Folge 122 – Märchenstunde: Die Bremer Stadtmusikanten

Shownotes

Es war einmal… ein Mann, der hatte einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so dass er zur Arbeit immer untauglicher ward. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen, aber der Esel merkte, daß kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen; dort, meinte er, könnte er ja Stadtmusikant werden. Als er ein Weilchen fortgegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Wege liegen, der jappte wie einer, der sich müde gelaufen hat. Und es sollte nicht der einzige Gefährte sein, den er auf seinem Weg nach Bremen traf…

  • Musik in dieser Folge: Dietrich Buxtehude

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00:00:03: Die Bremer Stadtmusikanten.

00:00:06: Es hätte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossend zur Mühle getragen hatte dessen Kräfte aber nun zu Ende ging.

00:00:13: So dass er zur Arbeit immer umtauglicher war.

00:00:16: Da dachte der Herr daran ihn aus dem Futter zu schaffen Aber der Esel merkte das kein guter Wind wehte lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen.

00:00:24: Dort meinte er könnte eher Stadtmusikat werden Als er in Weichend fortgegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Wege liegen.

00:00:32: Der jappte wie einer der sich müde gelaufen

00:00:35: hat.

00:00:35: Nun was sie abst du so packern?

00:00:38: fragte der Esel.

00:00:39: Ach, sagte der

00:00:41: Hund Weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde auch auf der Jagd nicht mehr fort kann Hat mich mein

00:00:48: Herr wollen

00:00:49: Tod schlagen.

00:00:50: Da habe ich Reis ausgenommen Aber womit soll ich nun

00:00:53: meinen Brot verdienen?

00:00:55: Weißt

00:00:55: Du Was?

00:00:57: sprach der

00:00:57: Ese.

00:00:58: Ich gehe nach Bremen und werde dort statt Musikant.

00:01:02: Geh mit!

00:01:02: Und lass dich

00:01:03: auch bei der Musik annehmen, ich spiele die Laute

00:01:06: und du schlägst

00:01:07: die

00:01:07: Pauken.".

00:01:09: Der Hund warst zufrieden und sie gingen weiter.

00:01:12: Es dauerte nicht lange so dass da eine Katze an dem Weg und machte ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter.

00:01:18: Nun was ist dir in die Quere gekommen?

00:01:20: alter Bartputzer?

00:01:21: sprach der Esel.

00:01:23: Wer

00:01:23: kann da lustig sein, wenn's einem

00:01:25: an den Kragen geht?

00:01:27: antwortete die Katze.

00:01:29: Weil ich nun zu Jahren komme meine Zähne stumpf werden und ich lieber hinter dem Ofensitze und Spinne als nach Mäusen herum jagen hat mich meine Frau ersäufen vollen!

00:01:41: Ich habe mich zwar noch fortgemacht

00:01:43: aber nun

00:01:44: ist guter Ratheuer.

00:01:45: wo soll ich hin?

00:01:47: Geh mit uns nach Bremen.

00:01:49: Du verstehst dich doch auf die Nachtmusik.

00:01:52: Da kannst du ein

00:01:53: Stadtmusikant

00:01:53: werden.".

00:01:54: Die Katze hielt das für gut und ging mit.

00:01:57: Darauf kamen die drei Landesflüchtigen an einem Hof vorbei, da saß es auf dem Tor der Haushahn und schrie aus leibes Kräften.

00:02:05: «Du

00:02:05: schreist einem durch Mark und Bein!«

00:02:07: sprach der Ese.

00:02:08: «Was hast

00:02:09: du vor?

00:02:10: Da hab ich gute Wetterprofe Zeit!»

00:02:13: sprach Der Hahn.

00:02:14: Weil unserer lieben Frau ein Tag ist,

00:02:16: wo sie dem

00:02:16: Christkindlern die Hemdchen gewaschen hat und sie trocknen will.

00:02:20: Aber weil morgen zum Sonntag Gäste kommen, so hat die Hausfrau doch kein Erbahmen und hat der Köchin gesagt, Sie wollte mich morgen in der Suppe essen!

00:02:28: Und da soll ich mir heute

00:02:29: Abend den Kopf

00:02:30: abschneiden lassen.

00:02:32: Nun schrei' ich aus vollem Halt solange ich noch

00:02:34: kann.".

00:02:39: Zieh lieber mit uns fort.

00:02:40: Wir gehen nach Bremen, etwas besseres als den Tod findest du überall.

00:02:45: Du hast eine gute Stimme und wenn wir zusammen musizieren so muss es eine

00:02:49: Art haben.

00:02:50: Der Hahn ließ sich den Vorschlag gefallen und sie gingen alle vier zusammen fort.

00:02:57: Sie konnten aber die Stadt Bremen in einem Tag nicht erreichen Und kamen abends in einen Wald wo sie übernachten wollten.

00:03:04: Der Esel und der Hund legten sich unter einen großen Baum.

00:03:08: Die Katze und der Hahn machten sich in die Äste, der Hahn aber flog bis in die Spitze wo es am sichersten für ihn war.

00:03:15: Er erreinschlief sah er sich noch einmal nach allen vier Winden um.

00:03:18: da deuchte ihn ersee in der Ferne ein Fönkchen brennen und rief seinen Gesellen zu Es müsste nicht gar weit ein Haus sein denn es scheine ein Licht sprach der

00:03:28: Esel.

00:03:29: so müssen wir uns aufmachen und noch hingehen Denn hier ist die Herrberg geschlecht.

00:03:34: Der Hund meinte ein paar Knochen und etwas Fleisch dran täten ihm auch gut.

00:03:39: Also machten sie sich auf den Weg nach der Gegend, wo das Licht war Und sahen es bald heller Schimmern und es ward immer größer Bis sie vor ein hell erleuchtetes Räuberhaus kam.

00:03:48: Der Esel als der Größte näherte sich dem Fenster und schaute hinein.

00:03:53: Was siehst du grau Schimmel?

00:03:55: fragte

00:03:55: der Hahn.

00:03:56: was ich sehe

00:03:57: antwortete der

00:03:58: Esel einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken Und Räuber sitzen daran und lassen sich wohl sein.

00:04:05: Das wäre was für uns,

00:04:08: sprach der Hahn

00:04:09: Ja ja ach wären wir da

00:04:12: sagte der Esel.

00:04:13: Da ratschlagten die Tiere wie sie es anfangen müssten um die Räubers hinaus zu jagen und fanden endlich ein Mittel.

00:04:20: Der Esel musste sich mit den Vorderfüßen auf das Fenster stellen Der Hund auf des Esels Rücken springen Die Katze auf dem Hund klettern und endlich flog der Hahn hinauf und setzte sich der Katze.

00:04:31: Wie das geschehen war, fingen sie auf ein Zeichen insgesamt an ihre Musik zu machen.

00:04:36: Der Esel schrie der Hund belte die Katze miaute und der Hahn treckten.

00:04:41: Dann stürzten sie durchs Fenster in die Stube hinein dass die Scheiben klirrten.

00:04:45: Die Räuber fuhren bei dem entsetzlichen Geschrei in die Höhe Meiten nichts anders als ein Gespenstkäme herein Und flohnen in größter Furcht in den Wald hinaus.

00:04:54: Nun setzten sich die vier Gesellen an den Tisch, nahmen mit dem Vorlieb was übrig geblieben war und aßen als wenn sie vier Wochen hungern sollten.

00:05:03: Wie die vier Spielleute fertig waren löschten sie das Licht aus und suchten sich eine Schlafstätte jeder nach seiner Natur und Bequemlichkeit.

00:05:10: Der Esel legte sich auf den Mist der Hund hinter die Türe Die Katze auf den Herd bei die warme Asche Und der Hahn setzte sich auf Den Harnenwalgen.

00:05:19: und weil sie müde waren von ihrem langen Weg schliefen Sie auch bald ein Als Mitternacht vorbei war und die Räuber von Weitem sahen, dass kein Licht mehr im Haus brannte – auch alles ruhig schien, sprach der Hauptmann.

00:05:32: Wir hätten uns doch nicht Säulen ins Boxhorn jagen lassen!

00:05:35: Und hieß einen hingehen und das Haus untersuchen.

00:05:39: Der Abgeschickte fand alle still, ging in die Küche ein Licht anzuzünden und weil er die glühenden, feurigen Augen der Katze für lebendige Kohlen ansah, hielt er ein Schwefelhölzchen daran, daß es Feuer fangen sollte….

00:05:52: Aber die Kötze verstand keinen Spaß, sprang ihm ins Gesicht spie und kratzte.

00:05:57: Da erschrak er gewaltig, lief und wollte zu Hintertüre hinaus – aber der Hund, der da lag, sprank auf und bis ihn ins Bein!

00:06:05: Und als er über den Hof an dem Miste vorbeirannte, gab ihm der Esel noch einen tüchtigen Schlag mit dem Hinterfuß.

00:06:11: Der Hahn aber, der vom Lärmen aus dem Schlaf geweckt und munter geworden war, rief vom Balken herab….

00:06:20: Da lief der Räuber, was er konnte zu seinem Hauptmann zurück und sprach.

00:06:25: Ach,

00:06:25: in dem Haus sitzt eine gräuliche Hexe.

00:06:28: Die hat mich angehaucht und mit ihren langen Fingern mir das Gesicht zerkratzt Und vor der Tür steht ein Mann mit einem Messer.

00:06:35: Der hat mich ins Bein gestochen Und auf dem Hof liegt ein schwarzes Ungetümen.

00:06:39: Das hat mit einer Holzkäule auf mich losgeschlagen Und oben auf dem Dache da sitzt der Richter!

00:06:45: Der Rief

00:06:46: bringt mir den Schelm her.

00:06:48: Da

00:06:48: machte ich dass sich fortkam.

00:06:51: Vor nun an getrauten sich die Räuber nicht weiter in das Haus.

00:06:54: Den vier Bremer Musikanten gefiel es aber sowohl darin, dass sie nicht wieder herauswolken.

00:06:59: Und der das zuletzt erzählt hat dem ist den Mund noch warm!

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