Folge 124 – Märchenstunde: Die zwei Brüder
Shownotes
Es war einmal… zwei Brüder, ein reicher und ein armer. Der Reiche war ein Goldschmied und bös von Herzen; der Arme nährte sich davon, dass er Besen band, und war gut und redlich. Der arme hatte zwei Kinder, das waren Zwillingsbrüder und sich so ähnlich wie ein Tropfen Wasser dem andern. Die zwei Knaben gingen in des Reichen Haus ab und zu und erhielten von dem Abfall manchmal etwas zu essen. Es trug sich zu, dass der arme Mann, als er in den Wald ging, Reisig zu holen, einen Vogel sah, der ganz golden war und so schön, wie ihm noch niemals einer vor Augen gekommen war. Ja, und damit nimmt eines der komplexesten Grimm-Märchen seinen Lauf. Und an manchen Stellen fühlt man sich fast schon wie in einer Fantasy-Geschichte. Viel Spaß beim Hören!
- Musik in dieser Folge: Johann Sebastian Bach
Mehr Märchenpott:
- Märchenpottcast, der Blog: https://maerchenpottcast.de/
- Märchenpott auf Instagram: https://www.instagram.com/maerchenpottcast/?hl=de
- Märchenpott auf Tiktok: https://www.tiktok.com/@maerchenpott
Transkript anzeigen
00:00:02: Die zwei Brüder.
00:00:04: Es waren einmal zwei Bruder, ein Reicher und ein Armer.
00:00:08: Der Reiche war in Goldschmied und böse von Herzen.
00:00:11: Der Arme näherte sich davon das Erbesenband und war gut und redlich.
00:00:15: Der arme hatte zwei Kinder – das waren Zwillingsbrüder – und sich so ähnlich wie einen Tropfen was er dem anderen.
00:00:22: Die zwei Knaben gingen ins reichen Haus ab und zu und erhielten von dem Abfall manchmal etwas zu essen.
00:00:28: Es trug sich zu, dass der arme Mann als er in den Wald ging reißigzuholen einen Vogel sah.
00:00:33: Der ganz golden war und so schön wie ihm noch niemals einer vor Augen gekommen war.
00:00:38: Da hob er ein Steinchen auf, warfen nach ihm und traf ihn auch glücklich.
00:00:43: Es fiel aber nur eine goldene Feder herab und der Vogel flog fort.
00:00:47: Der Mann nahm die Feder und brachte sie seinem Bruder, der sah sie an und sprach...
00:00:52: Das ist eitel Gold!
00:00:53: ...und gab ihm viel Geld dafür.
00:00:55: Am anderen Tag stieg der Mann auf einen Birkenbaum und wollte ein paar Äste abhauen.
00:01:00: Da flog derselbe Vogel heraus, als der Mann nachsuchte fand er ein Nest und ein Ei lag darin.
00:01:06: das war von Gold.
00:01:08: Er nahm das Ei mit Heim und brachte seinem Bruder.
00:01:11: Der sprach wieder rum
00:01:12: Es ist Eitelgult
00:01:14: Und gab ihm was es wert war.
00:01:16: Zuletzt sagte der Goldschmied.
00:01:17: Den Vogel selber möchte
00:01:19: ich wohl haben.
00:01:20: Der Arme ging zum dritten Mal in den Wald und sah den Goldvogel wieder auf dem Baum sitzen.
00:01:26: Da nahm er ein Stein, und warf ihn herunter und brachte ihn seinem Bruder – der gab ihm einen großen Haufen Gold dafür!
00:01:33: Nun kann ich mir forthelfen!
00:01:35: dachte er und ging zufrieden nach Haus.
00:01:45: Brat mir den Goldvogel und sorge, dass nichts davon wegkommt.
00:01:49: Ich habe Lust ihn ganz allein
00:01:51: zu
00:01:51: essen.".
00:01:52: Der Vogel war aber kein gewöhnlicher sondern so wunderbare Art das wer Herz und Leber von ihm aß jeden Morgen ein Goldstück unter seinem Kopfkissen fand.
00:02:02: Die Frau machte den Vogel zurecht steckt ihnen einen Spieß und ließ ihn braten.
00:02:07: Nun geschah es, dass während er am Feuer stand und die Frau andere arbeiten wegen notwendig aus der Küche gehen musste.
00:02:13: Die zwei Kinder des armen Besenbinders herein liefen sich vor den Spießstelten und dienen ein paar Mal herumdrehten.
00:02:21: Und als da gerade zwei Stücklein aus dem Vogel in die Pfanne herabfielen, sprach der eine...
00:02:28: ...der
00:02:33: Aßen sie beide die Stückchen auf!
00:02:35: Die Frau kam aber dazu, sah das ihr etwas aßen und sprach?
00:02:38: – Was habt ihr
00:02:40: gegessen?!
00:02:42: Ein paar Stückchen, die aus dem Vogelhaus gefallen sind!
00:02:46: antworteten sie.
00:02:48: Das ist Herz-und-Leber gewesen!
00:02:50: sprach die Frau ganz erschrocken.
00:02:52: Und damit ihr Mann nichts vermisste und nicht böse wart, schlachtete sie geschwind ein Hähnchen, nahm Herz- und Leber heraus und legte es zu dem Goldvogel.
00:03:01: Als er gar war, trug sie ihn dem Goldschmied auf der ihn ganz allein verzehrte und nichts übrig ließ.
00:03:08: Am anderen Morgen aber als er unter sein Kopfkissengriff und dachte das Goldstück hervorzuholen, war so wenig wie sonst eins zu finden.
00:03:17: Die beiden Kinder aber wussten nicht was ihnen für ein Glück zuteil geworden war.
00:03:21: Am andern morgen, wie sie aufstanden viel etwas auf die Erde und klingelte – und als sie es aufhoben da waren's zwei Goldstücke!
00:03:29: Sie brachten sie ihrem Vater.
00:03:31: Der wunderte sich und sprach, –
00:03:32: Wie sollte das zugegangen sein?
00:03:35: Als sie aber am anderen Morgen wieder zwei fanden.
00:03:37: Und so jeden Tag ging er zu seinem Bruder und erzählte in die seltsame Geschichte.
00:03:43: Der Goldschmied merkte gleich wie es gekommen war und dass die Kinder Herz- und Leber von dem Goldvogel gegessen hatten.
00:03:49: Um sich zu rächen, weil er neidisch und hartherzig war, sprach er zu dem Vater
00:03:53: Deine Kinder sind mit dem Bösen im Spiel.
00:03:56: Nehm das Gold nicht und dulde sie nicht länger in deinem Haus, denn er hat Macht über Sie und kann dich selbst noch ins Verderben
00:04:02: bringen.".
00:04:03: Der Vater fürchtete den Bösen und so schwer es ihm ankam, führte er doch die Zwillinge hinaus in den Wald und verließ sie da mit traurigen Herzen.
00:04:14: Nun liefen die zwei Kinder im Wald umher und suchten den Weg nach Hause, konnten ihn aber nicht finden – sondern verehrten sich immer weiter!
00:04:22: Endlich begegneten sie einem Jäger, der fragte.
00:04:25: Wem gehört ihr Kinder?
00:04:27: Wir sind das armen
00:04:28: Besenbindersjungen!
00:04:30: antworteten sie und erzählten ihm dass ihr Vater sie nicht länger im hause hätte behalten wollen weil alle morgen ein goldstück unter ihrem kopfkissen lege.
00:04:39: nun sagte der jäger das ist gerade nichts schlimmes wenn ihn nur recht schraffen dabei bleibt und euch nicht auf die faule haut legt.
00:04:48: Der gute Mann, weil ihm die Kinder gefielen und er selbst keiner hatte, so nahm er sie mit nach Haus und Sprach.
00:04:54: Ich will euer Vater sein und euch groß
00:04:56: ziehen.".
00:04:58: Sie lernten dabei ihm die Jägerei und das Goldstück, dass an jeder beim Aufstehen fand – das hob er ihnen auf wenn sie es in Zukunft nötig hätten!
00:05:07: Als sie herangewachsen waren, nahmen sie ihr Pflegevater eines Tages mit in den Wald und sprach «Heute sollt ihr euren Probeschuss tun, damit ich euch freisprechen und zu Jäger machen kann.».
00:05:19: Sie gingen mit ihm auf den Anstand und warteten lange, aber es kam kein Wild.
00:05:24: Der Jäger sah über sich und sah eine Kette von Schneegelzen in der Gestalt eines Dreiecks fliegen – er sagte zu einem einen »Nun schießt von jeder Ecke einer herab«!
00:05:34: Er tat's und vollbrachte damit seinen Probeschuss.
00:05:37: Bald darauf kam noch eine Ketter angeflogen und hatte die Gestalt der Ziffer zwei.
00:05:43: Da hieß der Jäger den anderen gleichfalls von jeder Ecke eine herunterholen und dem gelang sein Probeschuss auch.
00:05:50: Nun sagte der Pflegevater, ich spreche euch frei!
00:05:53: Ihr seid ausgelernte
00:05:54: Jägar!".
00:05:56: Darauf gingen die Zwerberüder zusammen in den Wald, ratschlagt miteinander und verabredeten etwas.
00:06:01: Und als sie abend sich zum Essen niedergesetzt hatten, sagten sie zu ihrem Pflegeväter ...
00:06:06: Wir rühren die Speisen nicht an und nehmen kein Bissen bevor ihr uns eine Bitte gewährt
00:06:11: habt."
00:06:12: Sprach er, was ist denn eure Bitte?
00:06:16: Sie antworteten.
00:06:17: Wir haben nun ausgelernt!
00:06:19: wir müssen uns auch in der Welt versuchen so erlaubt dass wir vorziehen und wandern.
00:06:24: Da sprach der Alte mit Freuden ihr redet wie brave Jäger.
00:06:28: was ihr begehrt ist mein eigener Wunsch gewesen zieht aus es wird euch wohl ergehen.
00:06:33: darauf aßen und tranken sie fröhlich zusammen.
00:06:36: Als der bestimmte Tag kam, schenkte der Pflegevater jedem eine gute Büchse und ein Hund und ließ jeden von seinen gesparten Goldstücken nehmen so viel er wollte.
00:06:45: Darauf begleitete er sie ein Stückwegs und per Abschied gab er ihnen noch ein blankes Messer und sprach, »Wann ihr euch einmal trennt?«.
00:06:53: So stoß dies Messer am Scheideweg in einen Baum – daran kann einer, wenn er zurückkommt, sehen wie es seinem abwesenem Bruder ergangen ist!
00:07:01: Denn die Seite nach welcher dieser ausgezogen ist rostet wann erstirrt.
00:07:06: Solange er aber lebt, bleibt sie blank.
00:07:10: Die zwei Brüder gingen immer weiter fort und kamen in einen Wald so groß dass sie unmöglich in einem Tag heraus konnten.
00:07:18: Also blieben sie die Nacht darin und aßen was sie in die Jägertasche gesteckt hatten.
00:07:22: Sie gingen aber noch den zweiten Tag und kam nicht heraus Da sie nichts zu essen hatten, so sprach der eine
00:07:29: Wir müssen uns etwas schießen sonst leiden wir Hunger.
00:07:32: Lut seine Büchse und sah sich um Und als ein alter Hase daher gelaufen kam, legte er an.
00:07:38: Aber der Hase rief...
00:07:40: Lieber Jäger!
00:07:41: Lass mich leben – ich will dir auch zwei Junge
00:07:44: geben!".
00:07:45: Sprang auch gleich ins Gebüsch und brachte zwei JunGE.
00:07:48: Die Tierlern spielten aber so munter und waren so artig, dass die Jägers es nicht übers Herz bringen konnten sie zu töten.
00:07:55: Sie behilten sie also bei sich und die kleinen Hasen folgten ihn auf dem Fusse nach.
00:08:01: Bald darauf schlich ein Fuchs vorbei, den wollten sie niederschießen….
00:08:04: Aber der Fuchs rief,
00:08:06: Lieber Jäger lass mich leben!
00:08:08: Ich will dir auch zwei Junge geben.
00:08:10: Er brachte auch zwei Füchslein und die Jägar mochten sie auch nicht töten, gaben sie den Hasen zur Gesellschaft und sie folgten ihnen.
00:08:17: nach.
00:08:18: Nicht lange so schritt ein Wolf aus dem Dickicht.
00:08:21: Die Jäga legten auf ihn an aber der Wolf rief
00:08:24: Lieber jäger las mich leben ich will dir doch zwei junge geben.
00:08:29: Die zwei Jungwölfe taten die Jägern zu den anderen Tieren Und Sie folgte ihnen nach.
00:08:34: Darauf kam ein Bär, der wollte gern noch länger herumtraben und rief...
00:08:38: Lieber Jäger!
00:08:39: Lass mich leben.
00:08:41: Ich will dir auch zwei Junge
00:08:42: geben.".
00:08:43: Die zwei jungen Bären wurden zu den anderen gesellt und waren ihrer schon acht.
00:08:47: Endlich wer kam?
00:08:49: Ein Löwe kam und schüttelte seine Mähne.
00:08:52: Aber die Jägers ließen sich nicht schrecken und zielten auf ihn – aber der Löwe sprach gleichfalls….
00:08:58: «Lieber Jääger!
00:08:59: Lasst mich leben!
00:09:01: Ich will Dir auch zwei junge geben.».
00:09:03: Er holte auch sein Junge herbei und nun hatten die Jäger zwei Löwen, zwei Bären, zwei Wölfe, zwei Füchse und zwei Hasen, die ihn nachzogen und dienten.
00:09:13: Indessen war ihr Hunger damit nicht gestillt worden – das sprachen sie zu den Füxen?
00:09:18: Hört Ihr Schleicher!
00:09:19: Schaft uns etwas zu essen!
00:09:21: Ihr seid ja listig und verschlagen!
00:09:23: Sie antworteten...
00:09:24: Nicht weit von hier liegt ein Dorf, wo wir schon manches Huhn geholt
00:09:28: haben.
00:09:28: Den Weg dahin wollen wir Euch zeigen.
00:09:32: Da gingen sie ins Dorf, kauften sich etwas zu essen und ließen auch ihren Tierenfutter geben – und zogen dann weiter.
00:09:39: Die Füchse aber wussten guten Bescheid in der Gegend vor.
00:09:41: die Hühnerhilfe waren und konnten die Jäger überall zurechtweisen.
00:09:46: Nun zogen sie eine Weile herum, konnten aber kein Dienst finden, wo sie zusammengeblieben wären.
00:09:52: Da sprachen sie ….
00:09:54: Es geht nicht anders!
00:09:55: Wir müssen uns trennen!
00:09:56: Sie teilten die Tiere, sodass jeder einen Löwen, einen Bären, einen Wolf, einen Fuchs und einen Hasen bekamen.
00:10:03: Da nahmen sie Abschied, versprachen sich brüderliche Liebe bis in den Tod und stießen das Messer, dass ihnen ihr Pflegevater mitgegeben – in einen Baum.
00:10:12: Vorauf der eine nach Osten, der andere nach Westen
00:10:15: zog.".
00:10:16: Der Jüngste aber kam mit seinen Tieren in eine Stadt, die war ganz mit schwarzem Flur überzogen.
00:10:22: Er ging in ein Wirtshaus und fragte den Wirt ob er nicht seine Tiere herbergen könnte?
00:10:27: Der Wirt gab ihnen einen Stall, wo in der Wand ein Loch war.
00:10:30: Da krochte Haase hinaus und tolte sich ein Kohlhaupt, und der Fuchs holte sich an Huhn – und als er das gefressen hatte auch den Hahn dazu.
00:10:39: Der Wolf aber, der Bär und der Löwe, weil sie zu groß waren, konnten nicht hinaus!
00:10:44: Da ließ sie der Wirt hinbringen, wo eben eine Kuh auf dem Rasen lag, dass die sich sattfrasen.
00:10:49: Und als der Jäger für seine Tiere gesorgt hatte fragte er erst den Wirt, warum die Stadt so mit Trauerflor ausgehängt wäre… sprach der Viert,
00:10:57: weil morgen unseres Königs einzige Tochter sterben wird.
00:11:01: fragte der Jäger –
00:11:03: Ist sie sterbenskrank?
00:11:05: Nein!
00:11:05: antwortete der Vierts.
00:11:07: Sie ist frisch und gesund aber sie muss doch sterben.
00:11:11: Wie geht das zu?
00:11:12: fragte die Jägers.
00:11:14: Draußen vor der Stadt ist ein hoher Berg.
00:11:16: Darauf wohnt ein Drache.
00:11:18: Der muss alle Jahr eine reine Jungfrau haben.
00:11:20: Sonst verwüstet er das ganze Land.
00:11:23: Nun sind schon alle jungen Frauen hingegeben und ist niemand mehr übrig als die Königstochter, dennoch ist keine Gnade.
00:11:30: sie muss ihm überliefert werden.
00:11:32: Und das soll morgen geschehen!
00:11:34: sprach der Jäger.
00:11:35: Warum wird der Drache nicht getötet?
00:11:37: Ach
00:11:38: antwortete der Viert.
00:11:40: So viele Ritter haben es versucht aber allesamt ihr Leben eingebüßt.
00:11:45: Der König hat dem, der den Drachen besiegt seine Tochter zu Frau versprochen und er soll auch nach seinem Tode das Reich erben.
00:12:12: Der Heger trank da nicht, ging hinaus und suchte das Schwert in der Erde, vermochte aber nicht es von der Stelle zu bewegen.
00:12:21: Da ging er hin und trank die Becher aus und war nun stark genug das Schwerd aufzunehmen – und seine Hand konnte es ganz leicht führen!
00:12:29: Als die Stunde kam wo die Jungfrau dem Drachen sollte ausgeliefert werden begleitete sie der König, Marschall und Hofleute hinaus.
00:12:37: Sie sah von weitem den Jäger oben auf dem Drachenberg und meinte, der Drache stände da und erwartete sie.
00:12:43: Und wollte nicht hinaufgehen – endlich aber weil die ganze Stadt sonst wäre verloren gewesen, musste sie den schweren Gang tun!
00:12:51: Der König und die Hofleute kehrten voll großer Trauer heim, das Königs Marsch halt aber sollte stehen bleiben und aus der Ferne alles mit ansehen.
00:12:59: Als die Königsdochter oben auf den Berg kam stand dann nicht der Drche sondern der junge Jägar.
00:13:05: Der sprach ihr Trost ein und sagte, er wollte sie retten.
00:13:08: Führte sie in die Kirche und verschloss sie darin.
00:13:12: Gar nicht lange so kam mit großem Gebraus der siebenköpfige Drache dahergefahren.
00:13:16: Als den Jäger erblickte verwunderte er sich und sprach Was hast du auf dem Berge zu schaffen?
00:13:22: Der Jägar antwortete
00:13:23: Ich will mit dir kämpfen!
00:13:25: sprach der Drache.
00:13:26: So mancher Ritters meinte sein Leben gelassen.
00:13:29: Mit Tier will ich auch fertig werden Und atmete Feuer aus sieben Rachen.
00:13:35: Das Feuer sollte das trockene Gras anzünden, und der Jäger sollte in der Glut- und dem Dampf ersticken.
00:13:40: Aber die Tiere kamen herbeigelaufen und tratten das Feuer aus.
00:13:44: Da fuhr der Drache gegen den Jägar – aber er schwang sein Schwert, dass es in der Luft sang'n und schlug ihm drei Köpfe ab!
00:13:51: Der wartet Drache erst recht wütend, erhob sich in die Luft, spielte die Feuerflamme über den Jägern aus und wollte sich auf ihn stürzen.
00:13:58: Aber der Jägger zückte nochmals sein Schwerd und hieb ihm wieder drei Köepfer ab….
00:14:04: Das Untier ward Matt und Sankt nieder, und wollte doch wieder auf den Jäger los.
00:14:08: Aber er schlug ihm mit der letzten Kraft den Schweif ab – und weil er nicht mehr kämpfen konnte, rief er seine Tiere herbei.
00:14:14: die zerrissen es in Stücke!
00:14:16: Als der Kampf zu Ende war, schloss der Jägar die Kirche auf und fand die Königstochter auf der Erde liegen, weil er die Sinne vor Angst und Schrecken während des Streites vergangen waren….
00:14:26: Er trug sie heraus, und als sie wieder zu sich selbst kamen und die Augen aufschlug, zeigte er ihr den zerrissenen Drachen und sagte ihr, dass sie nun erlöst wäre.
00:14:35: Sie freute sich und sprach
00:14:37: «Nun wirst du mein liebster Gemahl werden!
00:14:39: Denn mein Vater hat mich demjenigen versprochen der den Drachen tötet.».
00:14:43: Darauf hingen sie ihr Halsband von Korallen ab und verteilt es unter die Tiere um sie zu belohnen – und der Löwe erhielt das goldene Schlöstchen davon.
00:14:53: Ihr Taschentuch aber, in dem ihr Namen stand, schenkte sie dem Jäger.
00:14:57: Der ging hin und schnitt aus den sieben Drachenköpfen die Zungen aus, wickelte sie in das Tuch und verwahrte sie wohl.
00:15:05: Als es geschehen war – weil er von dem Feuer- und im Kampf so matt und müde war, sprach er zu Jungfrau,
00:15:10: »Wir sind beide so matt oder müde!
00:15:13: Wir wollen ein wenig schlafen«.
00:15:14: der sagte sie ja und ließen sich auf die Erde nieder und der Jägersprachs dem
00:15:19: Löwen Du sollst wachen, damit uns niemand im Schlaf überfällt.
00:15:23: Und beide schliefen
00:15:24: ein.".
00:15:25: Der Löwe legte sich neben sie um zu wachen – aber er war vom Kampf auch müde, dass er den Bären rief und sprach,
00:15:32: «Lege dich neben mich!
00:15:34: Ich muss ein wenig schlafen!
00:15:36: Und wenn was kommt, so wecke mich auf.».
00:15:39: Da legte der Bär neben ihn, aber er War auch müder und rief den Wolf und sprache
00:15:44: Lege dich neben mich, ich muss ein wenig schlafen und wenn was kommt so wecke mich auf.
00:15:51: Da legte sich der Wolf neben ihn aber er war auch müde und rief den Fuchs und sprach... Da setzte sich der Hase neben ihnen, aber der arme Haas war auch müde und hatte niemand den er zur Wache herbeirufen konnte – und schlief ein.
00:16:25: Das schliefen nun die Königstochter, der Jäger, der Löwe, der Bär, der Wolf, der Fuchs und der Haas.
00:16:34: Der Marsch halt aber, der von Weitem hätte zuschauen sollen, als er den Drache nicht mit der Jungfrau fortfliegen sah und alles auf dem Berg ruhig war, nahmen sich ein Herz-und Stieg hinauf.
00:16:45: Da lag der Drache zerstückt und zerrissen auf die Erde und nicht weiter von die Königstochter und einen Jäger mit seinen Tieren – die waren alle in tiefen Schlaf versunken!
00:16:54: Und weil er böse und gottlos war, so nahm er sein Schwert und hieb dem Jäge das Haupt ab und fasste die Jungfraer auf den Arm und trug sie den Berg
00:17:01: hinab.".
00:17:02: Der erwachte sie und er schrag, aber der Marsch halt sprach.
00:17:05: «Du bist in meinen Händen!
00:17:07: Du sollst sagen, dass ich es gewesen bin, der den Drachen getötet hat.».
00:17:11: «Das
00:17:11: kann ich nicht», antwortete sie.
00:17:14: «Denn ein Jäger mit seinen Tieren hats getan…».
00:17:16: Da zog er sein Schwert und drohte sie zu töten, wo sie ihm nicht gehorchte – und zwang sie damit das sie ist versprach.
00:17:24: Darauf brachte er sie von den König, der sich verfreuden nicht zu lassen wusste als sein liebes Kind wieder lebend erblickte dass er von dem Untier zerrissen glaubte.
00:17:33: Der Marsch halt sprach zu ihm.
00:17:35: Ich habe den Drachen getötet und die Jungfrau das ganze Reich befreit.
00:17:40: darum
00:17:40: fördere ich Sie zu gemahlen so wie es zugesagt ist.
00:17:43: Der König fragte die Jung-Frau Ist das wahr was er spricht?
00:17:48: Ach ja!
00:17:49: antwortete sie.
00:17:50: Es muss wohl wahr sein Aber ich halte mir aus, dass erst über Jahr und Tag die Hochzeit gefeiert wird.
00:17:56: Denn sie dachte in der Zeit etwas von ihrem lieben Jäger zu hören.
00:18:00: Auf dem Drachenberg aber lagen noch die Tiere neben ihrem toten Herrn und schliefen.
00:18:04: Da kam eine große Hummel und setzte sich den Hasen auf die Nase, aber der Hase wischte sie mit der Pfote ab und schließ weiter.
00:18:13: Die Hummel kam zum zweiten Mal, aber Der Hase wischte sie wiederab und schlief fort!
00:18:18: Da kam sie zum dritten mal und stach eben in die Nose das er aufwachte.
00:18:22: Sobald der Hase wach war, weckt er den Fuchs und er fuchst dem Wolf.
00:18:26: Und der Wolf den Bär und der Bär den Löwen.
00:18:29: Und als der Löwe aufwachte und sah das die Jungfrau fort.
00:18:31: vor uns ein Herr tot, fing er an fürchterlich zu brüllen und rief...
00:18:35: Wer hat das vollbracht?
00:18:38: Bär!
00:18:39: Warum hast du mich nicht
00:18:40: geweckt?!
00:18:41: Der Bär fragt den Wolf...
00:18:43: Warum hast Du mich nicht
00:18:44: gewägt!?
00:18:45: ...und der Wolf Den Fuchs...?
00:18:46: Warum hast DU mich nicht
00:18:47: geweckt!?
00:18:48: Und der Fuchs den Hasen...?
00:18:50: Warum
00:18:50: hasst DU mich nie
00:18:51: geweckt!?
00:18:52: Der arme Haas wusste allein nichts zu antworten und die Schuld blieb auf ihm Hangen.
00:18:57: Er wollten sie über ihn herfallen, aber er bat und sprach ...
00:19:00: Bring mich nicht um!
00:19:01: Ich will unseren Herrn wieder lebendig machen... ich weiß ein Berg da wächst eine Wurzel.
00:19:07: wer die im Mund hat der wird von aller Krankheit und allen Wunden geheilt.
00:19:11: Aber der Berg liegt zweihundert Stunden von hier ...
00:19:14: sprach der Löwe.
00:19:16: In
00:19:16: vierundzwanzig Stunden musst du hin- und hergelaufen sein und die Wurzeln mitbringen.
00:19:21: Da sprang der Hase fort und in vierundzwanzig Stunden war er zurück, und brachte die Wurzel mit.
00:19:27: Der Löwe setzte dem Jäger den Kopf wieder an – und der Haze steckte ihm die Wurtzel in den Mund!
00:19:33: Als bald hügte sich alles wieder zusammen und das Herz schlug und das Leben kehrte zurück.
00:19:38: Da erwachte der Jäge und er schrag, als sie die Jungfrau nicht mehr sah … Und dachte ...
00:19:43: »Sie ist wohl fortgegangen während ich schliefe, mich loszuwerden«…der
00:19:48: Löwe hatte in der großen Eile seinem Herrn den Kopf verkehrt aufgesetzt Der aber merkte es nicht bei seinen traurigen Gedanken an die Königstochter.
00:19:56: Erst zum Mittag, als er etwas essen wollte, da sah er das ihm der Kopf nach dem Rückenzustand, konnte es nicht begreifen und fragte die Tiere was ihm im Schlaf widerfahren wäre!
00:20:07: Da erzählte ihn der Löwe dass sie auch alle aus Müdigkeit eingeschlafen wären – und beim Erwachen hätten sie ihn totgefunden mit abgeschlagenem Haupte.
00:20:15: Der Hase hätte die Lebenswürze geholt, er aber in der Eil den Kopf verkehrt gehalten….
00:20:21: Doch wollte er sein Fehler wieder gutmachen.
00:20:23: Dann riss er dem Jäger den Kopf wieder ab, drehte ihn herum und der Hase heilte ihm mit der Wurzel fest.
00:20:30: Der Jäge aber war traurig, zog in der Welt herum und ließ seine Tiere von den Leuten tanzen.
00:20:36: Es trug sich zu, dass er gerade nach Verlauf eines Jahres wieder an dieselbe Stadt kam, wo er die Königstochter vom Drachen erlöst hatte – und die Stadt war diesmal ganz mit rotem Schalach ausgehängt!
00:20:49: Was will das sagen?
00:20:50: Vorm Jahr war die Stadt mit schwarzem Flohr überzogen.
00:20:53: Was soll heute der rote Scharlach?
00:20:55: Ja, wird antwortete...
00:20:57: Vom Jahr sollte unseres Königstochter dem Drachen ausgeliefert werden aber der Marschall hat mit ihm gekämpft und ihn getötet!
00:21:04: Und da soll morgen ihre Vermählung gefeiert werden.
00:21:07: Darum war die Statt damals mit schwarzem Flohr zu trauer und ist heute mit roten Scharlacht zur Freude ausgehängt.
00:21:14: Am anderen Tag wo die Hochzeit sein sollte sprach der Heger um Mittagszeit zum Wirt.
00:21:19: Glaubt er wohl, Herr Wirt, dass ich heute Brot von des Königstisch hier bei ihm essen will?
00:21:24: Ja!
00:21:25: sprach der Wirt.
00:21:26: Da wollte ich doch noch hundert Goldstücke dran setzen, daß das nicht wahr ist.
00:21:31: Der Jäger nahm die Wette an und setzte einen Beutel mit ebensoviel goldstückender Gegen.
00:21:37: Dann riefe den Hasen und sprach
00:21:39: Geh hin lieber Springer und huhr mir vor dem Brot, dass der König isst.
00:21:43: Nun war das Häslern des Geringste und konnte es keinem anderen wieder auftragen, sondern musste sich selbst auf die Beine machen.
00:21:50: – Ai!
00:21:51: – dachte es.
00:21:52: War nicht so allein durch die Straßenspringe?
00:21:54: Da werden die Metzgerhunde hinter mir drein sein.
00:21:57: Wie es dachte, so geschah es auch, und die Hunde kamen hinter ihm rein und wollten ihm sein gutes Fell flicken.
00:22:03: Es sprang aber hast du nicht gesehen?
00:22:05: und pflüchtete sich in ein Schilderhaus ohne dass es der Soldat gewahr wurde.
00:22:10: Da kamen die Hunden und wollten es heraushaben Aber der Soldat verstand keinen Spaß und schlug mit dem Kolben dreien, dass sie schreiend und heulend fort liefen.
00:22:20: Als der Hase merkte, das die Luft rein war, sprang er zum Schloss hinein und gerade zur Königstochter setzte sich unter ihren
00:22:27: Stuhl
00:22:27: und kratzte sie am Fuß.
00:22:29: Der sagte sie ... Willst
00:22:30: du fort?
00:22:31: Und meinte es wäre ihr Hund!
00:22:33: Der Hase kratze zum zweiten Mal am Fuß, der sagte sie wieder ...
00:22:37: Willest du
00:22:37: fort?!
00:22:38: …und meinte Es wäre ihr Hunt… aber der Haze liess ich nicht irre machen.
00:22:43: und kratzte zum dritten Mal.
00:22:44: Der guckte sie herab, und er kannte den Hasen an seinem Halsband.
00:22:48: Nun nahmen Sie ihn auf ihren
00:22:49: Schoß,
00:22:50: trug ihn in ihre Kammer und sprach –
00:22:52: Liebe Hase!
00:22:53: Was willst du?
00:22:54: antwortete er.
00:22:55: –
00:22:56: Mein Herr, der den Drachen getötet hat ist hier Und schickt mich.
00:23:00: Ich soll um ein Brot bitten wie es der König isst.
00:23:03: Da war sie voll Freude und ließ den Bäcker kommen und befahl ihm ein Brott zu bringen.
00:23:07: Wie ist der Königsaas?
00:23:09: sprach das Häslein.
00:23:11: Aber der Bäcker muss mir es auch hintragen, damit mir die Metzgerhunde nichts tun.
00:23:16: Der Bäcker trug es ihm bis an die Türe der Wirtsstube, da stellte sich der Hase auf die Hinterbeine, nahm als beides Brot in die Vorderpfoten und brachte es seinem Herrn.
00:23:26: Da sprach der Jäger...
00:23:27: Sieht er Herr Wirt?
00:23:28: Die hundert Goldstücke sind mein!
00:23:31: ...der Wirt wunderte sich aber der Jäger sagte weiter
00:23:34: Ja Herr Wiert das Brot hätte ich.
00:23:36: nun will ich aber auch von des Königs braten essen.
00:23:40: Der Wirt sagte, –
00:23:41: Das möchte ich sehen.
00:23:43: Aber wetten wollte er nicht mehr!
00:23:46: Rief der Heger den Fuchs und sprach,
00:23:47: Mein Füchslein, geh hin und hol mir Braten wie ihn der König ist.
00:23:52: Der Rotfuchs wusste die Schliche besser, ging an den Ecken und durch die Winkel ohne dass sie ein Hund sah, setzte sich unter der Königsdochter Stuhl und kratzte an ihrem Fuß.
00:24:02: Da saß ihr herab und er kannte den Fuch am Halsband nahm ihnen mit in ihre Kammer und sprache
00:24:08: Lieber Fuchs, was willst
00:24:09: du?
00:24:09: –
00:24:10: antwortete er.
00:24:11: Mein Herr, der den Drachen getötet hat ist hier und schickt mich!
00:24:15: Ich soll bitten um einen Braten wie ihn der König
00:24:18: isst.".
00:24:19: Da ließ sie den Koch kommen, der musste ein Braten wir in der Königsaars anrichten und dem Fuchs bis an die Türe tragen.
00:24:26: Der nahm ihm der Fuchs die Schüssel ab, wedelte mit seinem Schwanz erst die Fliegen weg, die sich auf den Braten gesetzt hatten und brachte ihn dann seinem Herrn.
00:24:34: Sieht er, Herr Wirt?
00:24:36: sprach der Jäger.
00:24:37: Brot und Fleisch ist da!
00:24:39: Nun will ich auch Zugemüs essen wie es der König isst.
00:24:42: Da rief er den Wolf von Sprach.
00:24:44: Lieber Wolf, geh hin und hol mir Zugemus, wie's der Königsist.
00:24:48: Dagegen der Wolf geradezu in Schloss weil er sich von jemand fürchtete Und als er in der Königesdorfer Zimmer kam, dazupfte er sie hinten am Kleid, dass er sich umschauen musste.
00:24:58: Sie erkannte ihn am Halsband und naham ihm mit in ihre Kammer und sprach
00:25:03: Lieber Wolf, was willst
00:25:05: du?
00:25:05: antwortete er.
00:25:07: Mein Herr, der den Drachen getötet hat ist hier!
00:25:10: Ich soll bitten um ein Zugemüß wie es der König
00:25:12: isst.".
00:25:13: Da ließ sie den Koch kommen, der musste einen Zugemus bereiten – wie ist der Königs Aas und muß das dem Wolf bis vor die Türe tragen?
00:25:21: Dann nahm ihm der Wolf die Schüssel ab und brachte sie seinem Herrn.
00:25:25: Sieht er, Herr Wirt?
00:25:26: sprach der Jäger.
00:25:27: Nun habe ich Brot, Fleisch und Zugemüs!
00:25:29: Aber... Ich will auch Zuckerwerk essen.
00:25:32: Wie ist der König
00:25:32: ist?
00:25:33: rief er den Bären
00:25:34: und sprach Lieber Bär du lächst doch gerne etwas Süßes.
00:25:38: Geh hin und hol mir Zuckerwerk wie es der Königs ist.
00:25:41: Da trabte der Bär nach dem Schlosse Und ging ihm jedermann aus dem Wege.
00:25:45: Als er aber zu der Wache kam hielt sie die Flinden vor und wollte ihn nicht ins königliche Schloss lassen.
00:25:51: Aber er hob sich in die Höhe und gab mit seinen Tatzen links- und rechts ein paar Ohrfeigen, das die ganze Wache zusammenfiel.
00:25:58: Und darauf ging er gerades Weg zu.
00:26:00: der Königstochter, stellte sich hinter sie und berummte ein wenig.
00:26:05: Da schaute sie rückwärts und erkannte den Bären und hieß ihn mitgehen in ihre Kammer und sprach –
00:26:11: Lieber Bär!
00:26:12: Was willst du?
00:26:13: antwortete er.
00:26:13: – Mein
00:26:14: Herr, der den Drachen getötet hat ist hier.
00:26:17: Ich soll bitten um Zuckerwerk, wie es der König ist.
00:26:21: Da ließe den Zuckerbecker kommen, der musste Zuckerwerk backen, wießt er.
00:26:24: König aß und dem Beeren vor die Türe tragen.
00:26:27: Da legte der Bär erst die Zuckererbsen auf, die heruntergerollt waren.
00:26:31: dann stellt er sich aufrecht nach die Schüssel und brachte sie seinem Herrn.
00:26:36: Sieht er, Herr Wirt?
00:26:38: sprach der Jäger.
00:26:39: Nun habe ich Brot-, Fleisch-, Zugemüs- und Zuckerwerk!
00:26:42: Aber ich will auch Wein trinken wie ihn der König dringt.
00:26:45: Er rief seinen Löwen herbei und sprach,
00:26:48: Lieber Löwe du trinkst
00:26:49: dir doch
00:26:49: gerne einen Rausch.
00:26:51: Gehe und hol mir Wein wie in der
00:26:52: Königstrinkt.".
00:26:54: Der Schritt der Löwe über die Straße und die Leute liefen vor ihm und als sie an die Wache kam wollte sie den Weg sperren aber er brüllte nur einmal.
00:27:02: so sprang alles fort.
00:27:05: Nun ging er Löwe vor das königliche Zimmer und klopfte mit seinem Schweif an die Türe.
00:27:09: Da kam die Königstochter heraus, und wäre fast über den Löwen erschrocken – aber sie erkannte ihn an dem goldenen Schloss von ihrem Halsbande?
00:27:17: Und hieß ihm mit in ihre Kammer gehen und sprach,
00:27:19: »Lieber Löwe!
00:27:20: Was willst du?«
00:27:22: antwortete er.
00:27:23: «Mein Herr, der den Drachen getötet hat ist hier.
00:27:26: Ich soll bitten um Wein wie ihn der König trinkt.».
00:27:30: Da ließ er den Muncheng kommen, der sollte dem Löwen Wein geben wie in der Königtränke.
00:27:35: Sprach der Löwe...
00:27:37: Ich will mitgehen und sehen dass ich den Rechten kriege!
00:27:40: Der ging ja mit dem Munchenkin ab und als sie unten hin kam wollte ihm dieser von dem gewöhnlichen Wein zappfen wie ihn des Königs Diener tranken.
00:27:48: aber der Löw sprach...
00:27:49: Halt!
00:27:50: Ich will den Wein erst versuchen!
00:27:52: Zappte sich ein halbes Maß und schluckte es auf einmal hinab.
00:27:56: Nein!
00:27:57: sagte
00:27:57: er.
00:27:58: Das ist nicht der rechte.
00:28:00: Der Muncheng sah ihn schief an, ging aber und wollte ihm aus einem anderen Fass geben das für des Königs Marschall war.
00:28:07: Sprach der Löwe
00:28:08: Halt!
00:28:09: Erst will ich den Wein versuchen
00:28:11: Zappte sich ein halbes Maß und trank es.
00:28:14: Er ist besser Aber noch nicht der rechte.
00:28:17: Da wart er Munchenck bös und sprach Was so ein dummes Vieh vom Wein verstehen will.
00:28:23: Aber der Löwe gab ihm einen Schlag hinter die Ohren, das er unsanft zur Erde fiel.
00:28:28: und als sie sich wieder aufgemacht hatte, fühlte den Löwen ganz still schweigens in einem kleinen besonderen Keller wo des Königs Wein lag.
00:28:35: Von dem sonst kein Mensch zu trinken bekam.
00:28:38: Der Löwe zappfte sich erst an halbes Maß und versuchte den Wein.
00:28:42: Dann sprach er
00:28:44: Das kann von dem Rechten sein
00:28:46: Und hieß den Munchenk sechs Flaschen füllen.
00:28:49: Nun stiegen Sie herauf.
00:28:50: wie der Löwe aber aus dem Keller ins Freie kam, schwankte er hin und her und war ein wenig trunken.
00:28:56: Und der Munchenk musste ihm den Wein bis vor die Türe tragen – dann nahm der Löw den Henkelkorb in das Maul und brachte ihn seinem Herrn!
00:29:04: Sprach der Jäger.
00:29:05: Sieht er, Herr Wirt!
00:29:07: Da habe ich Brot, Fleisch, Zubemüß, Zuckerwerk und Wein – wie es der König hat.
00:29:12: Nun will ich mit meinen Tieren Mahlzeit halten.
00:29:14: Und setzte sich hin, aß und trank und gab dem Hasen, den Fuchs, dem Wolf, dem Bär und dem Löwen auch davon zu essen und zu trinken und war guter Dinge, denn er sah, dass ihn die Königstochter noch lieb hatte.
00:29:27: Und als er in Mahlzeit gehalten hatte sprach er….
00:29:29: Herr
00:29:30: Wurt Nun habe ich gegessen und getrunken, wie der König ist und trinkt.
00:29:34: Jetzt will ich an das Königshof gehen und die Königstochter
00:29:37: heiraten."
00:29:38: Fragte der Wirt.
00:29:40: »Wie soll das zugehen?
00:29:42: Da sie schon ein Breutigam hat und heute die Vermählung gefeiert wird!«.
00:29:46: Da zog der Jäger das Taschentuch heraus, dass ihm die Königtochter auf dem Drachenberg gegeben hatte – und worin die Sieben Zungen des Hundhiers eingewickelt waren und sprach
00:29:55: … «Dazusoll mir helfen was sich da in der Hand halte.».
00:29:59: Da sah der Wirt das Tuch an und sprach,
00:30:01: wenn ich alles glaube so glaube ich dass nicht.
00:30:04: Und will wohl Haus-und Hof dran setzen.
00:30:07: Der Jäger aber nahm einen Beutel mit tausend Goldstücken, stellte ihn auf den Tisch und sagte
00:30:13: Das setze ich dagegen!
00:30:15: Nun sprach der König in der königlichen Tafel zu seiner Tochter Was haben die wilden Tiere alle gewollt?
00:30:21: Die zu dir gekommen und in mein Schloss ein- und ausgegangen sind.
00:30:25: Da antwortete sie
00:30:26: Ich darf nichts sagen, aber schickt hin und lasst den Herrn dieser Tiere holen.
00:30:31: So werdet ihr wohl
00:30:32: tun.".
00:30:33: Der König schickte einen Diener ins Wirtshaus und ließ den fremden Mann einladen.
00:30:37: Und der Diena kam gerade wie der Jäger mit dem Wirt gewettet hatte.
00:30:41: Er sprach er...
00:30:42: Sieht er!
00:30:43: Herr Wirth, da schickt der König einen Diner und lässt mich einlad'n – Aber ich gehe so noch
00:30:48: nicht!".
00:30:49: Und zu dem Diener sagte er,
00:30:51: Ich lasse den Herrn König bitten, dass er mir königliche Kleider schickt.
00:30:55: Ein Wagen mit sechs Pferden und Dienern die mehr aufwarten.
00:30:59: Als der König die Antwort hörte sprach er zu seiner Tochter Was soll ich tun?
00:31:04: sagte sie
00:31:05: Lass ihn holen wie es verlangt.
00:31:07: so werdet ihr wohl tun.
00:31:09: Da schickte der Könige Königliche Kleider ein Wagen Mit Sechs Pferde und Diner Die ihm auf warten sollten.
00:31:16: Als der Jäger Sie kommen sah sprach Er
00:31:19: Sieht er, Heset?
00:31:20: Nun werde ich abgeholt wie ich es verlangt habe.
00:31:22: Und zog die königlichen Kleider an, nahm das Tuch mit den Drachenzungen und fuhr zum König.
00:31:29: Als ihn der König kommen sah, sprach er zu seiner Tochter – Wie soll ich ihn empfangen?
00:31:34: antwortete sie –
00:31:35: Geht ihm entgegen!
00:31:36: So werdet ihr
00:31:37: Wohltun?!
00:31:38: Da ging ihm der Könige entgegengen und führte ihn herauf und seine Tiere folgten ihm nach.
00:31:44: Der König wies ihm einen Platz an neben sich und seiner Tochter.
00:31:47: Der Marschall saß auf der anderen Seite als Breutigam, aber er kannte ihn nicht mehr.
00:31:52: Nun wurden gerade die sieben Häupte des Drachen zur Schau aufgetragen und der König sprach – Die Sieben Häupte hat den Marschal dem Drachen abgeschlagen!
00:32:01: Darum gebe ich ihm heute meine Tochter zu gemahlen.
00:32:05: Da stand der Jäger auf, öffnete die siebem Rachen und sprach
00:32:09: … Wo sind die siebe Zungen das Drachen?
00:32:12: Da erschrak der Marschall, wart bleich und wusste nicht was er antworten sollte.
00:32:17: Endlich sagt er in der
00:32:18: Angst... Drachen haben keine Zungen!
00:32:22: sprach der Jäger.
00:32:23: Die Lügner sollten keine haben aber die Drachenzungen sind das Wahrzeichen des Siegers.
00:32:28: Und wickelte das Tuch auf, da lagen sie alle Siebene darin.
00:32:32: und dann steckte jede Zunge in den Rachen indem sie gehörte und sie passte.
00:32:36: genau Darauf nahm er das Tuch, in welches der Name der Königstochter gestickt war und zeigte es der Jungfrau und fragte sie wem sie es gegeben hätte.
00:32:46: Da antwortete sie...
00:32:47: Dem, der den Drachen getötet hat!
00:32:50: Und dann rief er sein Getier, nahm jedem das Halsband und dem Löwen das goldene Schloss ab und zeiggte es die Jungfraue und fragten wem es angehörte.
00:32:58: Antwortete Sie?
00:33:00: Das Halsband und das goldene Schloss waren mein.
00:33:03: Ich habe es unter die Tiere verteilt, die den Drachen besiegen
00:33:05: halfen.".
00:33:06: Da sprach der Jäger.
00:33:08: Also ich müde von dem Kampf geruht und geschlafen habe – da ist er Marschall gekommen und hat mir den Kopf abgehauen!
00:33:14: Dann hatte er die Königsdochter fortgetragen und vorgegeben, er sei es gewesen, der den Drachten getötet habe.
00:33:20: Und dass er gelogen hat beweise ich mit den Zungen, dem Tuch und dem Halsband.
00:33:26: Und dann erzählte er, wie ihn seine Tiere durch eine wunderbare Wurzel geheilt hätten und dass er ein Jahr lang mit ihnen herumgezogen und endlich wieder hierher gekommen wäre wo er den Betrug des Marscheils durch die Erzählung des Wirts erfahren hätte.
00:33:39: Da fragte der König seine Tochter ist es wahr das dieser den Drachen getötet hat?
00:33:45: Da antwortete sie
00:33:47: Ja!
00:33:47: Es ist wahr.
00:33:48: jetzt darf ich die Schandtarte des Marschheils offenbaren weil Sie ohne meinen Zutun an den Tag gekommen sind denn er hat mir das Versprechen zu Schweigen abgezwungen.
00:33:57: Darum aber habe ich mir ausgehalten, dass erst in Jahr und Tag die Hochzeit sollte gefeiert
00:34:01: werden.".
00:34:03: Da ließ der König zwölf Ratsherrenrufen, die sollten über den Marschall Urteil sprechen – und die urteilten, daß er müsste von vier Ochsen zerrissen werden!
00:34:12: Also war der Marschahl gerichtet.
00:34:14: Der König aber übergab seine Tochter dem Jäger und einandte ihn zu seinem Stadthalter im ganzen Reich.
00:34:20: Die Hochzeit war mit großen Freuden gefeiert und der junge König ließ seinen Vater- und Pflegevater holen, und überhäufte sie mit Schätzen.
00:34:28: Den Wirt vergaß er auch nicht und ließ ihn kommen und sprach zu ihm,
00:34:32: sieht er Herr Wirt die Königstochter habe ich geheiratet und sein Haus und
00:34:36: Hof
00:34:37: sind mein.
00:34:38: Spracht er Wirt?
00:34:39: Ja das wäre nach den Rechten!
00:34:42: Der junge Könige aber sagte
00:34:44: Es soll noch genaden gehen.
00:34:45: Haus und Hoff soll er behalten und die tausend Goldstücke schenke
00:34:48: ich ihm noch dazu.
00:34:51: Nun waren der junge König und die junge Königen guter Dinge, und lebten vergnügt zusammen.
00:34:56: Er zog oft hinaus auf die Jagd, weil das seine Freude war – und die treuen Tiere mussten ihn begleiten!
00:35:03: Es lag aber in der Nähe ein Wald von dem es hieß er wäre nicht geheuer und wäre einer erst darin so käme er nicht leicht wieder heraus.
00:35:12: Der junge Könige hatte aber große Lust darin zu jagen und ließ dem alten König keine Ruhe bis er es ihm erlaubte.
00:35:18: Nun ritte er mit einer großen Begleitung aus und als er zu dem Wald kam, sah er eine schneeweiße Hirschkuh darin und sprach zu seinen Leuten,
00:35:27: Haltet hier bis ich zurück komme.
00:35:29: Ich will das schöne Wild jagen
00:35:31: Und rit ihm nach in den Wald hinein und nur seine Tiere folgten ihm.
00:35:36: Die Leute hielten und warteten bis Abend aber er kam nicht wieder.
00:35:40: Da ritten sie heim und erzählten der jungen Königin Der junge König ist im Zauberwald in einer weißen Hirschkuh nachgejagt und ist nicht wieder gekommen.
00:35:49: Da war sie in großer Besorgnis um ihn.
00:35:52: Er war aber dem schönen Wild immer nachgeritten, und konnte es niemals einholen.
00:35:57: Wenn er meinte, es wäre schussrecht – so sah er es gleich wieder in weiter Ferne dahinspringen und endlich verschwand das Gals!
00:36:05: Nun merkte er, dass er tief in den Wald hineingeraten war nahm sein Horn und Blies Aber er bekam keine Antwort, denn seine Leute konnten es nicht hören.
00:36:19: Und da auch die Nacht einbrach, sah er das er diesen Tag nicht heimkommen könnte, stieg ab, machte sich bei einem Baum einen Feuer an und wollte dabei übernachten.
00:36:29: Als er beim Feuer saß und seine Tiere sich auch neben ihm gelegt hatten, deuchte ihn als hörte eine menschliche Stimme – er schaute umher, konnte aber nichts bemerken!
00:36:41: Bald darauf hörte er wieder in Ächzen wie von oben her.
00:36:44: Da blickte er in die Höhe und sah ein altes Weib auf dem Baum sitzen, das jammete in einem fort.
00:36:50: Hu-hu!
00:36:52: Was mich friert?
00:36:54: sprach er.
00:36:55: Steig herab und wärme dich wenn dich friert.
00:36:58: sie aber sagte Nein
00:37:00: deine Tiere beißen nicht
00:37:02: antwortete er
00:37:03: Sie tut dir nichts.
00:37:04: Altesmütterchen kommen herunter.
00:37:07: sie war aber eine Hexe und sprach
00:37:09: Ich will dir eine Route von den Bauern abwerfen Wenn du sie damit auf den Rücken schlägst, tun Sie mir nichts.
00:37:15: Da warf sie ihm ein Rücklein herab und er schlug sie damit als bald lagen sie still und waren in Stein verwandelt.
00:37:23: Und als die Hexe von den Tieren sicher war sprang sie herunter und rührte auch ihn mit einer Route an und verwandelte ihn in Stein.
00:37:30: Darauf lachte sie und schleppte ihn und die Tiere in einen Graben wo schon mehr solcher Steine lagen.
00:37:37: Als aber der junge König gar nicht wiederkam, war die Angst und Sorge der Königin immer größer.
00:37:43: Nun trug sich zu, dass gerade in dieser Zeit der andere Bruder, der bei der Trennung den Osten gewandelt war, in das Königreich kam.
00:37:50: Er hatte einen Dienst gesucht und keinen gefunden, war dann herumgezogen hin-und her und hatte seine Tiere tanzen lassen.
00:37:58: Da fiel ihm ein er wollte einmal nach dem Messer sehen, daß sie bei ihrer Trennung in einem Baumstamm gestoßen hatten um zu erfahren wie es seinen Bruder ginge!
00:38:07: Wie er dahin kam, war seines Bruders Seite halb verrostet und halb war sie noch blank.
00:38:12: Der erschrak er – und dachte ….
00:38:15: Mein Bruder muss ein großes Unglück zugestoßen sein!
00:38:18: Doch kann ich ihn vielleicht noch retten?
00:38:20: Denn die Hälfte des Messers ist noch blank….
00:38:23: Er zog mit seinen Tierengen Westen und als er in der Statur kam trat ihm die Wache entgegen und fragte ob sie ihn bei seiner Gemahlin melden sollte.
00:38:31: Die junge Königin wäre schon seit ein paar Tagen in großer Angst über sein Ausbleiben und fürchtete, er wäre im Zauberwald umgekommen.
00:38:39: Die Wache nämlich glaubte nicht anders als er wäre der junge Königs selbst – so ähnlich sei er ihm – und hatte auch die wilden Tiere hinter sich laufen!
00:38:47: Da merkte er, dass von seinem Bruder die Rede war und dachte... Also ließ er sich von der Wache ins Schloss begleiten und wart mit großen Freuden empfangen….
00:39:01: Die junge Königin meinte nicht anders als es wäre ihr Gemahl und fragte ihn, warum er so lange ausgeblieben wäre.
00:39:08: Er antwortete
00:39:09: Ich hatte mich in einem Wald verirrt und konnte mich nicht eher wieder herausfinden.
00:39:14: Abends war er in das königliche Bette gebracht aber er legte ein zweischneidiges Schwer zwischen sich und die junge Königen.
00:39:21: Sie wusste nicht was das heißen sollte Getraute aber nichts zu fragen.
00:39:26: Da blieb er ein paar Tage und er forstet der Wald alles wie es mit dem Zauberwald beschaffen.
00:39:31: Endlich sprach er,
00:39:32: ich muss noch einmal dort jagen.
00:39:34: Der König und die junge Königen wollten es ihm ausreden, aber er bestand darauf und zog mit großer Begleitung hinaus.
00:39:42: Als er in den Wald gekommen war, er ging es ihm wie seinem Bruder.
00:39:46: Er sah eine weiße Hirschkuh und sprach zu seinen Leuten,
00:39:49: bleibt hier und wartet bis ich wieder komme!
00:39:51: Ich will das schöne Wild jagen,
00:39:53: ritt ihn im Wald hinein und seine Tiere liefen ihm nach.
00:39:56: Aber er konnte die Hirschkuh nicht einholen und geriet so tief in den Wald, dass er darin übernachten musste.
00:40:02: Und als er einen Feuer angemacht hatte, hörte er über sich echten... Da schaute er hinauf – und es saß dieselbe Hexe oben im Baum!
00:40:15: Sprach er…
00:40:17: Wenn dich friert, so komm herab altes Mütterchen und wärme dich!
00:40:20: antwortete sie Nein!
00:40:22: Deine Tiere beißen mich!
00:40:24: Er aber sprach
00:40:25: Sie tun dir nichts.
00:40:27: Da rief sie,
00:40:28: Ich will dir eine Route hinabwerfen.
00:40:30: Wenn du sie damit schlägst so tun Sie mir nichts!
00:40:34: Wie der Jäger das hörte traute er der Alten nicht und sprach,
00:40:37: Meine Tiere schlag ich nicht Kommt Du herunter oder ich hole dich?
00:40:41: Da rief sie
00:40:42: Was willst Du wohl?
00:40:43: Du tust mir noch nix.
00:40:45: Er aber antwortete,
00:40:47: Kommst Du nicht So schieß' ich Dich herunter.
00:40:49: Sprach sie
00:40:50: Schieß nur zu.
00:40:52: Vor Deinen Kureln fürchte ich mich nicht.
00:40:54: Da legte er an Und schoss nach ihr Aber die Hexe war fest gegen alle Bleikugeln.
00:40:59: Lachte, dass es gelte und rief...
00:41:02: Du sollst mich noch nicht treffen!
00:41:05: Der Jäger wusste Bescheid.
00:41:06: Riss ich drei silberne Knöpfe vom Rock und lud sie in die Büchse Denn dagegen war ihre Kunst umsonst Und als er losdrückte stürzten Sie gleich mit Geschrei herab.
00:41:16: Da stellte er den Fuß auf sie und sprach...
00:41:18: Alter Hexe Wenn du nicht gleich gestehst wo mein Bruder ist So packe dich auf mit beiden Händen und werfe dich ins Feuer.
00:41:25: Sie war ein großer Angst, bat um Gnade und sagte...
00:41:28: Er liegt mit seinen Tierenversteiner
00:41:30: in einem Graben.
00:41:32: Da zwang er sie hinzugehen, drohte ihr und sprach...
00:41:35: Alte Meerkatze!
00:41:37: Jetzt machst du meinen Bruder und alle Geschöpfe die hier liegen lebendig oder du kommst ins Feuer?
00:41:43: ...sie nahm eine Route und rührte die Steine an.
00:41:45: Der wurde sein Bruder mit den Tieren wieder lebendigt und viele andere Kaufleute Handwerker Hirten standen auf danken für ihre Befreiung und zogen heim.
00:41:55: Die Zwillingsbrüder aber, als es sich widersahen, küsten sich und freuten sich von Herzen.
00:42:01: Dann griffen sie die Hexe, banden sie und legten sie ins Feuer.
00:42:05: Und als ich verbrannt war, da tat sich der Wald von selbst auf unverlicht und hell – und man konnte das Königlich Schloss auf drei Stunden Weg
00:42:13: sehen.".
00:42:14: Nun gingen die zwei Brüder zusammen nach Haus und erzählten einander auf dem Weg ihre Schicksale Und als der Jüngste sagte, er wäre an das Königstad her im ganzen Lande, sprach der Andere.
00:42:25: Das habe ich wohl gemerkt!
00:42:26: Denn als sich in die Stadt kam und für dich angesehen ward, da geschah mir alle königliche Ehre.
00:42:32: Die junge Königin hielt mich für ihren Gemahl – und ich musste an ihrer Seite essen und in deinem Bett
00:42:37: schlafen.".
00:42:38: Wie das der andere hörte, wart er so eifersüchtig und zornig, dass er sein Schwert zog und seinem Bruder den Kopf abschlug.
00:42:45: Als dieser aber tot darlag und er sein rotes Blut fließen sah, rollte es ihn gewaltig.
00:42:51: «Mein Bruder hat mich erlöst!«
00:42:53: rief er aus –
00:42:54: »und ich hab ihn dafür getötet!«
00:42:56: Und jammerte laut.
00:42:58: Da kam sein Hase und der Boot sich von einer Lebenswurzel zu holen sprang fort und brachte sie noch zu rechter Zeit.
00:43:05: Und der Tote war wieder ins Leben gebracht und merkte gar nichts von der Wunde.
00:43:10: Darauf zogen sie weiter und der jüngste Sprach….
00:43:13: Du siehst aus wie ich?
00:43:14: Hast königliche Kleider an wie ich und die Tiere folgen den nach, wie mir.
00:43:18: Wir wollen zu den entgegengesetzten Toren eingehen und von zwei Seiten zugleich beim alten König
00:43:23: anlangen.".
00:43:24: Also trennten sie sich?
00:43:26: Und bei dem alten Könige kam zugleicher Zeit die Wache vom einen und dem anderen Tore und meldete der junge König mit den Tieren wäre von der Jagd angelangt.
00:43:35: Sprach der König!
00:43:36: Es ist nicht möglich – Die Tore liegen eine Stunde weit auseinander.
00:43:41: In dem aber kamen von zwei Seiten die beiden Brüder in den Schlosshof hinein und stiegen beide herauf.
00:43:47: Da sprach der König zu seiner Tochter, sag an welcher ist ein Gemahl?
00:43:52: Es sieht einer aus wie der andere.
00:43:54: ich kann es nicht wissen!
00:43:56: Sie war da in großer Angst und konnte es nicht sagen.
00:43:59: Endlich fiel er das Halsband ein dass sie den Tieren gegeben hatte suchte und fand in einem einen Löwen ihr goldene Schlösschen.
00:44:07: Da rief sie vergnügt
00:44:09: Der, dem dieser Löwe nachfolgt, der ist mein rechter Gemahl.
00:44:12: Da lachte die junge König und sagte... Ja!
00:44:15: Das ist der Rechte!
00:44:17: Und sie setzten sich zusammen zu Tisch, aßen und tranken und waren fröhlich.
00:44:22: Abends als sich Junge König zur Bett ging sprach seine Frau...
00:44:26: Warum hast du die vorigen Nächte immer ein zweischneidiges Schwert in unser Bett gelegt?
00:44:30: Ich habe geglaubt, du wollst mich tot schlagen!
00:44:33: ...da er kannte er wie treu sein Bruder gewesen war.
Neuer Kommentar