganz leicht auch für seinen literarischen schaffen.
00:58:46: nach Gregorianischem Kalender geboren, in den Sebenhundert und neunundneinzig gestorben.
00:58:51: Was war denn zu dieser Zeit in Russland los?
00:58:54: Pushkin selbst lebte ja offensichtlich nicht sehr lang, er lebte aber eine spannungsreiche Phase der russischen Geschichte.
00:59:01: Das Ende der Herrschaft Katharina ist der Großen, die siebzhnundsechsundneinzig zu Ende ging durch ihren Tod.
00:59:07: Russland aber seit siebzehntzeigundsechzig regiert und geprägt hatte – nicht umsonst trägt es eben den Beinnahmen die Große!
00:59:14: Sie hat die ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung ihres Landes maßgeblich vorangetrieben und gegen Ende ihrer Herrschaft war Russland in die europäische Elite-Kultur aufgestiegen und war auch geografisch weiter nach Europa vorgedrungen.
00:59:27: Isohn Paul, der Erste folgte nach und herrschten nur von siebzunhand sechsundneunzig bis achtzundhunderteins.
00:59:33: Und in seiner kurzen Regentschaft verfügte er in allen Dingen das genaue Gegenteil dessen was zu Zeiten seiner Mutter angeordnet
00:59:39: worden war.
00:59:40: War vielleicht auch nicht die beste Idee?
00:59:44: Ja man sagt es tatsächlich auch dass es möglicherweise gemacht hat weil er sich von seiner Mutterzeit lebensgedehmütig gefühlt hat und er hat sich eben sehr an seinem Vater Peter
00:59:53: orientiert.
00:59:54: Danke!
00:59:55: Sie war ja auch Deutsche Herkunft.
00:59:56: Genau,
00:59:57: Anhalt zerbst glaube ich?
00:59:58: Ja, ich glaub schon.
00:59:59: Genau.
01:00:00: In jedem Fall wurde ihr Sohn Paul bei einem Attentat mit seiner eigenen Schärfe erdrosselt nachdem er sich geweigert hatte seine Abdankung zu unterschreiben.
01:00:07: Ist
01:00:07: nur konsequent.
01:00:09: Und die Absetzung allerdings nicht.
01:00:11: der Mord soll mit dem stillen Einverständnis von Pauls Sohn Alexander geschehen sein, der nach der Tat als Alexander der Erste auf den Thron kam.
01:00:20: Alexander der erste wiederum galt als eher weich und sentimental.
01:00:24: sich wohlwollend und für Ideale begeistert, aber auch als schwach und unbeständigt.
01:00:29: und schon früh begann seine Bereitschaft alles Unangenehme irgendwie bei Seite zu schieben.
01:00:34: Ja er starb dann auch schon Und Jahrzehnte lang ging die Sage um, ja, Kaiser Alexander ist gar nicht wirklich gestorben.
01:00:43: Sondern er hat seine Regentschaft nur freiwillig abgelegt und sich zurückgezogen, lebt jetzt als Einsiedler.
01:00:49: Man hat ihn auch schon ganz oft als uralten Mann gesehen.
01:00:52: Heimlich lebte an einem verborgenen Ort und berät dort einige Größen des Reiches.
01:00:57: Mit Elvis Presley und Macke Jackson Argentinienis?
01:01:00: Genau!
01:01:00: Ja natürlich es ist eine totale Verklärung aber das ist... Sehr wichtig, deswegen habe ich euch das erzählt.
01:01:06: Weil diese Verklärung folgt der Reaktion auf die Herrschaft seines Nachfolgers Nikolaus dem Ersten.
01:01:11: Der regierte wiederum von eighteenundfünfundzwanzig bis achtundfünfundfünfzig und er errichtete ein autoritäres Regime und war sehr, sehr konservativ.
01:01:21: Und in seiner Regenschaffzeit entstand achtundhundertdreißig eben auch vom Zahrensaltan.
01:01:27: Wenn wir an das denken was wir gerade im Interpretationsteil zum Thema Herrschaft gesagt haben dann ist der Zusammenhang zum zeitgeschäftlichen Kontext natürlich sehr deutlich.
01:01:37: Ja, abgesehen jetzt von den ganzen Intrigen und Rahmen die sich da am Zarenhof abspielten.
01:01:42: Wie war Russland sonst?
01:01:43: Es war eine extrem hierarchische Gesellschaft rechtlich in verschiedene Stände gegliedert – ganz oben stand der Adel darunter unter anderem Geistlichkeit, die städtische Bevölkerung und die Bauern.
01:01:53: Und die Baueren das war die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung.
01:01:56: Russland war eine ausgesprochen agrarische Gesellschaft.
01:02:00: Städte spielten im Vergleich zu Westeuropa noch relativ geringe Rolle, noch Mitte des neunzehnten Jahrhunderts lebte die große Mehrheit der Bevölkerung auf dem Land.
01:02:09: Ja und ein großer Teil der Bauern waren Leib-Eignern.
01:02:13: Und die Leibeigenschaft?
01:02:15: Christian ließ mal wie das auch russisch
01:02:18: heißt.
01:02:19: Oh je!
01:02:19: Das muss ich mir überlegen.
01:02:21: Krepost neue Prava.
01:02:24: Vielen Dank Ja, die bedeutete des Bauern an einen Grundherren beziehungsweise an dessen gut gebunden waren.
01:02:30: Sie waren jetzt kein Sklaven im exakt gleichen rechtlichen Sinn wie die fast klaffenden Menschen in den amerikanischen Kolonien aber ihre persönliche und wirtschaftliche Freiheit war natürlich massiv eingeschränkt.
01:02:40: Grundherden konnten beispielsweise bei Arbeitspflichten Aufenthaltsmöglichkeiten und ihnen erheblichem Maße über das Familienleben ihrer Leib eigenen bestimmen.
01:02:47: Die Bedingungen konnten je nach Gut- und Grundherr stark variieren, waren aber häufig sehr, sehr hart.
01:02:53: Aber ich glaube, die Leiburgenschaft hier wurde ja auch erst abgeschafft mit Auflösung des heiligen Römischen Reiches.
01:03:01: In Russland war es in den Jahren eighteenundsechzig.
01:03:04: Also soziale Mobilität war wie wir das auch aus Westeuropa natürlich kennen sehr gering und der Zahn deswegen habe ich das auch erwähnt
01:03:12: war
01:03:12: vor allem Autokrat.
01:03:14: er war nicht bloß ein Monarch wie beispielsweise ein konstitutioneller König in Großbritannien beziehungsweise dann achtzenden noch weiß ja Königin mit Queen Victoria.
01:03:22: Die Herrschaft von Nikolaus I. war wesentlich weniger durch ein Parlament oder eine Verfassung begrenzt und unter ihm wurde dieses autokratische Prinzip auch besonders stark betont.
01:03:33: Denn, in den letzten Jahren gab es den sogenannten Decapristenaufstand.
01:03:38: Und durch den hat Nikolos der Erste eine richtige Angst vor Revolutionen und politischer Opposition entwickelt.
01:03:44: Das ist ein gescheiterter Putsch liberaler Offiziere am sechsten, zwanzigsten Dezember, achtundhundertfünfundzwanzig an seinen Petersburg gegen das autokratischen Zarenregime.
01:03:53: Da haben rund dreitausend aufständische Soldaten offiziert eben die sogenannten Dickerbristen.
01:03:58: Das leitet sich vom russischen Wort für Dezember ab und das heißt
01:04:02: dickjabre.
01:04:03: Danke!
01:04:04: Die haben sie auf dem Senatsplatz versammelt, haben sich geweigert den Eid auf den Kaiser zu schwören und eine Verfassung, Pressefreiheit und das Ende der Leib-Eigenschaft gefordert.
01:04:14: Der Aufstand wurde niedergeschlagen und führte dazu dass Nikolaus Herrschaft von Zensur Überwachung und politischer Repression geprägt war.
01:04:22: Und das berühmte Prinzip seiner Herrschaft lautete Ortodoxie, Autokratie und Nationalität.
01:04:28: Und ich will der Jenny jetzt noch nicht viel vorgreifen aber...
01:04:31: mach mal!
01:04:32: Für Pushkin war der Decapristen-Aufstand auch ein wichtiges Ereignis denn er hatte Verbindung zu mehreren Decapristen und teilte auch manche ihrer freiheitlichen Vorstellungen.
01:04:42: Deshalb stand er selbst unter besonderer Beobachtung und auch von der Zensur war Pushkin Betroffen habe ich vermute.
01:04:49: dazu sagst du vielleicht gleich noch was Wir nehmen.
01:04:51: erstmal mit Russland war vor allem konservativ und autoritär, aber es war auch nicht statisch.
01:04:58: Es gab wirklich einen enormen Spannungszustand zwischen Tradition und Modernisierung.
01:05:03: Kann man sich auch vorstellen, wenn Katharina die große vorgeprescht war dann gab es diese Rückbesinnung.
01:05:08: Dann gab's irgendwie einen kurzen schwachen Herrscher und dann gab's diesen extremen Rückkehr zum Konservatismus.
01:05:13: aber diese Ideen von Liberalität, die brodelten natürlich weiter.
01:05:18: das heißt da stammen sich auf der einen Seite leipeigenschaftautokratische Herrschaft Ständigseltschaft orthodoxe Tradition Und eben diese überwiegend agrarische Wirtschaft gegenüber.
01:05:26: Auf der anderen Seite gab es aber auch die zunehmende Industrialisierung, gewachsenen Handel, europäische Bildungsideale eine gebildete städtische Elite neue literarischen philosophische Strömungen und auch einer Auseinandersetzung mit liberalen Ideen aus Westeuropa.
01:05:41: Denn das ging natürlich an Russland nicht vorbei.
01:05:44: beispielsweise durch die napoleonischen Kriege hatten ja viele russische Offiziere und Adlige mit westeuropakontakt Und dadurch entstand dann schon ein Bewusstsein dafür dass Russland gesellschaftlich und politisch hinter den anderen europäischen Staaten vielleicht hinterher hinken könnte, wenn man jetzt sich wieder komplett in diesem Konservatismus ergeht.
01:06:03: Und gerade bei Katharina war es halt genau das Gegenteil.
01:06:05: Es wäre eine Öffnung gegenüber dem Westen.
01:06:07: also viele Sachen sind dann erst nach Russland auch gekommen... durch die deutsche Sprache.
01:06:13: Viele Germanismen sind in dieser Zeit ja dann ins Russische gekommen, wie das berühmte Butter der Brot.
01:06:18: Ja?
01:06:18: Also es ist nicht unbedingt Butter und ... Aber es ist schon so eine ... Wie heißt das?
01:06:22: auf so einen Schnitt oder so?
01:06:24: Und Schlagbaum zum Beispiel ist auch ein aus dem Deutschen übernommendes Wort.
01:06:29: Das bleibt natürlich hängen.
01:06:32: Wenn wir von diesem historischen Hintergrund mal wieder so aufs Nähchen schielen, dann fallen da ja schon auch ein paar Dinge auf den Ja, okay.
01:06:40: Wir haben Märchen ist jetzt vielleicht erst mal nicht so politisch.
01:06:43: Okay, Zahr und Zahren vielleicht?
01:06:45: Aber sonst haben wir halt diese Insel mit diesen Wunderwesen ganz viel Magie und sowas die schwachen Prinzessin.
01:06:52: aber die Welt des Märchens ist ebenfalls extrem hierarchisch organisiert.
01:06:57: Es gibt den Zahr, die Zahrin, den Fürsten wo Jahren Volk und die Diener.
01:07:01: Und auch da spiegelt sich ja sprachlich finde ich wieder also es immer der goldene Herrschersaal.
01:07:07: Richtig, genau.
01:07:08: Und in diesem Zusammenhang wird natürlich auch die Frage aufgeworfen was macht denn einen guten Herrscher eigentlich aus?
01:07:14: Soltan besitzt zwar die höchste Macht aber er ist leicht manipulierbar.
01:07:18: Er kann aufgrund einer falschen Nachricht über Leben und Tod entscheiden.
01:07:22: also er hat absolute Macht alles ist ihm untergeordnet.
01:07:25: Widon hingegen muss seine Herrschaft erst aufbauen und legitimieren und das ist natürlich spannend Denn Soltahn hat Macht durch Geburt und Amt Glidon jedoch, er weiß sich durch Handeln als Herrscher.
01:07:38: Von dem historischen Hintergrund einer autokratischen und streng-hierarchischen Gesellschaft erhält die Frage nach guter richtiger Herrschaft gerechter Herrschaft in vom Zarenzaltan ja eine zusätzliche Resonanz.
01:07:51: Und ich glaube Pushkins Biografie wird diesen engen Zusammenhang zwischen historischem Kontext und den Märchen von Zarenzeilthahn auch weiter untermauern.
01:08:01: oder liebe Jenny?
01:08:02: Auf jeden Fall.
01:08:03: Ich mein gerade dieses Geburtsrecht, das wird ja total in Frage gestellt?
01:08:08: Yes!
01:08:25: Ach komm, sag mal nochmal den vollen Arm.
01:08:27: Richtig schön!
01:08:28: Alexander Sergeyevich Pushkin
01:08:31: Vielen Dank!
01:08:33: Geboren am sechsten Juni, siebzehnundat neunneunzig in Moskau gestorben am zehnten Februar, achtzehnhundertsehntreißig in St.
01:08:40: Petersburg.
01:08:41: Ich muss schonmal vorab sagen ich fand irgendwie die Biografie Echt ungewöhnlich und echt cool.
01:08:47: Also, das war so ... Sonst hab ich immer bei Biografien oft so, wie ich mir denke, ja okay.
01:08:52: Wagenweilig!
01:08:53: Ja ist halt so ne?
01:08:54: Dann sind es Juristen, dann ist dies, da ist das... Okay, ne?
01:08:57: Sind halt gebildet.
01:08:58: Aber bei ihm war das echt so, ich dachte ach krass, okay.
01:09:02: Ich bin total gespannt, ich weiß nur eine Sache.
01:09:04: Nämlich, wie er gestorben ist, deswegen bin ich gespannt, was man noch so kommt.
01:09:07: Das fand ich auch heftig.
01:09:08: Da hast du gar nicht mitgerechnet.
01:09:10: aber gut, jetzt habe ich genug gespeulert.
01:09:12: Das
01:09:12: Beste kommt zum Schluss.
01:09:14: Ja, Pushkin stammte väterlicherseits aus einem alten Adelsgeschlecht.
01:09:18: Sein Urgroßvater mütterlicherseits war ein etiopischer Sklave der dem Zaren Peter den Großen geschenkt wurde und sein Patenkind wurde.
01:09:27: Schon krass, dass man damals Menschen verschenkt hat einfach!
01:09:31: Nach dem Abschluss des Lycium, in den letzten Jahren wurde Pushkin als Beamter im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten angestellt.
01:09:40: Da fing das bei mir so an, wo ich dachte, langweilig!
01:09:43: Aber nein, er interessierte sich stark vor das Theater und setzte sich für die Weiterentwicklung der russischen Sprache
01:09:51: ein.
01:09:52: beeinflusst von den Ideen der französischen Revolution, Griffer in politischen Sportgeschichten, den Zahren und einige Minister an.
01:10:00: Und wurde deshalb nach Südrussland verbannt.
01:10:03: Da dachte ich mir schon, oh krass!
01:10:05: Okay, der hat echt Mumm?
01:10:07: Ihrem Mann.
01:10:07: Er ist so... ...und einer Verbandung sagt nach Sibirien Da muss ich dann direkt mein Jacke anziehen.
01:10:14: Gott, stell mal vor du wirst aus Sibirien verbannt.
01:10:17: das ist aber kalt!
01:10:19: Aber auch total spannend weil wir auch immer... Weil ich ja auch immer gerne über Epochen
01:10:23: reden,
01:10:24: dass wir auch hier wieder mal sehen was für weite Kreise die Aufklärung gezogen hat und wie wir aber dann auch im neunzehnten Jahrhundert diese Idee der Romantik von nationalem Schriftgut erzählt gut zu bewahren.
01:10:38: große Russland gezogen ist.
01:10:41: Ja, und dass auch andere Literaten sich davon was angenommen haben und gesagt haben okay wir wollen diese Gesellschaftsordnung nicht mehr in unserem Land haben.
01:10:49: irgendwie muss man was ich meine das ist ja auch mutig da wirklich dann zu schreiben und versuchen damit auch irgendwie etwas auszulösen und was dagegen zu tun.
01:10:57: umso tragischer ist es dass solche Fakten aktuell wieder aus den russischen Geschichtsbüchern der Schulen gestrichen werden.
01:11:03: bei uns hoffentlich.
01:11:06: Ja, einer Verbandung nach Sibirien entging er durch die Protektion einflussreicher Freunde.
01:11:11: Jedoch musste er Petersburg wegen einer Versetzung zu General Insoff... ...nach
01:11:16: Je-Katharina-Slav!
01:11:17: Das
01:11:18: ist je Katharinenburg?
01:11:20: Ja denke ich monne Im Frühsommer verlassen.
01:11:23: In der Verbandung schrieb Pushkin seine romantischen Poeme, Der Gefangene im Kaukasus, die Zigeuner, und die Raubbrüder.
01:11:32: Da haben wir wieder seine Romantische Poeme.
01:11:34: Das heißt nicht das ist Liebeslyrik, sondern das ist Lyric in Sinne der Romantik-Epoche!
01:11:40: Vielen Dank für diese sehr wichtige Ergänzung.
01:11:42: Ich bin ein Romantik-Fangleich!
01:11:44: Als
01:11:45: hätte man das gewusst...
01:11:47: Nein, aber ich finde es total spannend weil wir nehmen ja die Grimms immer so als Ausgangspunkt und man sieht sind wirklich einen Ausgangspunkt Aber dass geht in die Welt hinaus.
01:11:55: Das war weltweit ein Phänomen
01:11:58: Genau und dann wird's dramatisch.
01:12:01: Und er wurde dann auf das älterliche Gutverband, wo er während der nächsten Jahre unter ständiger Aufsicht der Behörden lebte.
01:12:14: Nur weil du einfach was gesagt hast?
01:12:17: Was den Herrscher denn nicht passte!
01:12:19: Ja
01:12:20: aber auch letztlich stellt die ganze Legitimation der Herrschaft im
01:12:24: Saar,
01:12:25: oder?!
01:12:25: Natürlich ja!
01:12:26: Nach dem Tod des Zahren Alexander I., deknaht und durfte wieder nach Moskau und nach St.
01:12:33: Petersburg zurückkehren.
01:12:35: Und jetzt kommt das, was du vorhin erzählt hast, Ela.
01:12:38: Wegen Pushkins-Verbindungen zu den Dekabristen – die muss ich ja nicht mehr erklären – wurde nicht nur seine Arbeit sondern auch sein Leben streng überwacht.
01:12:53: Im
01:12:54: Jahr eighteenhundertdreißig
01:13:05: heiratete er Natalia Goncharova mit der er vier Kinder hatte.
01:13:09: Das Paar zog nach St.
01:13:10: Petersburg, wo es nur durch Unterstützung von Goncharovas wohlhabender Verwandtschaft am Mondänen Leben des Zahrenhofes teilnehmen konnte – also er war jetzt auch nicht so reich.
01:13:21: Im Winter des Jahres achtzehnhundertsieben dreißig duelierte er sich in Folge einer Intriege mit dem französischen Gardeoffizier Georges Danté Ist ja ein apostrophieres Video.
01:13:35: Wurde dabei schwer verletzt und starb zwei Tage später an den Folgen der erlittenden Schussverletzung.
01:13:42: Und ich habe noch mal gelesen, das fand ich total wie in so einem
01:13:47: Film.
01:13:48: Weil
01:13:49: dieser Gardeoffizier hat seiner Frau irgendwie immer Erwohnungen gemacht und nachgestellt.
01:13:54: Das konnte er dann gar nicht billigen
01:13:56: Ihre genommen.
01:13:57: Genau,
01:13:58: deswegen kam es zu diesem Duell und er wurde dann so schlimm im Bauch verletzt durch den Schuss dass er das nicht überleben konnte.
01:14:06: und der andere der Jochster wurde irgendwie nur an der Schulter hat er ihn nur getroffen.
01:14:10: Der wurde aber tatsächlich aus Russland ausgewiesen Und vor seinem Tod hatte Pushkin noch den Zaren um Verzeihung für das Duell gebeten wenn man würde, falls er das nicht überleben würde.
01:14:28: Und es gab dann tatsächlich auch Gerüchte, weil du vorhin auch von so Gerüchten über den Zahren erzählt hast, es gab auch Geröchte über ihn?
01:14:35: Dass er gar nicht bei dem Duell irgendwie gestorben ist oder dass sich um einen Selbstmord gehandelt hatte ... Das fand ich irgendwie auch ein bisschen hähdachtig.
01:14:44: warum aber mit dem Duel, das fand ich schon echt crazy!
01:14:47: Ja ja, man kennt das nur sonst aus dem Fernsehen.
01:14:52: Genau Und er hat noch einige berühmte Märchen verfasst.
01:14:56: Zum Beispiel vom Fischer und dem Fischlein, die Rosalka... ...und das Märchen von der Totenzahrentochter und den Siebenrecken.
01:15:04: Das
01:15:04: ist eine Variante von Schniewittchen?
01:15:06: Ja, Pushkin ist ein sehr wichtiger Dichter in Russland und gilt den meisten seiner Landsleute auch als der russische Nationaldichter schlechthin.
01:15:14: Mit weitem Abstand vor im Ausland wohl bekannteren Schriftstellern wie Tolstoy, Dostoevsky, Gogol oder Pasternak.
01:15:20: Bis zum Einmarsch Napoleons in Moskau-Achtzehnhundertzwölf sprach die russische Oberschicht französisch.
01:15:26: Nach dem Brand Moskaus fragte man sich dann warum man eigentlich die Sprache des Feindes spreche?
01:15:32: Das ist eine gute Frage!
01:15:35: Und Pushkin bereitete in seinen Gedichten, Dramen und Erzählungen der Verwendung der Volkssprache den Weg.
01:15:42: Er schuf einen erzählerischen Stil der Drama Romantik und Satire mischte – ein Stil, der seitdem untrennbar mit russischem Literatur verbunden ist und zahlreiche russische Dichter sehr stark beeinflusste.
01:15:54: Pushkin selbst fand Inspiration bei Voltaire Und es gibt auch einen Alexander Sergei Juvitsch Pushkin-Preis und die Pushkinmedaille wurde ihm zu Ehren benannt.
01:16:07: In Russland tragen zahlreiche Einrichtungen Pushkins Namen, und es gibt ein Pushkinmuseum.
01:16:13: In der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone also auch der DDR wurden gemäß Ausrichtung auf die Sowjetunion zahlreichen Straßen nach Pushkin benannt.
01:16:23: Ich glaube in Berlin gibt's ja eine große Pushkinallee
01:16:26: Also ein sehr bedeutender Mann für die russische Literatur.
01:16:31: Ja, dann schauen wir uns doch mal an was dem charakteristisch für seine Märchen ist und da haben wir ja am Beispiel vom Zarenzaltan glaube ich schon einige sehr repräsentative Aspekte rausgefunden.
01:16:43: es ist zum einen natürlich die Verbindung von Volks- und Kunstmärchen in ihrer lyrischen Ausgestaltung.
01:16:49: Pushkin greift eben auf russische Volksmärchenlegenden und volkstümliche Erzählweisen zurück, gestaltet sie aber ganz bewusst literarisch.
01:16:55: Er übernimmt typische Märchemotive, gibt ihnen jedoch eine eigene Sprache, Kompositionen- und Figurenzeichnung.
01:17:01: Fährsmärchen statt Prosamärchen – ein wesentliches Merkmal ist die gebundene Sprache.
01:17:06: Pushkins Märchen sind überwiegend in Fersen verfasst und verbinden damit.
01:17:10: Episches Erzählen mit lyrischem Mittelrhein-Rhythmus Klagen, Wiederholung und formelhafte Wendungen sind zentral!
01:17:16: Dann haben wir die Mündlichkeit als literarisches Stilmittel.
01:17:19: Puschgen imitiert häufig den Ton eines volkstümlichen Erzählers, ich meine allein da musst du erst mal diese Idee haben und das dann so meisterlich umsetzen?
01:17:27: Das ist schon genial!
01:17:29: Und dazu gehören eben Wiederholung einfach und eingängige Satzstrukturen formelhafte Wendungen, die direkte Anrede, Dialoge, rhythmische und lautmalerische Elemente.
01:17:37: Es entsteht der schon besagte Eindruck man höre einem Erzähler beim Märchen erzählen zu.
01:17:42: Natürlich haben wir ganz typische Märchenmotive, aber auch die sind individuell ausgestaltet.
01:17:48: Klassische Elemente wie Dreizeilprüfung, Verwandlung, wundersame Helfer magische Gegenständen, Neid, Intrigen, Aussätzen Wiedervereinigung und Belohnung sind ganz klassisch Märchen, aber sie sind nicht schematisch sondern kombiniert und variiert.
01:18:03: Humor- und Ironie haben wir schon angesprochen.
01:18:05: ist es alles nicht so biererns, sondern das hat oftmals wirklich eine sehr schöne Leichtigkeit.
01:18:11: Pushkin durchbricht, damit auch so ein bisschen die Illusion der Märchenwelt und Macht erzählen selbst erlebbar.
01:18:18: oder den Erzähler auch sichtbar.
01:18:20: Nehmt das ein bisschen Patos raus, ne?
01:18:22: Ja genau!
01:18:23: Dann haben wir eine Übersteigerung in diese fantastische Fülle.
01:18:26: Pushkins Märchen lieben das wunderbare und übertriebene riesige Helden, fantastische Tiere, unfassbarer Reichtum.
01:18:33: alles ist gold- und glitzert magische Verwandlungen und eine außergewöhnliche Schönheit.
01:18:39: trotz dieser ja fast schon ab Gehobenheit gibt's schon auch eine Nähe zum Alltag.
01:18:44: Puschkins Märchen haben etwas Erstaunliches, denn die Figuren sprechen oft relativ direkt und menschlich miteinander.
01:18:50: Es gibt Essen-, Trinken-, Arbeithandel, einfach so neue Familienkonflikte, soziale Beziehungen... Das überein.
01:18:56: natürlich steht damit neben dem Alltäglichen ohne dass ein Bruch entsteht das coexistiert.
01:19:01: Also es ist ja oft dann auch oder teilweise verknüpft.
01:19:03: eben dieses nüsse knackende Eichhörnchen, das ist ja was Alltägliches.
01:19:06: aber dann sind die Nüsse eben halt besonders aus Gold uns baragt ne?
01:19:09: Schönes
01:19:10: Beispiel!
01:19:11: Und dann haben wir natürlich auch hier soziale und menschliche Konflikte.
01:19:16: Pushkin interessiert sich nämlich nicht nur für das Wunderbare oder verliert sich da drin, sondern er bringt es immer in Einklang mit menschlichen Eigenschaften.
01:19:24: Er besagt den Nightgier Eitelkeit, Leichtgläubigkeit, Liebeleuer, die tilt Großzügigkeit.
01:19:29: Dadurch bekommen seine Märchen eine ja schon gewisse... psychologische und gesellschaftliche Dimension, obwohl sie in ihrer märchenhaften Struktur bleiben.
01:19:38: Und Puschkins Märchen sind keine Leer-Fabel!
01:19:42: Sie haben zwar eine klare moralische Ordnung, sind aber nicht darauf ausgerichtet dem leserne explizite Moral zu vermitteln.
01:19:49: oder was pädagogisches, was die Grims ja bezwecken wollten?
01:19:53: Ich finde das ist ne gute Mischung aus Moral und Unterhaltung auch und Humor.
01:19:57: Genau
01:19:58: Das sieht man ja auch am Beispiel von Gut und Böse sehr deutlich erkennen, weil wir wissen eigentlich sofort wer ist der Böse und wer es hier unser hält.
01:20:06: Aber sie sind eben ambivalenter.
01:20:08: Zahr-Saltan ist ein Beispiel dafür.
01:20:09: Das ist so ein bisschen humorvoller als das im klassischen Volksmärchen der Fall wäre.
01:20:14: Ja und dann haben wir den Punkt dass Literatur und Volkskultur bewusst miteinander verbunden werden und das ist vielleicht auch der wichtigste Punkt überhaupt.
01:20:22: Pushkin macht aus dem Schein mal einfachen Volksmärchen anspruchsvolle Literatur ohne ihm seine volkstümliche Wirkung zu nehmen.
01:20:30: Und damit zeigt er ja eigentlich, was Volksmärcheln für einen Wert auch besitzen.
01:20:35: und genau deshalb ist vom Zahrenzaltan auch ein sehr anschauliches Beispiel für Pushkins-Märchen im Allgemeinen.
01:20:42: man findet darin praktisch alle diese Eigenschaften wieder.
01:20:46: Ja wir haben ja schon gehört in Russland gilt Pushkin als Nationaldichter und hier bei uns ist er weitgehend unbekannt.
01:20:54: Man kennt den Namen, irgendwer hat ihn schon mal gehört kann aber im Zweifel zwar nicht einmal ein wirkliches Werk zu ordnen.
01:20:59: Ja so ist das auch bei mir
01:21:01: auswählen?
01:21:02: Also wenn man musikalisch interessiert ist wie ich dann weiß man durch irgendwie Tchaikovsky-Opern zum Beispiel Evgenia Nyagin oder Pik Dame oder so.
01:21:10: Aha!
01:21:10: Das beruht auf einer Geschichte oder einem Gedicht eben von Pushkin und kennt dann über die Oper vielleicht die Handlung durch Märchenfilme, die dann auch deutsch synchronisiert vorliegen.
01:21:21: Das sind aber die einzigen Anknüpfungspunkte und ich habe mich gefragt woran liegt das?
01:21:25: Also ich hab versucht mehrere Ebenen herauszufinden ergänzt gerne also.
01:21:28: Ich glaube ein Problem ist dass Pushkins Hauptwerke tatsächlich in Fersform in Reimen geschrieben sind Und ich meine, ihr kennt das wahrscheinlich noch aus der Schule Übersetzung von Shakespeare so nette.
01:21:42: Da haben wir auch mal besprochen und irgendwie sechs verschiedene Übersetzungen nebeneinander gelegt.
01:21:46: Und jeder hat ihre Vorzüge, ihre Schwächen, ihre Nachteile... Die Übersetzung die wir jetzt vorgelesen haben, die fand ich ziemlich gelungen oder so?
01:21:52: Also ich möchte mir nicht anmaßender die pushkinischen Feinheiten des Originaltextes herauslesen zu können gerade auch was Ironie und so angeht ist ja auch zeitgeschichtlich immer ein bisschen anders.
01:22:06: sprachlich und stilistisch so adäquat zu übertragen, dass die Fährsform unters Reimschimmarbeit zu behalten unter noch den Witz nicht zu verlieren.
01:22:16: Das ist eigentlich fast unlösbons!
01:22:18: Ich glaube es gibt da schon relativ gute Übersetzung aber diesen Geists Original Textes wird man wahrscheinlich nie so richtig durchdringen können.
01:22:27: Wir hatten das ja auch schon auf, durch Übersetzung geht ja immer etwas verloren.
01:22:30: du gibst auch immer eine eigene Interpretation zwangsläufig damit rein.
01:22:34: es ist immer eine gewisse Verfälschung.
01:22:36: Ja
01:22:37: Es gibt zwar einen Roman von Pushkin aber der ist auch nicht irgendwie so bekannt.
01:22:41: also er steht eben im Schatten.
01:22:43: großer Name wie Dostoevsky Tolstoy und das ist was wir mit russischer Literatur verbinden.
01:22:49: Und in Russland ist es auch so dass Tolstoi oder Dostoyevski natürlich gut und groß rezipiert werden.
01:22:55: Aber diese Poleposition, sag ich mal hat eben Pushkin inne und hier bei uns in Deutschland ist er eher eine Randfigur.
01:23:02: Und das finde ich eigentlich sehr schade.
01:23:04: Außer dass Mech vom Zahrensaltan gibt es noch von Alexandre Ptushko auch eine Verfilmung von Pushkins Fers Epos Ruslan und Lyudmila aus dem Jahr.
01:23:14: das ist Obtoshkos letzter Film.
01:23:16: Der Zahr Saltan war sein vorletzter Film, wie gesagt die Hauptzeit seiner Schafe in den Fünfzigerjahren.
01:23:22: Er wurde dafür quasi extra nochmal aus dem Ruhestand geholt dass er noch mal diese großen fuschkinischen Eben dann monumental festhält.
01:23:30: Er hatte halt einfach in den fünfzigern also Farbfilmen in den fünftigern war ja was besonderes und auch im hier Kinoskop, also Breitbild.
01:23:36: Das war schon etwas Besonderes.
01:23:39: die da nicht ein Regisseur haben, der Qualität liefert und diese Qualität wollten sie unbedingt für die Verfilmung der Pushkin-Werke haben.
01:23:48: Und das zeigt noch einmal mehr, den Stellenwert, den Pushkin eben in Russland hatte und auch weiterhin hat.
01:23:54: Das ist ja gerade schon so ein bisschen angedeutet natürlich in der DDR durch die Völkerfreundschaft mit der Sowjetunion zumindest die Offizielle.
01:24:00: wie es dann in der Realität aussah kann man sicherlich auch drüber streiten.
01:24:04: aber da wurde Pushkin natürlich dann auch in der Schule wesentlich mehr rezipiert als dass in der BRD der Fall war und eben nach der Wende ist er auch relativ eingeschlafen.
01:24:13: Von daher zeigt da auch noch mal wieder die deutsch-deutsche Geschichte, inwieweit auch Rezeption anderer Kulturen oder anderen Werke literarischer und musikalischer Werke wie immer eben sich durch das ändern kann.
01:24:25: Wir müssen uns klar machen.
01:24:26: Klar von einigen russischen Filmen oder sowjetischen Film muss man ja eigentlich genau sagen gibt es auch Synchronisationen aus der BRD.
01:24:33: aber die Allermeisten wurden halt durch Idee für eine DDR synchronisiert.
01:24:37: Und wenn das nicht eben die sowjetisch besetzte Zone gewesen wäre hätten wir von ganz vielen Filmen wahrscheinlich keine deutsche Synchronfassung.
01:24:44: Also das will jetzt nicht irgendwie sagen, dafür hat sich es aber gelohnt, die DDR und die Mauer zu haben um Gottes Willen.
01:24:50: Aber wir müssen ganz klar sehen, dass ist ein großes Ganzes was man wieder zusammenhängt.
01:24:54: Und wenn's das nicht gegeben hätte, gibt's das halt nicht!
01:24:56: Dann hätte ich die Dame von dem Versandhandel angerufen und gesagt Hallo lieber Christian, möchtest du ein paar russische Märchenfilme haben?
01:25:03: Weil sie gar nicht in deutscher Sprache gegeben hätte einfach.
01:25:06: Das ist ein kleines Erlebnis in Gelsenklichen Horst an den früh neunziger Jahren gewesen, aber das hängt so mit großer Weltpolitik zusammen.
01:25:13: Dass man dann noch mal sieht was für ein Staubkörnchen man eigentlich ist ne?
01:25:16: Absolut!
01:25:17: Ja... Aber ich hoffe dass wir mit der Beschäftigung, mit Pushkin, mit unserem Märchenstundenmärchen und seiner Biografie auch dir durchaus spannend ist da Lust gemacht haben, dass sich vielleicht einige Hürerinnen Intensiver auch noch mit Pushkin beschäftigen, weil ich finde es lohnt sich auf jeden Fall.
01:25:37: Also ich muss auch sagen, ich bin ein absoluter Fan.
01:25:40: für mich... Ich kannte ja außer seinen Namen nicht wirklich was von ihnen, ich wusste nichts über ihn und für mich ist das eine absolute Bereicherung sowohl für den Podcast aber auch mein eigenes Verständnis von Märchen, denn er macht diese Textorte einfach nochmal um so vieles Vielschicht und abwechslungsreicher.
01:25:59: Und das auf eine Weise die wir eben in diesen Hundertdreißig Folgen auch noch nicht hatten.
01:26:03: Ich meine nicht dass wir in hundertdreizig Folgen ansatzweise die literarische Wielfalt abbilden können.
01:26:07: Versteht es nicht falsch?
01:26:08: Aber für mich war das wirklich so ein Erwicklungserlebnis muss ich jetzt mal ganz pathetisch sagen!
01:26:15: Ja wirklich!
01:26:16: Also
01:26:17: wenn man belegen will, dass Märchen eben nicht gleich Märche sind... Er liefert einfach alle Argumente, die man dafür braucht.
01:26:23: Und was ich bemerkenswert finde... Wir reden hier irgendwie von Kunstmärchen oder was auch immer!
01:26:30: Man fährt Märchen und verharrt aber nicht darin.
01:26:34: Übergreifendes.
01:26:35: Er
01:26:35: wirft das alles irgendwie über den Haufen und bewahrt es trotzdem?
01:26:39: Genau!
01:26:39: Und er schafft einfach eine ganz einmalige Verbindung, die wir im Bezug auf Märchen ja überhaupt nicht hatten und damit grenzt er sich auch komplett von Wild oder Andersen zum Beispiel ab.
01:26:49: Die ja ganz klar in diese Kunstmärchenschiene auch reinfallen.
01:26:53: Der hat irgendwie so ne Zwischenform verschiedene Spezifiker vereint und er verneigt sich damit aber gleichzeitig vor den Volksmärchen, weil er sie einfach zu einer literarischen Kunstform stylisiert ohne sie zu verfremden oder ihr Wesen zu verfälschen.
01:27:09: Und das finde ich wirklich großartig!
01:27:13: Da muss man sich schon fast vorverneigen, finde ich.
01:27:15: Absolut!
01:27:16: Ja absolut und für mich persönlich war das auch eine absolute Bereicherung.
01:27:20: Ich hatte total viel Spaß das Nähchen zu lesen, ich hatte total Viel Spaß die Folge vorzubringen.
01:27:25: Ich fand es super spannend.
01:27:27: Wir haben natürlich jetzt gerade was ob Russland diesen zeitgeschäftigten Kontext den literarischen Kontext?
01:27:32: Wir haben das nur angerissen.
01:27:33: wir werden irgendwann sicher auch noch mal ne länder special folge dazu machen Und in
01:27:38: der nächsten doppelfolge werden wir ja auch in russland bleiben auch noch ein bisschen was zutage kommen.
01:27:45: Da werden wir Russland nochmal auf eine etwas andere, dunklere gruseligere heidnischere Seite vielleicht kennenlernen.
01:27:54: Also ich fand sehr interessant weil ich habe nämlich als ich das gesehen hab dass es in Fersform ist habe ich gedacht oh Gott!
01:28:01: Das ist jetzt nie ein Gedicht du verstehst bis das dreimal lesen müssen damit du verstehst worum's geht.
01:28:07: Aber dass man das einfach wirklich runterlesen kann, aber dann trotzdem in dieser schönen Form... ...das war für mich was völlig Neues.
01:28:16: Ohne
01:28:16: dass es so ganz nach Max und Moritz klingen?
01:28:18: Ja genau!
01:28:21: Nix
01:28:22: gegen Maximum.
01:28:23: Nein, ich weiß
01:28:24: was du meinst.
01:28:25: Aber das ist total schön!
01:28:27: Das ist auch wie dich jetzt zum Beispiel, Jenny, der vielleicht sagt Gedichte waren nicht so meins.
01:28:33: Ich hab das für viele andere Menschen in der Schule einfach überhaupt nicht gerne gemacht und ich habe da auch keinen Sinn drin gesehen.
01:28:40: Hier ist der Proof Es hat einen Sinn und es lohnt sich mit sowas zu beschäftigen weil es gibt einem einfach viel.
01:28:46: Es
01:28:46: ist ja immer eine Frage wo bin ich in der Entwicklung?
01:28:49: Das ist natürlich immer so aufgedrückt.
01:28:52: Ich glaub, bei mir war das halt so ... dass kam erst später, dass ich manche Sachen dann auch später erst verstanden habe.
01:28:58: Aber ja, auf jeden Fall, sowas wo man einen direkten Zugang hat, wo man nicht dreimal um die Ecke denken muss oder sich überlegen muss wie kann man das jetzt mit, keine Ahnung, wie stilistisch mitteln und was hat sich der Autor da bei einem Glas Wein gedacht?
01:29:13: Oder
01:29:13: eine Rufiumpfeife!
01:29:15: Ja aber das ist eben nicht so.
01:29:17: Und das ist ja das, wo ich mehr auch mal denke.
01:29:20: Das haben wir bei der Pädagogikfolge auch schon gesagt.
01:29:22: Natürlich, das Schulsystem kannst du kritisieren darum geht es überhaupt nicht vieles aus weltfremd aber immer darauf rumzocken gerade auch ja hier.
01:29:28: textanalyse gedichtanalyse braucht man doch.
01:29:31: pushkin ist auch wieder ein Beispiel.
01:29:33: Wir haben erstmal soviel Schönheit da drin.
01:29:36: wir haben hier jemanden der uns zeigt obwohl er jetzt nicht unser muttersprachler ist Aber trotzdem vermittelt er was du mit sprache was du ausdrücken kannst, das ist einfach eine Kunstform.
01:29:46: So etwas zu erschaffen.
01:29:47: Das muss man wirklich sagen.
01:29:49: und wenn man sich anguckt, was er da macht... ...das ist ein ganz hohes Handwerk!
01:29:53: Und das muss mal einfach wirklich mal ein bisschen Fan-girlen hier.
01:29:56: Das wollte ich gerade sagen?
01:29:57: Ich glaube wir haben jetzt jeder einen Schwamm.
01:29:59: Du bist Pushkin, du bist Wilde, ich bin Drehvermann.
01:30:04: Wunderbar!
01:30:05: Da muss mich aber noch einmal sagen zum Abschluss, ich hatte zwischendurch so'n Flashback Mir ist irgendwie wieder was eingefallen.
01:30:13: Ich hatte eine Hörspick-Kassette und da muss ein russisches Märchen drauf gewesen sein, weil es da um den Zarewitsch
01:30:21: war.
01:30:22: Ja genau.
01:30:24: Und ich fand einfach diesen Namen ZAREWITCH.
01:30:29: Ich liebe auch so russische Nachnamen.
01:30:31: und wenn sie dann das A für die Frauen dran hat... Das fand ich schon als Kind ziemlich cool!
01:30:40: Von der Atmosphäre und so fahre ich mega.
01:30:42: Weiß aber nicht mehr, wer das Märchen ist.
01:30:44: Aber wir können an der Stelle vielleicht noch mal kurz recapitulieren, welchen russischen Märchen wir bislang im Podcast hatten.
01:30:49: Abgesehen von dem Feuervogel und dem Wolf... ...und jungen Karkanich- und Jungfahreierinnen so was?
01:30:57: Natürlich!
01:30:58: Und Schützter
01:31:00: und Beste!
01:31:01: Wir hätten relativ zu Beginn in der Frau Holle voll gemeinen.
01:31:08: Ich war das als Vergleich angeführt ne Väterchenfrost.
01:31:11: Da hatten wir heute auch schon als Film Die Rübe natürlich.
01:31:15: Ja, die Rübel!
01:31:16: Das war ja auch Afanasyev, genau?
01:31:18: Hier, hier, hier... Achtzig Beine dran gezogen haben.
01:31:20: Genau.
01:31:21: Die hatte ja schon was Schwankhaftes.
01:31:23: Definitiv, ja, genau.
01:31:25: In der Folge zu Liebe und die Schöne und das Tier habe ich die Feuerrote Blume als Variante vorgestellt Und in der Prinzenfolge hatte ich als Märchen drei B quasi Prinz Yvonne und die Hafe Wo er dann misst der Macht der Musik, da den Lied beendet.
01:31:42: Das ist eben nicht mit Schwert und
01:31:44: Feuer
01:31:44: und Knüppeln und so.
01:31:47: Und das zeigt vielleicht nochmal um darauf auch noch mal kurz Blechbezug zu nehmen natürlich sind wir überhaupt nicht auf Seite Putins und finden das richtig Scheiße, was da in der Ukraine
01:31:58: und an
01:31:58: anderen Ecken auch innerhalb Russlands passiert.
01:32:00: Rechte von Minderheiten und so weiter hatte ich ja auch schon angesprochen Und ich erinnere mich noch als damals die Ukraine-Krieg ausgebrochen war, hatte dann eine Hörerin auch geschrieben Ja und wie macht ihr das denn jetzt?
01:32:10: Ich wollte etwas zu russischen Märchen machen.
01:32:12: Kann man das jetzt überhaupt noch?
01:32:14: Und ich finde es einfach falsch Bei aller Kritik und bei allem was dass wir scheiße finden Da eine Kultur.
01:32:20: Also Pushkin kann ja nichts dafür, dass Putin einen Fortsquere sitzen hat um das mal geliehen zu formulieren.
01:32:26: Da eine ganze Kultur in Sippenhaft zu nehmen.
01:32:29: und wir haben heute glaube ich wunderschön herausgearbeitet wie viel Gutes und Schönes da trotz allem mit Anführungszeichen eben drin liegen kann.
01:32:38: und da finde ich es wichtig zu reflektieren eben nicht was in Zeiten von Social Media und fünfzehn Sekunden Videos auf TikTok oder so immer häufiger passiert, der so krass zu vereinfachen und zu pauschalisieren.
01:32:50: Es ist eben nicht so einfach Gott sei Dank!
01:32:52: Und
01:32:52: Kultur ist halt immer etwas, das bewahrenswert und schützenswert ist.
01:32:57: Das ist eigentlich etwas, was man vor solchen Irren wie Puten... schützen muss.
01:33:02: Definitiv!
01:33:02: Ja,
01:33:02: weil im Zweifel das haben wir ja auch aus Pushkins Biografie jetzt gelernt wird zensiert, wird irgendwie vernichtet und da finde ich es auch wichtig über solche Sachen zu reden.
01:33:13: Das ist doch ein schönes Schlusswort.
01:33:15: Ich würde sagen, ich freue mich mega auf die nächste Folge Und auf diese vielleicht auch etwas gruseligere Figur, die uns da begegnet.
01:33:22: Ich
01:33:23: freu' mich auch schon total
01:33:24: Wenn wir uns nicht mit Wodka-Trot gesoffen haben
01:33:28: Dann hören wir uns in zwei Wochen wieder.
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