Folge 121 – Märchenkunde: Allen Menschen bringt er nur Böses
Shownotes
Es war einmal… dieses Gefühl, das oft mit diesem kurzen Stich beginnt. Dieses Zusammenziehen in der Brust oder im Bauch, anfangs oft ganz flüchtig, aber ausreichend, um seinen giftigen Stachel zu säen. Dann mischt sich Unruhe hinein. Die Gedanken beginnen zu kreisen: Warum nicht ich? Was fehlt mir? Ich will das auch! Eine Mischung aus Sehnsucht und Frust, bis eine gewisse Schärfe hinzu kommt. Missgunst, Eifersucht. Ein innerer Druck, der dir unablässig zu raunt: “Da draußen ist etwas, das du willst.” Und du willst es so sehr, dass es bald dein ganzes Denken bestimmt… Dieses Gefühl kennen viele Märchenfiguren. Es ist Neid. Die böse Stiefmutter spürt ihn, die Stiefschwester auch. Die Magd, die Hexe, Prinzessinnen, Königinnen und Nachbarn – sie alle sind neidisch. Neid funktioniert im Märchen wie ein Motor, der die Handlung auslöst und antreibt. In dieser Märchenkunde schauen wir uns dieses ebenso mächtige wie gefährliche Gefühl genauer an: Welche Figuren im Märchen sind neidisch? Ist Neid im Märchen vor allem ein weibliches Phänomen? Und, in Bezug auf das japanische Märchen unserer letzten Märchenstunde: Warum bringt Neid so viel Leid? Was sagt die Darstellung von Neid im Märchen über uns als Menschen aus? Wie passt das in unsere heutige Neidgesellschaft? Und vor allem: Ist Neid das vielleicht böseste aller Gefühle, nicht nur im Märchen?
- Musik: Archivproduktion des musikhistorischen Studios der Deutschen Grammophon Gesellschaft, "Quartett für Blockflöte, Oboe, Violine und Continuo G-Dur", Georg Philipp Telemann, 1.Satz (Intro) und 3. Satz (Outro).
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Transkript anzeigen
00:00:02: Märchenpott, die Gelsenkirche in der Märchensstunde.
00:00:20: Hallo und herzlich willkommen zum Märchenpot, unserem Märchenpodcast.
00:00:24: Wir sind Jenny
00:00:25: Christian
00:00:26: und Elena Und wir nehmen euch mit in die Weite Welt der Märchen In die Welt von Es war einmal und wenn sie nicht gestorben sind In die welt von schönen Prinzessinnen und bösen Hexen Von guten Feen mutigen Abenteuern und verwunschenden Königreichen In diewelt von Schnöwittchen, Domröschen und Hänseln und Gretel Aber auch eine unbekannte Welt, in der euch Figuren und Erzählungen begegnen werden, die ihr noch nicht so gut kennt.
00:00:47: Wir unterteilen unsere Folgen in Märchenstunde und Märchenkunde.
00:00:50: In der Märchen-Stunde sprechen wir euch ein Hörspiel ein, in der darauf folgenden Märchen Kundefolge tauschen wir uns dann darüber aus und diskutieren und analysieren Aspekte zu einem bestimmten Oberthema.
00:01:00: Dabei sagen wir auch unsere Meinung die natürlich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat.
00:01:04: Viel mehr geht es uns darum zu zeigen wie zeitlos aktuell und vielschichtig Märchen sind und warum wir uns ein bisschen Märchenzauber am Alltag bewahren sollten.
00:01:13: Und damit beginnen wir mit unserer Folge hundertundzwanzig und dem Thema Neid
00:01:18: im Märchen.
00:01:38: Jenny Christian, Hand aufs Herz!
00:01:40: Wart ihr schon mal so richtig
00:01:42: neidisch?
00:01:44: Ja als Kind glaube ich war ich ab und zu schonmal neidish.
00:01:47: ja ich bestimmt auch.
00:01:49: ich überleg gerade aber tatsächlich nicht so oft.
00:01:52: mein Bruder auf den war eigentlich nie neidische eher so
00:01:56: Ja, auf andere Kinder die dann Sachen hatten, die die Mama einem nicht erlaubt hat.
00:02:00: Ich wollte zum Beispiel so ein Barbie-Haus damals haben.
00:02:04: da war ich neidisch drauf und dann habe ich irgendwie gesehen dass man das so total viel zusammenschrauben muss.
00:02:09: dann fand ich das doch nicht mehr so cool.
00:02:12: Da hab' ich auch Leid gesiebt!
00:02:15: Aber da habe ich immer gedacht boah warum krieg ich das nicht?
00:02:17: Das voll gemein.
00:02:19: Also ich kann mich... ... an etwas Konkretes jetzt nicht erinnern.
00:02:23: Ich hab mir die Frage natürlich vorher auch gestellt, also als Kind war ich glaube ab und zu schonmal neidisch.
00:02:28: Als Erwachsener versuche ich es zumindest nicht so sein und das klappt eigentlich ganz gut weil ich mir immer denke ja gut dafür hast du dann das und dass oder derjenige halt an der für andere Sache nicht und so.
00:02:41: Ich würde
00:02:42: auch sagen, als Kind ist das ein Lernprozess.
00:02:46: Da gehört es dazu, dass man eifersüchtig oder neidisch ist.
00:02:49: Wir werden den Unterschied heute noch mal erörtern.
00:02:51: ...
00:02:52: Oder
00:02:53: misgünstig!
00:02:54: Genau, das verschwimmt manchmal so ein bisschen ineinander.
00:02:57: Als Kind hatte ich das bestimmt auch mal und habe aber nicht eine konkrete Situation.
00:03:01: Dann habe ich überlegt, so als Erwachsene... Aber das könnte ich jetzt auch nicht sagen?
00:03:08: dass ich da irgendwie so dieses wirklich, das ist ja so ein bohrendes Gefühl.
00:03:12: Aber da könnte ich mich jetzt auch nicht an was Konkretes erinnert, wo ich wirklich sagen würde, Boah, da war ich richtig neidisch!
00:03:16: Ich glaube man hat schon vielleicht manchmal so das Gefühl, das wäre schon schön wenn man das hätte oder wenn die Situation so und so wäre...
00:03:24: Also, ich denke mir schon manchmal ... Boah, das haben die Leute eigentlich nicht verdient.
00:03:27: Aber nicht so dass sie sich von innen heraus auffrisst
00:03:30: oder so?
00:03:30: Genau!
00:03:32: Bei mir ist es nicht gekoppelt an spezielle Personen.
00:03:35: Bei mir wäre das eher so, dass ich vielleicht manche Sachen auch gerne hätte.
00:03:39: die andere haben, die ich nicht habe.
00:03:41: Aber das geht
00:03:42: auch?
00:03:42: Also nicht den wegnehmen sondern...
00:03:43: Genau!
00:03:45: Und dass es gar nicht an irgendwelche bestimmten Personen gekoppelt oder so was, sondern dass ich mir einfach denke, boah, das wäre auch schön aber ist jetzt halt nicht.
00:03:53: Ja, aber ich glaube dieser Punkt, was du auslattest mit dem auch, das ist halt wichtig also dass man etwas so sehr haben will, dass man das Bedürfnis hat als einem anderen wirklich zu entreißen und für sich zu beanspruchen.
00:04:03: Das würde ich schon von mir mal ganz grob baubnähtes
00:04:07: Hat dich nicht.
00:04:08: Bei uns hieß es, dass auch immer der Klügerer gibt nach und da hab ich mich immer gebauchpinselt gefühlt, wenn ich dann wirklich nachgegeben habe.
00:04:14: Jetzt siehst du?
00:04:15: Ich bin der Klügere.
00:04:16: Das ist ja
00:04:17: so manipulierbar!
00:04:20: Aus der Not eine Tugend
00:04:21: gemacht.
00:04:21: Aber das war viel in der Schule.
00:04:23: Dass dann irgendwie mal so hieß, warum hat die denn jetzt ne Drei oder ne Vier ... Oder nee, quatsch andersrum.
00:04:30: Warum hat die den jetzt ne Eins und ich hab nur ne Dreiein?
00:04:33: Das finde ich eher so... Gerade
00:04:35: bei mündlichen Noten.
00:04:36: Dann kann man das immer noch plausibel nachvollziehbar machen, beim Mündlichen nicht immer.
00:04:42: je nach Lehrerinnen und Lehrern.
00:04:43: Da hab ich mir gedacht, es kann sein, dass du's dann anderen auch wirklich versaust.
00:04:47: Dass ein Lehrer sagt, ja, natürlich die halt eine Drei!
00:04:50: Das ist nicht so.
00:04:51: dieses.
00:04:51: Ich bin aber eigentlich besser, warum krieg ich jetzt keine Eins?
00:04:54: Sondern immer dieses Vergleichen und irgendwie neidisch auf den Anderen sein.
00:04:58: So
00:04:58: tugendhaft hast Du gedacht, dass Du den anderen das nicht versauen wolltest?
00:05:01: Wenn
00:05:01: das meine Erzfeinde
00:05:02: war, in der Klasse wäre mir das doch noch extra recht
00:05:04: gewesen?!
00:05:05: Nee, ich habe das auch nicht gemacht.
00:05:06: Ich hab nur gedacht, wenn das andere gemacht haben ... Ich war ja auch nicht gut imündlichen, aber...
00:05:12: Ja ich glaube das ist aber weil natürlich gerade in der Schule dieser Leistungsdruck und so auch anfängt.
00:05:16: Da habe ich im Laufe der Folge auch noch mal einen Aspekt dazu, der das glaube ich auch ein bisschen beeinflusst.
00:05:22: Weil ich glaube darauf kommt es auch ein bißchen an!
00:05:25: Nicht nur,
00:05:26: aber
00:05:27: ich glaube dass es so beides neigt kann sowohl was sein, was natürlich von äußeren Umständen auch ein bisschen begünstigt wird.
00:05:34: Aber letztlich ist es irgendwie etwas, was aus dir rauskommt.
00:05:37: Bei uns scheint der Night eher moderat ausgeprägt zu sein.
00:05:41: Die Figur um die es ja in unserer letzten Märchenkunde ging, die ist hingegen sehr, sehr neidisch!
00:05:48: Also... Krasses Beispiel, finde ich.
00:05:51: Genau!
00:05:52: Und als hätten wir uns was dabei gedacht hat sie die heutige Folge natürlich auch schon ganz gut vorbereitet.
00:05:57: Ihr erinnert euch bestimmt?
00:05:58: Zuletzt ging es um die Figur der bösen Stiefmutter und eine große Triebfeder für all die Böse-Taten, die diese Mähchenfigur so begeht ist das haben wir ja festgestellt Der Knight.
00:06:08: Generell ist Neid ein weitverbreitetes Phänomen im Märchen.
00:06:12: Nicht nur die böse Stiefmutter ist neidisch, auch für Stiefgeschwister, Märkte und Prinzessinnen oder Königinnen ist Neit oft der Motor ihres Handelns und damit oft der Auslöser der Handlung.
00:06:23: Und ihr habt es vielleicht schon an meine Aufzählung gehört?
00:06:25: Stief-Mütter, Stieftöchter, Märkteprinzessinnen... Es mag an der starken Präsenz des Stiefmuttertopos liegen!
00:06:31: Aber wenn wir ehrlich sind als erstes denken wir beim Thema Neid in Märchen an Weibliche Figuren.
00:06:36: Ja, und das wollen wir heute uns mal ein bisschen genauer anschauen.
00:06:40: Also in welchen Formen begegnet uns Neid im Märchen?
00:06:42: Ist es wirklich ein weibliches Phänomen?
00:06:45: Unser Märchenstundemärchen geht ja schon in eine andere Richtung!
00:06:48: Wie häufig kommt Neid wirklich im Märchend vor?
00:06:50: Welche Funktion hat Neid am Märchen?
00:06:52: und warum eigentlich gerade
00:06:55: Neid?!
00:06:55: Also ihr seht, wir haben wieder einiges vor.
00:06:57: ich würde sagen let's go!
00:06:59: Und bevor wir da konkret auf das Märchen das Thema beziehen, möchte ich einmal noch mal allgemein heute meine Frage beantworten.
00:07:06: Nämlich was ist Neid?
00:07:08: Jenny hat eine Frage!
00:07:16: Ja, Neid ist eine negative Charaktereigenschaft die dadurch gekennzeichnet ist dass die neidische Person einer anderen ihren Erfolg Fähigkeiten
00:07:24: besitzt
00:07:25: oder auch Glück und so weiter, das kann man jetzt natürlich noch ins Unendliche ausdehnen eben nicht gönnt.
00:07:31: Meist werden diejenigen beneidet, die der neidischen Person zeitlich oder räumlich nahestehen also dasselbe Alter oder dieselbe Position haben.
00:07:40: ist jetzt vielleicht auch ein bisschen das was ich vorhin gesagt habe mit der Schule weil dann ist man ja quasi so in einer Peer Group wo man sich komplett gut miteinander vergleichen kann.
00:07:48: Es sind
00:07:49: also Personen, mit denen man sich identifizieren kann.
00:07:53: Neid ist ein soziales Phänomen das beim Vergleich mit anderen entsteht.
00:07:58: Die neidische Person beobachtet ihr Umfeld bewertet die Unterschiede und sieht sich selbst im Nachteil.
00:08:04: In der Psychologie werden zwei Formen von Neid unterschieden nämlich einmal der Wunsch einer neidenden Person ebenfalls, die Güter zu erlangen.
00:08:12: Um die, die beneidete Person beneidet wird ohne sie dieser zum Missgönnen.
00:08:17: Also konstruktiver Neid?
00:08:19: Konstruktiver NEID ist schön!
00:08:22: Genau also da geht es eher darum dass ich mir denke so generell irgendwas hätte ich gerne und gar nicht bezogen auf irgendeine Person.
00:08:30: Und im Prinzip wie wir's auch vorhin gesprochen haben Ich möchte das dieser Person auch gar nicht wegnehmen.
00:08:34: Ich hätte das nur selber für mich halt auch gerne.
00:08:37: Und dann als Zweites gibt es der Wunsch einer neidenden Person, dass die beneidete Person die Güter um die sie beneidet wird verliert.
00:08:45: Also, dass ich ihr das eben wegnehme.
00:08:47: und das ist der destruktive Neid oder auch Missgund.
00:08:50: Ich gönne das jemandem nicht, dass er das hat.
00:08:53: So kann der Neidende den Wunsch nach Schaden für die beneidete Personen entwickeln.
00:08:58: Sie soll im Prinzip wie unsere Figur heute aus unseren Märchenstunden-Märchen, dass man da wirklich jemandem was Böses antun möchte.
00:09:07: Sowohl der konstruktive als auch der destruktive Neid ergeben sich aus dem Bedürfnis, den eigenen Selbstwert zu maximieren und seine relative Position in der sozialen Hierarchie eben zu verbessern.
00:09:19: Klar!
00:09:20: In der öffentlichen Rezeption des Begriffes steht im Allgemeinen die Bedeutung des destruktiven Neids also der Missgunst im Fokus.
00:09:28: Und dadurch erhält der eigentlich neutrale Begriff NEID eigentlich immer eine überwiegend negative Bedeitung Und destruktiver.
00:09:36: Neid gilt insbesondere als verwerflich, da er wie schon besprochen eben mit Missgunz verbunden ist und damit im Allgemeinen destruktive Emotionen oder Handlungen nach sich zieht.
00:09:47: Wie zum Beispiel Hass, Schadenfreude, Dinoziation, Verrat, Sabotage, üble Nachrede... ...und in letzter Instanz für den Beneideten sogar gefährlich werden
00:09:56: kann.
00:09:56: Kann ihr dann auch zu Diebstahl führen?
00:10:00: Tatbestand werden,
00:10:01: ne?
00:10:01: Genau.
00:10:02: Oder jemanden irgendwie dann einen über den Kopf braten.
00:10:05: Also Gewalt ... eine körperliche Gewalt anwenden.
00:10:08: Ja
00:10:08: oder dann töten, wie wir das im Märchen ja auch sehr häufig
00:10:12: haben.
00:10:12: Aber nicht mal dass man die Sachen oder den Menschen für sich haben möchte und so.
00:10:18: Wenn er mich nicht liebt, soll ihn keiner haben oder so.
00:10:22: Genau.
00:10:23: Eine zweite in der öffentlichen Rezeption des Begriffs sehr präsente Dimension des Begriffes Neid ist.
00:10:29: Seine Verwendung unterstellt, dass der Wunsch des Neidenden nicht gerechtfertigt also letztlich nur egoistisch motiviert sei und dies unterscheidet ihn von dem Begriff des Gerechtigkeitsins.
00:10:41: Während all Versucht weniger negativ eingestuft werden kann weil sie eher durch die Angst vor dem Verlust von beispielsweise Liebe oder generell Verluste entsteht ist Neid in allen Kulturen immer höchst negativ besetzt und
00:10:54: verurteilt.".
00:10:56: Ist ja auch eine Todsünde wie wir
00:10:57: wissen.
00:10:58: Genau.
00:10:58: Und Neid beschreiben Betroffene mit Minderwertigkeitsgefühlen, dem Verlangen nach etwas Grollmissbilligung der Emotionen... Eifersucht war dagegen gekennzeichnet durch Verlustängste, Misstrauen, Angst oder Wut?
00:11:14: Also ist Eifversuch ein bisschen traumatisierter quasi, dass man durch Erlebnisse Angst hat Sachen zu verlieren und Neid ist dann eher so eine aktive Entscheidung
00:11:27: Genau, und im Prinzip immer böse.
00:11:29: Und Eifersucht hat eben diese Verlustängste genau.
00:11:33: Dass man Angst hat zum Beispiel den Mann, dem er liebt vielleicht zu verlieren oder so.
00:11:37: Deswegen ist es auch negativ aber vielleicht ein bisschen positiver als Neid.
00:11:43: Wie du schon gesagt hast Elena wir hatten ja bereits in unserer Tugend- und Lasterfolge gelernt dass Neid seit dem vierten Jahrhundert eine der Hauptsünden ist.
00:11:51: Hier.
00:11:52: erhebliche soziale Unterschiede sind häufig ein Grund für Neid.
00:11:55: In der Literatur wird in zahlreichen Volkserzählungen das Motiv verwendet, dass Neid dazu führt, dass soziale Ungleichheiten aufgehoben werden.
00:12:03: Nicht selten wird aber der Wunsch der Armen nach einem besseren Leben aus Angst vor Verknappung der begrenzten Ressourcen als Neid und Missgunst diffamiert.
00:12:12: Ich möchte jetzt hier nicht politisch werden.
00:12:14: Das mach ich gleich.
00:12:17: Voll!
00:12:17: Okay, weil ich hab gedacht, das ist schon sehr aktuell.
00:12:21: Super aktuell...
00:12:22: Der Unterschied zwischen Arm und Reich wird mit der bestehenden Weltordnung legitimiert.
00:12:28: Ständeordnung halt, ne?
00:12:30: Man kann Neid also auch sehr sozial-politisch und gesellschaftlich relevant sehen.
00:12:35: Neid wird in Sprichwörtern und Gedichten häufig personifiziert.
00:12:39: In dem Metamorphosen beschreibt Ovid die Nvidia als ein schlangen fressendes, hageres Weib mit rostigen Zähnen.
00:12:47: Bisschen wie
00:12:48: Frau Holle?
00:12:49: Ja!
00:12:51: Rostige Zähne ist schon schön... Hier von gibt es auch noch andere Beispiele in der Literatur.
00:12:57: Also Neid ist nicht nur im Märchen, sondern allgemein in der literatur sehr verbreitet.
00:13:02: letztlich wird aber immer die selbstverstörerische Kraft des Neids in Wort und Bild gezeigt.
00:13:07: so heißt es bei Ovid er oder sie zährt sich selbst auf frisst das eigene Herz die eigene Hand also schon sehr selbst zerstörerisch.
00:13:17: Dies entspricht einem Gerechtigkeitsgefühl, also man möchte ja im Prinzip dass derjenige der so neidisch ist das hatten wir auch in unserer Märchenstunnmärchen.
00:13:25: Also ich hatte total das Gefühl Ich möchte dass er auch bestraft
00:13:27: wird Ja spätestens als er das Hühnchen getötet hätte
00:13:30: Genau weil er sich einfach so böse verhält Das es auch einfach nur gerecht ist.
00:13:35: Man hat ja doch einfach so ein Gerechtigkeit gefühlern und deswegen sollen die Handlungen des Bösen ja auch auf ihn selbst zurückfallen Und man möchte eigentlich auch dass er sich damit selbst schadet oder vielleicht auch zugrunde richtet.
00:13:47: Im Märchen war es ja auch ganz analog, so wie er das Hühnchen getötet hat, wurde dann letztlich im Kerker getöteten?
00:13:53: Oder ist gestorben?
00:13:54: Ja und im Prinzip hat man auch gar kein Mitleid mit dem, weil man denkt sich... Es ist schon gerecht!
00:13:59: Er hat sich
00:13:59: dir so selbst eingebrockt.
00:14:00: Genau,
00:14:00: er hat sich ja auch wirklich Mist verhalten.
00:14:03: Hat er den Mist auch verdient.
00:14:05: Yes
00:14:06: Ich muss total an unsere Folgen zu Arm und Reich eben und zur Gier auch denken, wo ich mir jetzt klar gemacht habe Ja, die Ilsebille also aus dem Fisch und seine Frau.
00:14:15: Die war halt gierig aber sie wollte irgendwie niemanden was wegnehmen.
00:14:20: Also die hat nicht den König gesehen und gesagt das will ich haben sondern sie hatte einfach so einen ja so ein selbst Verwirklichungstrieb gehabt irgendwie.
00:14:31: Das ist noch mal ein feiner Unterschied, ne?
00:14:33: Auf
00:14:33: jeden Fall!
00:14:34: Also es vielleicht ein bisschen Haarspaltrei und Habg ist ja auch eine Totsünde Und wir haben's ja auch gesehen.
00:14:39: Habg kann auch zerstörerisch sein aber Neid hat von Anfang an schon dieses
00:14:43: Selbstverfressende
00:14:44: und auch dieses vielleicht andere Zervressende.
00:14:47: Ich glaub, Gier kann vielleicht eher gestillt werden.
00:14:50: Vielleicht als Neid.
00:14:52: Zumindest so für meinen Denken auch wenn das bei der Ilse-Billion nicht geklappt hat.
00:14:55: ne?
00:14:56: Ja
00:14:57: aber weiß ich nicht.
00:14:58: also ich glaube Gier ist schon auch was... Das hört nie auf.
00:15:01: und Neid glaube ich hört auch nie auf weil man wird immer neidisch dann auf andere Leute sein die irgendwas haben was man nicht hat und dass es bei Gier ja auch so.
00:15:09: Aber wenn er Neid und Gier hand in Hand gehen da wird's ja doppelt schlimm eigentlich
00:15:13: ne?
00:15:13: Auf jeden Fall!
00:15:14: So ein Neidextrem quasi.
00:15:16: Wir können am Ende der Folge ja vielleicht nochmal, wenn wir noch ein bisschen ausführlicher über Night Habgier und so weiter gesprochen haben.
00:15:23: Uns vielleicht mal fragen ob Night vielleicht sogar das schlimmste aller... Motive und Gefühle im Märchen ist.
00:15:30: Wir können jetzt aber schon mal festhalten, da hätte sie eben.
00:15:33: eine Emotion entsteht wenn man wahrnimmt dass eine andere Person über erstrebenswerte Güter oder eine bessere Position verfügt als man selbst.
00:15:40: Und das ist Jenny hat es ja gerade schon angedeutet ein riesiges aktuelles Thema.
00:15:45: Denn eigentlich wenn wir mal ehrlich sind der ganze politische Diskurs voll davon Kommen zum Beispiel Vorderungen nach einer reichen Steuer wird das abgetan als Ja!
00:15:53: Man is ja nur neidisch auf die Fleißigen geht es um das Thema Sozialstadt.
00:15:57: Also darum, die Schwächsten und Hilfebedürftigsten in unserer Gesellschaft zu schützen heißt so oft ja ... Ja!
00:16:02: Die Flüchtlinge kriegen ja alles oder?
00:16:05: Ja, die Bürgergeldempfänger haben sowieso viel zuviel.
00:16:08: Man muss es leider sagen insgesamt gilt der Deutsche als sehr neidisch.
00:16:12: Und ich glaube, dass stimmt
00:16:14: auch.
00:16:14: Das glaub' ich auch.
00:16:15: Stichwort Neiggesellschaft.
00:16:16: Der Duden definiert das als eine Gesellschaft, in der große Teile der Bevölkerung davon überzeugt sind, Könnte man erst mal sagen, stimmt eigentlich?
00:16:27: Sind wir deswegen neidisch.
00:16:28: Nein auch hier geht es glaube ich in diese destruktive Richtung die Jenny uns gerade aufgezeigt hat Denn Neitgesellschaft ist auch ein politisches Schlagwort Das eine Gesellschaft bezeichnet in der NEIT und insbesondere soziale NEIT Allgemein politisch- und wirtschaftlich als Motivation geschürt werden.
00:16:46: Und grade AfD und CDU zum Beispiel können das ja... aktuell besonders gut.
00:16:51: Und das führt dann auch dazu, dass Menschen neidisch auf Menschen sind die eigentlich gar nichts haben.
00:16:55: und wir merken gerade am politischen Klima wie immer mehr nach unten getreten wird und dabei genau diese Neid-Argumente kommen.
00:17:03: Da stellt sich schon die Frage warum ist der Mensch so?
00:17:07: Das ist jetzt natürlich ein sociologischer und psychologischer Diskurs den wir hier nicht abbilden können.
00:17:13: Nur ein paar Gedanken dazu schließt auch gut an dieses Schulbeispiel von der Jenny am Anfang an.
00:17:18: Wir leben ja nun mal in einer Leistungsgesellschaft, ob wir das jetzt mögen oder nicht?
00:17:21: Aber unsere Gesellschaft eigentlich völlig irrational kultiviert den ihr Glauben vom endlosen Wachstum.
00:17:27: Die Gesellschaft versucht uns immer noch weiß zu machen, dass man alles erreichen kann wenn man nur will.
00:17:32: und da kann Neid natürlich als Antriebskraft für individuelle Streben- und Wettbewerb fungieren.
00:17:38: denn das ist das was unsere Gesellschaft als Motor eigentlich braucht!
00:17:41: Man kann sich halt nicht richtig...
00:17:43: Richtig, und dann funktioniert Kapitalismus nicht.
00:17:46: Außerdem haben wir eine Konsumkultur!
00:17:47: Night ist oft ein ganz zentraler Faktor für das Konsumverhalten da Menschen danach streben den Status oder Besitz ihrer Mitmenschen zu erreichen oder zu übertreffen.
00:17:56: am besten noch Wenn Konsum das Selbstbild definiert Dann kann das schon mal zu einer persönlichen Krise werden.
00:18:02: wenn Hans Dieter von gegenüber sich ein neues Auto kauft Und man sich fragt Ja Wo haben die denn das Geld her?
00:18:08: Die müssen ja reich sein.
00:18:10: Und so wirkt Neid natürlich eben destruktiv.
00:18:14: Machen wir erst mal Kratzer in den Lack.
00:18:16: Richtig!
00:18:18: Es ist spaltend, er führt zu Missgunst-Ausgrenzung Hass.
00:18:22: Erleben wir alles jetzt gerade?
00:18:24: Die Frage ist, ist dieses als negativ wahrgenommenen Gefühl wirklich immer schlecht?
00:18:28: oder kann Neid auch konstruktiv sein etwa wenn er als Motivator für soziale Mobilität und Fortschritt dient?
00:18:36: Ja, weiß ich nicht.
00:18:37: Finde ich schwierig!
00:18:39: Nur weil der Nachbar jetzt ein neues Auto hat, denke ich mir noch nicht... Boah, jetzt muss sich aber herankürzen dass ich auch nie... Aber
00:18:45: vielleicht hat das schon ein Leistungseffekt, dass man sich denkt.
00:18:48: Dann muss ich mehr arbeiten und sparen, weil ich hätte gerne auch ein Auto.
00:18:53: Wer mir gerade bei dir gehört?
00:18:55: Die Psychologie unterscheidet ja auch in Konstruktiv- und Destruktiv.
00:18:59: Für den Kapitalismus, wenn wir es jetzt mal wirklich in unserem System denken, ist das natürlich auch total gut, wenn die Menschen so denken würden ... Und wie gesagt, man erkennt am aktuellen Diskurs auch so ein bisschen, dass es tatsächlich auch Menschen gibt, die das scheinbar sehen in den anderen übertreffe und angeblich übertreffen ja auch immer alle andere Menschen, alle anderen.
00:19:19: Und machen alles viel, viel besser!
00:19:21: Vielleicht erliegen wir da einfach nur diesen kapitalistischen Lügenmärchen?
00:19:24: Aber bei mir greift das komischerweise nicht.
00:19:25: also wenn ich mehr Sachen kaufe dann kaufe ich die wirklich weil ich sie haben will und nicht weil ich Sie woanders gesehen habe mit der Bombe.
00:19:32: warum hat der die?
00:19:33: und ich nicht?
00:19:33: Ich will dass auch haben sondern wirklich aus einem woher dieses Bedürfnis kommt keine Ahnung?
00:19:38: da kann man auch sicherlich mal nach fragen aber das ist nicht so.
00:19:42: Wenn der das hat, will ich es aber
00:19:43: auch haben.
00:19:45: Da sieht man schon, dass das wahnsinnig komplex ist und wie gesagt können wir natürlich in der ganzen Breite hier überhaupt nicht abdecken.
00:19:51: Ich wollte euch nur mal so ein paar Denkanstöße geben Und vielleicht könnt ihr die uns zuhört ja auch mal überlegen Habt ihr so Situationen gehabt?
00:19:59: Könnt ihr ergründen, wenn ihr mal neidisch wart, woher das kam.
00:20:03: Ist es vielleicht einfach eine grundsätzliche Unzufriedenheit, die bei solchen Menschen vorliegt?
00:20:07: wird aber durch die Gesellschaft in der wir leben ohne uns zu sehr auch zum Opfer zu machen.
00:20:11: Aber wird natürlich nicht auch so eine permanente Unzufredenheit geschürzt weil wir irgendwie immer das Gefühl haben Es ist eh nie genug!
00:20:17: Es reicht ja sowieso nicht.
00:20:19: Weiteres Stichpunkt ist ja hier auch das Thema Medien.
00:20:21: Die mediale Inszenierung von Erfolg und die ständige Vergleichbarkeit in einer Multi-Optionsgesellschaft verstärken ja das Gefühl der relativen Deprivation, also diesem Gefühl dass uns etwas fehlt, dass das was wir haben, dass es was wir tun, dass wir selbst als Mensch einfach niemals genug sein können.
00:20:38: Fakt ist, Neid ist in unserer Gesellschaft ein verbreitetes Gefühl nicht nur in Deutschland sondern weltweit.
00:20:43: Und ich glaube es ist wie sozialen Medien nicht besser geworden.
00:20:46: Nein, weil wahrscheinlich das einfach viel mehr zur Show gestellt werden kann.
00:20:50: Und du siehst ja auch immer nur die positiven Sachen.
00:20:54: Da ist halt, wenn du dir denkst ... Boah, die sind immer im Urlaub!
00:20:58: Die sind immer schön!
00:20:59: Das ist eigentlich schon wieder Quatsch, weil wir rational denken, den Menschen wissen wir... Dass
00:21:04: es nicht stimmen
00:21:05: kann?
00:21:05: Wir selber wissen doch auch, wenn wir etwas posten, tun wir das mit einer bestimmten Absicht und da würde ich wahrscheinlich auch nicht mal eine Fresse posten.
00:21:12: Wenn ich drei Stunden gerollt hab und mir denke jetzt sehe ich aus wie ein aufgefallener Fisch.
00:21:17: Aber selbst, wie viel Arbeit dahinter steckt.
00:21:19: Dass das auch mal nervig sein kann und dass man es machen muss.
00:21:22: Irgendwie ein Anführungszeichen.
00:21:23: Dass man aber auch das im besten Sinne inszeniert natürlich.
00:21:26: Derjenige
00:21:27: der sich das Video
00:21:27: anschaut sieht aber ... Boah die sprechen ist ja flüssig.
00:21:30: als ich vor Monaten Podcasts vorgeschnitten habe.
00:21:35: Meine Mutter saß daneben quasi.
00:21:36: Mensch,
00:21:37: wieviel Arbeit dahin steckt?
00:21:38: Sie hat gedacht, dass wir das so flüssisch vom Blatt runterlesen in die Märchen Bedarf.
00:21:47: Und das ist es eben, das schmeichelt natürlich.
00:21:48: Das ist voll lieb, dass deine
00:21:49: Mama das denkt.
00:21:50: Danke schön, dass ihr uns für so toll hält!
00:21:53: Aber das ist ja eben genau das was du sagst.
00:21:55: und auch wenn wir jetzt hier die Märchenkunde also unsere Laberfolge, wenn wir die schneiden?
00:21:59: Natürlich schneiden wir da auch damals ein... M raus, mal ein Füllwort was zu viel ist damit ihr das leichter hören könnt und weil wir natürlich auch einen gewissen Anspruch an uns haben.
00:22:08: aber streng genommen fängt da natürlich schon eine gewisse Inszenierung an.
00:22:11: Natürlich!
00:22:12: Ist die negativ?
00:22:13: Ich würde sagen nein ich finde es ist nicht unehrlich Weil jedem ist bewusst dass hier kein Live-Ding.
00:22:18: Also wenn ihr uns live hören wollt dann müsst ihr euch vielleicht im oktober mal einen Termin vorhalten.
00:22:22: Aber da werden wir euch auf Insta noch zu informieren.
00:22:26: Genau.
00:22:26: aber trotzdem fehlt uns Menschen manchmal dieses Rationale für, hey das ist jetzt inszeniert.
00:22:33: Ich kann mir das angucken ich kann es schön oder scheiße finden aber eigentlich dürfte ich es emotional gar nicht so an mich ran lassen und trotzdem machtes was mit uns.
00:22:41: und auch dass ist natürlich die frage isst das etwas was uns die leistungsgesellschaft ausdrückt?
00:22:45: Was ist der kapitalismus
00:22:46: aufdrückt??
00:22:47: Ist das etwas weil bei uns in der kindheit was schief gegangen ist?
00:22:49: also da gibt's ja ganz viele punkte wo man ansetzen und forschen kann und da gibts wahrscheinlich auch zig Forschungsschwerpunkten Genau.
00:22:59: Auf jeden Fall ist Neid aber weltweit verbreitet und das auch nicht erst im XXI.
00:23:04: Jahrhundert, sondern schon Aristoteles hat sich über Neid Gedanken gemacht.
00:23:08: Also ob wir wollen oder nicht, Neid ist irgendwie menschlich Und wie jedes menschliche Gefühl erfüllt er wahrscheinlich auch irgendeine Funktion.
00:23:15: Wie gesagt, in der Tiefe können wir das hier heute nicht erörtern.
00:23:18: Aber wir können uns ansehen wie sehr sich das alles natürlich im Märchen widerspiegelt und ich stelle mal die These auf dass uns das wieso oft auch sehr viel über uns heute wie früher verraten wird.
00:23:30: Und sehr sehr anschaulich ist das Thema ja auch in den Märchen unserer letzten Märchen Stunde behandelt worden.
00:23:36: genau das ist halt Auch kein rein deutsches oder europäisches Phänomenes zeigt sich natürlich bei der Ausfall unseres Märchens, der letzten Märchenstunde.
00:23:44: Das hier aus Japan stammt.
00:23:45: Es stammte aus dem Band japanische Märchen, aus dem Jahr und übersetzt von Carl Alberti, der wohl eigentlich Karl-Albrecht Heise hieß und um neunzehundertdreißig oder später gestorben ist.
00:24:01: Ich habe leider nicht viel Informationen über ihn gefunden, nur dass er eben Schriftsteller war.
00:24:05: Er hat in den zwanziger Jahren zwei Romane auf jeden Fall veröffentlicht und erlebte zumindest teilweise in Tokio weil er am Ende des Vorworts zu diesem Band Japanischer Märchen schreibt Karl Alberti Komma Tokyo wie das früher so üblich war.
00:24:19: Laut Vorwort ist es die erste umfangreichere deutschsprachige Veröffentlichung japanischer Märchen für die deutsche Jugend, der auch extra so ausgewählt.
00:24:28: Er hat diese Märchen aus japanischen Ausgaben entnommen also nicht aus bereits übersetzten Übersetzungen wieder ins Deutsche übersetzt oder er hat sie nach mündlicher Erzählung aufgezeichnet also quasi wie die Grims das auch teilweise gemacht haben und die illustrierte Originalausgabe.
00:24:45: Ich hab mal geschaut, ich nutze ja jede Gelegenheit Bücher zu kaufen.
00:24:50: Die kann man durchaus noch antikvarisch erwerben, aber auch hochpreisig, also eher schon im dreistelligen Bereich.
00:24:57: Das war nicht mehr so ganz tolle Exemplare und dann habe ich doch wiederstanden und war nicht neidisch auf die Besitzenden!
00:25:05: Ja es gibt eine Variante auf jeden Fall... Unter dem Titel der neidischen Nachbar aus dem Band japanische Märchen und Sagen, der in Leipzig-Einzehnhundachzig erschienen ist herausgegeben von David Brauens.
00:25:19: Diese Ausgabe ist den Brüdern Grimm gewidmet und enthält überwiegend Sagen allerdings.
00:25:24: Von daher scheint es zu stimmen dass Alberti gesagt seine Ausgaben also der wir auch gelesen haben eben die erste große umfangreichere Märchensammlung Japanischer Märchen.
00:25:34: in deutscher Sprache war.
00:25:36: In der Variante den nendischen Nachbar ist es allerdings ein Ehepaar, was den Hund besitzt.
00:25:41: Was den Neid und die Einsamkeit vielleicht ein bisschen entschärft.
00:25:46: Und obwohl das ältere Märchen ist also zumindest die älteste deutsche Ausgabe ist haben wir uns dann für weil da das Töten des Hundes, des einsamen Herrchens, also unverheiratet Kinder los, ganz schweres Schicksal haben.
00:26:03: Aber das macht es natürlich noch mal ein bisschen dramatischer und drastisch auf, denke ich.
00:26:08: Bevor wir jetzt in die Interpretation einsteigen ... Ich greife eine Frage auf, die wir vorhin auch schon ein bisschen vorgegriffen haben.
00:26:17: Ihr wart schadenfroh, was den Nachbarn angeht?
00:26:20: Auf jeden Fall!
00:26:21: Ich finde, er hat das schon verdient.
00:26:23: Also gut jetzt also Kerker und Tod weiß ich nicht aber eine Strafe auf jeden Fall.
00:26:28: Der
00:26:28: hat den Hund getötet und dem in den Garten geschmissen!
00:26:31: Ja... Das
00:26:32: geht halt gar nicht.
00:26:33: Ich
00:26:33: lehne ja tote Strafe prinzipiell ab und der wurde auch nicht hingerichtet sondern ist hier an den Folgen der Haft gestorben Ist jetzt auch nicht so toll, ne?
00:26:42: Aber Strafe, finde ich, hat er definitiv verdient.
00:26:45: Sowohl juristisch als auch moralisch.
00:26:47: Und der hat ja auch nicht aufgehört!
00:26:49: Ja also dreimal... Es hat sich ja immer weiter gesteigert.
00:26:53: und dass das irgendwann, wenn es beim ersten Mal schon nicht klappt dann kann man's vielleicht noch mal versuchen.
00:26:59: aber beim dritten Mal ist da schon wirklich dämlich.
00:27:01: Dadurch, dass er die Asche verstreutete, hatte er sich das am Ende auch selbst eingebrockt.
00:27:05: Er
00:27:05: hat sich alles selbst eingebrockt.
00:27:07: Ja, also die
00:27:08: Strafe auch am Ende selbst eingebrockt und moralisch finde ich hatte das auch.
00:27:13: Vor allem wie krass ist er denn?
00:27:14: Dann murkst der da den Hund ab weil er dann sauer ist.
00:27:16: Und wir sind noch mal in den Garten!
00:27:18: Das finde ich auch schon krass ja...
00:27:20: ...und wie krasses nett ist bitte der andere.
00:27:23: Ja, da können wir gleich auf jeden Fall noch mal drüber reden.
00:27:25: Da hab ich mir auch ein paar Gedanken zugemacht.
00:27:27: Auf jeden Fall ... Ihr seht aber so ein bisschen oder hört es viel mehr?
00:27:31: Es ist schon ein Thema, was einen Emotional ein bisschen triggert, oder?
00:27:35: Also...
00:27:35: Ich hätte dann angezeigt, wenn ihr meinen Hund getötet und in den Garten
00:27:38: geworfen wird.
00:27:39: Ich wär nicht
00:27:40: ruhig geblieben.
00:27:41: Man hat ja einen Gerechtigkeitssinn, dem man möchte, dass der erfüllt wird, wenn sich jemand Scheiße verhält.
00:27:47: Deswegen kann man kein Mitleid mit ihm nehmen.
00:27:49: Das ist ein wichtiger Punkt.
00:27:51: Da werden wir auch noch mal drauf zu sprechen kommen.
00:27:55: Grundsätzlich kann man festhalten, dass das Märchen sehr leicht verständlich ist und wie wir eben gesehen haben unseren Gerechtigkeitsin befriedigt.
00:28:02: Und unsere Urtriebe auch so ein bisschen anspricht?
00:28:04: Voll
00:28:05: voll ja!
00:28:07: Darüber hinaus ist uns der Aufbau sehr vertraut.
00:28:09: Wir haben hier die bekannte Dreiteilung inklusive Klimaxen.
00:28:13: Als erstes neidet der Mann den Koban oder die Koban sind bealte Japanische Goldmünzen.
00:28:19: Als zweites will er unbedingt die Mörser haben und als drittes, die Asche.
00:28:23: Und was bekommt denn eine eindische Nachbar?
00:28:25: Das ist vielleicht auch eine kleine lustige Besonderheit.
00:28:28: Kacke!
00:28:29: Genau.
00:28:29: Stinkenden Unrat, ekel-erregende Kot... ...und am Ende gefängnis und tot.
00:28:37: Er hätte bei der Kacce einfach aufhören sollen.
00:28:39: Ja.
00:28:39: Es hätte schon wahr genug sein müssen eigentlich, ne?
00:28:43: Wenn die ganze
00:28:44: Bude nach Kackes stinkt.
00:28:49: Unsere Reaktionen glaube ich auch gezeigt haben, dass Märchen natürlich eine sehr krasse moralische Ebene.
00:28:55: Der gute Alte und sein Nachbar erleben... Ähnliche Situation, aber mit völlig unterschiedlichem Ausgang.
00:29:01: Der Alte handelt aus Liebe, Dankbarkeit und Bescheidenheit, teilt seinen Reichtum mit anderen und wird auch immer wieder belohnt!
00:29:07: Der Nachbar handelt von Neid, Vier- und Gewalt will Glück erzwingen und kopieren, scheitert und wird
00:29:12: bestraft.".
00:29:13: Das heißt die zentrale Aussage ist hier nicht das was man bekommt sondern wie.
00:29:17: man ist bestimmt das Ergebnis.
00:29:19: Den guten kann ich... Insofern nachvollziehen, dass er ganz vieles auch spendet den Armen und das er dann Genügsamkeit zeigt.
00:29:27: Aber dass er den Nachbarn wegen des Mordes an dem Hund nicht anzeigt?
00:29:30: Das kann ich schon nicht nachvollzieren.
00:29:32: Da bin ich auch raus.
00:29:33: Aber im Prinzip ist es ja so die sind von Anfang an nicht auf gleicher Ebene weil der eine ist reich und der andere ist
00:29:39: arm.
00:29:39: Richtig!
00:29:39: Das ist ja auch interessant.
00:29:41: D.h.,
00:29:43: der der schon super viel hat neidet dem der nichts hat
00:29:47: Ist ja auch ein bisschen so wie bei der Arme und der Reiche von den Grims, das haben wir auch in unserer
00:29:52: Folge
00:29:52: drüber gesprochen.
00:29:53: Da ist es ja auch so dass dann der reiche Nachbar immer noch mehr haben will und am Ende den Schaden davon trägt.
00:29:59: also nicht so krass wie jetzt im japanischen Märchen.
00:30:02: aber gut das tote Pferd halt natürlich das hätte auch nicht sein müssen.
00:30:05: aber dann schimpft Worte und dass er die Frau vom Sattel runter wünschen muss mit sie dass man vernünftig weiterleben kann.
00:30:13: Im Prinzip hat er von seinen Wünschen nichts, das ist seine Bestrafung.
00:30:17: Und die Konstellation, dass wir den reichen Neider haben und den Armen gutmütigen macht natürlich auch ein Thema auf das wir heute gar nicht vertiefen.
00:30:26: Da kommen wir vielleicht in der nächsten Folge über nächstem Thema zu.
00:30:29: Denn man könnte hier reinlesen, Geld verdiebt scheinbar den Charakter.
00:30:33: Hatten wir ja schon häufiger hier im Podcast?
00:30:36: Gehen wir mal zum süßen Hündchen zurück!
00:30:38: Das Hündchchen steht ... In dem Märchen für mehrere Dinge gleichzeitig.
00:30:42: Treue und reine Liebe, es ist eine Art Schutzgeist oder kamische Kraft wenn man das mal so nennen möchte Und es ist die Verbindung zwischen dieser Welt und dem jenseits.
00:30:51: Denn es hilft ja selbst nach seinem Tod dem alten Mann noch weiter.
00:30:55: Das heißt der Hund beweist hier auch wieder seine Loyalität Seine Freundschaft wie wir das vom alten Sultan ein bisschen kennen.
00:31:01: Man kann also interpretieren, dass gute, das man in die Welt setzt.
00:31:04: Hier eben verkörpert durch das Tier, durch den treuen Gefährten des Menschen wirkt über den Tod hinaus weiter.
00:31:10: Ich hab nicht gefragt ob das Märchen auch mit einer Katze funktioniert hätte.
00:31:14: Also... Ich finde, es funktioniert mit einem Hund wahrscheinlich besser.
00:31:17: Weil der Hund ist ja eigentlich der treue Gefährte des Menschen.
00:31:21: Weil eine Katze ... Ist halt eigenwillig!
00:31:24: Ja,
00:31:24: stimmt.
00:31:25: Und ein Hund
00:31:26: gilt als treuer zumindest
00:31:27: in so'n Topos-Jahr.
00:31:28: Genau
00:31:29: und einen Hund
00:31:29: macht im Prinzip das was ein Mensch auch will.
00:31:34: Also ich glaube, mit dem Hund funktioniert's besser.
00:31:36: für mich hättest du auch mit einer Katze
00:31:38: funken.
00:31:38: Das
00:31:39: würde ich auch sagen.
00:31:40: Aber ich find auch mit dem Hund da liegen einfach Dreck ... schon Eigenschaften drunter.
00:31:45: Wie wir es bei Fabeln ja auch kennen, wenn ein Wissen Hund haut auf, der ist wahrscheinlich so und so.
00:31:49: Bei einer Katze haben wir in unserer Katzenfolge festgestellt, das müssen wir erst mehr ergründen.
00:31:53: Ist das jetzt wirklich das was sie will?
00:31:54: Will sie vielleicht doch etwas anderes?
00:31:56: Macht sie vielleicht noch nur Umkehr oder was passiert da
00:31:58: eigentlich?
00:31:58: Genau!
00:31:59: Da würde man sich vielleicht eher solche Gedanken machen Das machst du beim Hunden nicht.
00:32:02: Und dann ist ja auch noch diese Vermietlichung mit Hündchen Der
00:32:05: diminutiv, genau
00:32:06: Danke
00:32:09: Ja, genau.
00:32:10: Es ist ein Hündchen.
00:32:11: also wir stellen natürlich einen kleinen süßen niedlichen.
00:32:14: es macht einfach alles noch schlimmer was der Nachbar tut.
00:32:18: Auf jeden Fall folgt die Geschichte stark einem Prinzip dass man als moralisches Gleichgewicht verstehen kann wo man wenn man möchte auch dieses karmische Denken irgendwie erkennen kann nämlich gute taten bringen sägen freude was gutes.
00:32:32: eben schlechte taten führen zum leid und der nachbar bekommt Genau das Gegenteil von dem was er will.
00:32:38: Gold wird zu Schmutz, Mochi wird zu Unrat.
00:32:40: Also was zu Essen, Lebensmittel, was Süßes?
00:32:42: Mochi ist in Japan eine Süßigkeit also auch etwas Küstliches, wird sowas ekelhaften und ein Wunder mit Kirschblüten wird zur Demütigung Und das ist natürlich fast wie so einen Spiegel!
00:32:52: Die innere Haltung verwandelt sich hier in Realität.
00:32:55: Ihr erinnert euch vielleicht noch an unsere Folge zum Thema Japan.
00:33:00: Ich glaub, das war die Folge sieben und dreißig.
00:33:01: Damit schwerpunktmäßig mit japanischen Märchen beschäftigt.
00:33:04: Solange ist das schon her?
00:33:06: Mega lange her kommt mir nicht so lang vor muss ich sagen.
00:33:09: Ich hab auch gedacht es wäre später gewesen
00:33:11: aber ja... Aber es ist eine gute Folge!
00:33:12: Ich würde jetzt mal ganz ohne Eichel empfehlen hört's euch an wenn ihr es noch nicht gemacht habt.
00:33:17: auf jeden Fall haben wir da auch schon über die Kirschblüte und die Bedeutung der Kirsch Blüte in den japanischem Kultur, Tradition und so weiter gesprochen.
00:33:24: Und die taucht eben auch in diesem japanischen Märchen auf.
00:33:26: Das ist natürlich kein Zufall!
00:33:28: Kirschblüten stehen für Schönheit, Erneuerung aber auch für Vergänglichkeit.
00:33:32: Übertragen auf den guten Alten bedeutet das... Beim Nachbarn?
00:33:42: Da blüht nichts und die innere Lehre bleibt auch leer.
00:33:46: Wir können deuten, nur wer innerlich lebendig ist kann auch im Außen Schönheit erschaffen!
00:33:53: Ein wichtiger Punkt in den Märchen ist auch der Umgang mit Leid.
00:33:56: Steckt zum einen natürlich im Titel drin, zum anderen muss der Alte auch wirklich einiges erleiten.
00:34:01: Den Verlust des Hundes aber auch sehr viel Ungerechtigkeit, die ihm durch den Nachbar zuteil wird und Diebstahl und Zerstörung.
00:34:07: Aber wir haben es ja schon gesagt und das ist wirklich bemerkenswert an ihn er wird nicht bitter sondern er bleibt wirklich gut.
00:34:14: Also diese Fähigkeit immer das Gute zu sehen und weiter zu hoffen, nicht den Mut zu verlieren, finde ich echt neidenswert.
00:34:20: Ich
00:34:20: auch!
00:34:20: Hätte
00:34:21: ich auch manchmal gerne.
00:34:22: Ja,
00:34:22: die habe ich absolut gar nicht.
00:34:24: Nö, nicht immer.
00:34:26: Aber ich find das
00:34:27: interessant, weil das war mir gar nicht so bewusst, da stimmt... Das hab' ich ja in der Definition gesagt.
00:34:32: aber es bringt ja auch Leid für den armen Mann.
00:34:36: Ich hab irgendwie immer die ganze Zeit gedacht Neid bringt Leid for den reichen Mann, weil er im Endeffekt bestraft wird und sich selber
00:34:43: selbst zerstört.
00:34:44: Beiden Parteien eigentlich des
00:34:46: Leid.
00:34:46: Genau, genau!
00:34:47: Und das ist nämlich der spannende Bezug zum Titel... Es ist Neid bringt Leid in mehrfacher Hinsicht gemeint.
00:34:54: Neid führt dazu dass zunächst das Hündchen leiden muss.
00:34:57: Das ist ja auch
00:34:57: beteiligt.
00:34:58: Kleine süße niedliche Hühnchen.
00:35:00: Neids führt dazu, dass alles zerstört wird was neu auch erschaffen wird wie zum Beispiel der Mörser und es sorgt wiederum vielleicht beim alten Mann.
00:35:08: anders als sein Nachbar bewahrt diese sich aber seine Gutmütigkeit.
00:35:12: Wie gesagt, vielleicht geht's euch da draußen auch so.
00:35:14: Als Lesender fragt man sich manchmal schon wie schafft der das?
00:35:18: Also ich find halt krass, wie allumfassend das ist!
00:35:21: Genau, Neid ist nämlich hier nicht nur psychisch sondern auch physisch und wirklich für alle Beteiligten in diesen Märchen.
00:35:27: Und am Ende sehen wir Leid auch für den neidischen Nachbarn.
00:35:32: So kommt wieder dieser selbst zerfressene, selbst zerstörerische Aspekt von Neid raus Denn er bekommt seine Strafe an deren Ende eben der Tod steht.
00:35:40: Das erfüllt zumindest bei uns hier niemanden mit Leid, sondern alle denken sich ja das geschieht ihm recht.
00:35:46: Also der Titel löst sich am Ende auf, denn dass Märchen bekräftigt ja sogar denkt an diese Moral die noch hinten dran gestellt wird so ergehe es allen Neidern und Habgierigen, die demnächst seinen Glück nicht gönnen und das an sich reißen möchten.
00:35:59: Anstatt sich über das Glück des Nachbars mit diesem zu freuen.
00:36:02: also da wird ihr eigentlich auch relativiert sein, das ist völlig okay.
00:36:05: wenn du jetzt denkst das geschieht im Recht?
00:36:07: Ja das geschient ihm auch recht!
00:36:08: Du wirst also nochmal bestehen.
00:36:09: Also unser Gerechtigkeit wird doppelt befriedigt.
00:36:12: Selbst wenn ich zweifeln würde und denken würde, ja okay vielleicht ist das jetzt fies dass ich denke es geschieht nicht.
00:36:18: Es ist ok du bist trotzdem guter Mensch weil du hast einen Sinn für Gerechtigkeiten.
00:36:22: Ja ist total pädagogisch didaktisch als Mahnung und Warnung In unserer Gesellschaft.
00:36:29: wird das so gesehen?
00:36:30: oder sollst du das so sehen, dass der das halt verdient
00:36:32: hat?
00:36:33: Und der alte also der arme Alte ja wird ja fast zu so einer Art Vorbild stylisiert.
00:36:40: Nicht mehr Türe.
00:36:41: Aber so ein bisschen, ne?
00:36:42: Also er zeigt ja schon, obwohl schlimme Dinge passieren!
00:36:45: Sehr sehr schlimme Dinge.
00:36:46: Ich bin nicht verbittert ich bin nicht rachsüchtig oder böse das bringt mir nicht weiter.
00:36:50: also krass Böse wie der bösereiche alte ist so tugendhaft und duldsam und vorbildlich ist halt der arme
00:36:59: Genau.
00:37:00: Und der arme Alte schafft es damit ja eigentlich auch, dass dieses zerstörerische Gefühl von Neid weitere zerstörerische Kreise ziehen kann weil wenn dieser Neid von ihm jetzt ausgelöst hätte das der Mann auf Rache sind dann hätte er mit seinem bösen Tun eine weitere Bösetat befeuert.
00:37:16: und das wäre natürlich noch krasser.
00:37:18: und so wird uns eigentlich gesagt nein am besten begegnest du Neid oder neidischen Menschen, indem du da eigentlich nicht darauf anspringst.
00:37:26: Weil die zerstören sich am Ende sowieso selbst!
00:37:28: Du musst eigentlich nichts dazu machen und das ist natürlich für ein Märchen eine totaldiepe Ebene, finde ich.
00:37:34: Und auch zu einer möglichen tiefenpsychologischen Interpretation um für Christian jetzt hier mal den Herrn Drehbermanns zu machen können wir vielleicht sagen man kann die Figur natürlich als Teile eines Menschen sehen.
00:37:46: Na, der gute Alte steht für das Mitgefühl, Geduld und Vertrauen in uns!
00:37:49: Der Nachbar für Egoismus, Neid und Kontrolle... Und all diese Gefühle auch die Negativen haben wir alle vielleicht schon in mehr oder weniger stark ausgeprägter Formen erfahren?
00:37:59: Naja es ist halt schwierig im wahren Leben dann die Balance zu halten manchmal.
00:38:04: Wenn du zu gut bist, wirst du auch ausgenutzt.
00:38:06: Wir sind ja auch nicht Mutter Teresa und ist vielleicht doch ganz gut so.
00:38:10: Aber dass man da ein bisschen den den Neid als Streben dann doch vielleicht in sich kultiviert verinnerlicht hat, sich nicht halt von vorne bis hinten ausnutzen lässt und sagt ja klar nehm ich noch den Mörser und dies.
00:38:24: Und dass du auch haben das zu meinen Hündchen getötet aber bitte bedien dich!
00:38:27: Wenn du im wahren Leben so agierst, dann gehst du halt vor die Hunde... ...und dann hast du dich dann selbst bestraft?
00:38:34: Genau, das sind die andere Seite der mir da irgendwie
00:38:37: auch nicht gut ist.
00:38:38: Ja
00:38:38: genau.
00:38:38: Und das heißt wir können die Geschichte dann eben auch so lesen.
00:38:42: Der Versuch Glück zu erzwingen oder zu kopieren, der scheitert immer.
00:38:46: Das kann nicht funktionen!
00:38:47: Du bist halt du und du bist wie du bist.
00:38:48: Du musst niemandem nachmachen.
00:38:50: Echtes Glück entsteht nur aus deiner inneren
00:38:53: Haltung.".
00:38:53: Ich muss gerade ein bisschen an unsere Kritik zur Realverfilmung von Cinderella von Disney denken wo sie ja auch so dieses tugendhafte Dulsame und so dargestellt hat.
00:39:05: Und ich warte solange, ertrage alles irgendwann wird alles dann gut.
00:39:08: im Märchen Wahrscheinlich ja, im wahren Leben nicht zwangsläufig.
00:39:13: Ganz genau!
00:39:14: Ja dann gucken wir uns doch jetzt noch mal die Rolle des Neides in diesem Märchen etwas genauer an Denn wie wir das aus anderen Märchen eben auch kennen ist der Neid auch hier Motor der Geschichte.
00:39:24: Er isst die treibende Kraft, dir die Handlung auslös vorantreibt und letztlich auch abschließt.
00:39:29: Wenn ihr euch erinnert Ich hab ja vorhin zum Thema Neid-Gesellschaft die Frage aufgeworfen, ob Neid immer destruktiv sein muss.
00:39:36: Jenny hat Eingang zwischen destruktiven und konstruktiven Neiden unterschieden.
00:39:40: Und in diesem Märchen muss man sagen es ist definitiv destruktif denn der Nachbar zerstört alles Hund Mörser einfach alles und noch mehr.
00:39:47: Und sich selbst?
00:39:48: Genau!
00:39:48: Sich selbst und auch seine eigene Möglichkeit Denn er bekommt ja eigentlich etwas... Er bekommt jetzt nur Scheiße.
00:39:55: okay Aber wäre ein besserer Mensch kann man ja weiterdenken, hätte er vielleicht etwas Positives bekommen.
00:40:02: Was zumindest vielleicht nicht so erwähnt ist.
00:40:03: Dünger draußen machen können.
00:40:05: Oder
00:40:05: das?
00:40:06: Ja, stimmt!
00:40:06: Er hätte ja das schlechte eventuell auch in was Gutes verkehren können und
00:40:12: als Reiche hätte er eigentlich genügend Möglichkeiten gehabt, umzusetzen.
00:40:15: Ja, ein guter Punkt.
00:40:17: Grundsätzlich heißt es aber erst mal nicht, dass er vom Glück weniger begünstigt ist.
00:40:21: Er macht einfach nur nichts aus seinen Möglichkeiten.
00:40:24: Er sieht sein eigenes Glück wahrscheinlich gar nicht?
00:40:26: Ja wenn er sowieso schon reich ist und dann noch neidisch erkennt er ja sowieso nicht wie gut's ihm eigentlich geht.
00:40:31: also auch hier die zentrale Botschaft es liegt bei dir!
00:40:34: Und so is halt der Neid dann auch sein Leid und den Nachbar wird ja auch nicht einfach nur... bestraft.
00:40:41: Wir haben es gesagt, er führt die Strafe selbst herbei!
00:40:43: Er tötet das Hündchen also zerstört die Quelle des Glücks und zerstört den Mörser vernichtet die Chance auf Fülle, auf Genuss, auf Schönheit, auf Freude.
00:40:51: Er streut die Asche und entlarvt sich damit sogar öffentlich.
00:40:54: Also Neid in diesem Märchen ist nicht eine Reaktion auf Unglück sondern es ist seine Ursache Und das würde ich sagen ist jetzt auch einer der zentralen Aussagen dieser ganzen Geschichte.
00:41:05: wir haben Ja, jetzt hier ein japanisches Märchen ausgewählt.
00:41:09: Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir uns mit japanischen Märchen beschäftigen, gesagt intensiv in unserer Folge sieben-dreißig und da haben wir auch schon festgestellt ... Von ihrer Thematik her unterscheiden sich die japanischen Märchen nicht so sehr von den Märchen, die wir im europäischen oder auch in deutschsprachigen Raum kennen.
00:41:25: Das Setting ist eben anders?
00:41:26: Genau und das ist glaube ich hier auch sehr zutreffend.
00:41:28: Das setting ist sehr japanisch.
00:41:30: man kann das eindeutig als japanisches Märchen identifizieren.
00:41:33: aber wie die Menschen sich verhalten... ...die Gefühle und Ideen der pädagogische Effekt, die Moral, die dahinter steckt all das erkennen wir eins zu eins wieder dass es sehr leicht greifbar für uns Und wir sehen, was für ein universelles Aktuelles und wahrscheinlich auch zutiefst menschliches Thema Neid ist.
00:41:54: Wir könnten das Märchen ja wenn wir das Setting tauschen auch Problems zu einem deutschen oder europäischen Märchen machen dann wird da halt nicht Reis im Mörser gemahlen sondern irgendwie Getreide und nicht der Daimio kommt vorbei geritten sondern der König.
00:42:05: und schon klappt das alles ja ganz
00:42:08: genau
00:42:08: in Goldmünzen statt Kuban, ne?
00:42:10: Genau.
00:42:10: Ja also wir können das eins zu eins auf uns übertragen.
00:42:13: Wir können da unsere eigenen Gefühle und unsere eigene Emotionen reinlegen.
00:42:16: ich finde bei diesem Märchen auch noch stärker als vielleicht bei anderen Märchen die irgendwie noch ein bisschen... distanzierter sind oder manchmal auch in ihren Handlungen so absurd.
00:42:27: Denken wir an den liebsten Roland, die Situation für Stifttochter ist schon krass aber es ist nie so greifbar.
00:42:33: und ich hatte jetzt bei diesem Märchen irgendwie das Gefühl...
00:42:36: Das ist aus dem Leben gegriffen?
00:42:37: Voll!
00:42:37: Dass man sich da richtig reinversetzen und identifizieren
00:42:40: kann.
00:42:41: Obwohl zum anderen Ende der Welt stand?
00:42:43: Ganz genau und das machte
00:42:44: schon
00:42:45: sehr besonders und ich finde dass du das sehr gut entdeckt hast Christian was muss ich an dieser Stelle noch mal sagen?
00:42:49: Herzlichen Dank
00:42:51: Und vielleicht noch als Kleine Anmerkung zur Neitgesellschaft.
00:42:54: Es passt natürlich, dass dann hier gerade ein neidischer Nachbar angiert.
00:42:57: Damit können sich viele deutsche Bestätten auch die Tv
00:43:00: ziehen!
00:43:01: Gab's da nicht mal eine Sendung?
00:43:03: Nachbarschaftsstreit
00:43:05: oder so was?
00:43:07: Und auch bei Barbara Salisch und so weiter war früher nicht in den Maschendorff-Zauber geworfen.
00:43:13: Und dann hat man doch immer
00:43:14: die Interviewte
00:43:15: und dann haben
00:43:15: die mir ... Wie aus dem echten Leben.
00:43:20: So ist es.
00:43:20: So, sollen wir uns mal Neid in anderen Märchen angucken?
00:43:23: Ob das auch so nahbar ist oder ob es vielleicht wieder ein bisschen absurder
00:43:27: wird.
00:43:28: Ja ich würde sagen, wir starten mal!
00:43:31: Wir haben nämlich zwei Grimmsche-Märchen als Vergleich herangezogen Ein ziemlich kurzes und doch ziemlich umfangreiches und komplexes Und... Ich habe der Jenny einmal das einfache Ritzu geschustert.
00:43:44: Ich wollte unbedingt das Blubblup-Mährchen.
00:43:46: Gerne!
00:43:47: Sollte ich dann jetzt auch anfangen
00:43:49: mit mir?
00:43:50: Macht das mal unter euch aus.
00:43:52: Okay!
00:43:52: Nicht, dass einer neidisch wird weil sich der andere zurückgesetzt fühlt oder so.
00:43:57: wenn ich das jetzt sage?
00:43:58: Nein es ist ja... Also wenn die Jenny schon kein Katzenmärchen heute hat dann soll sie wenigstens anfangen.
00:44:03: Das gönne ich dir
00:44:05: Vielen Dank.
00:44:07: Ich habe nämlich ein Fischmärchen.
00:44:09: Juhu!
00:44:10: Und der Kategorien?
00:44:11: Hatten wir schon,
00:44:12: ja.
00:44:12: Ja gut den Boot, ne?
00:44:13: Den Boot.
00:44:14: Aber sonst haben meine Fische noch nicht.
00:44:15: Okay machen wir auch mal Fische... Wir haben euch auch mal gefragt welche Tiere ihr noch hattet.
00:44:19: Ihr hattest Füchse, ihr habt Insekten gesagt.
00:44:21: Pinguine.
00:44:22: Also Christian ist dann in der Recherche.
00:44:25: Es kommt auch irgendwas zu Pinguinen.
00:44:26: Also
00:44:27: Fische fallen mir schon direkt mehr irre ein aber macht du erst mal dein.
00:44:30: Aber
00:44:31: Pinguinne waren sehr gefragt.
00:44:33: Ja, guck mal.
00:44:33: Du musst
00:44:34: dir da Mühe geben, Christian!
00:44:35: Die Leute erwarten was von
00:44:36: uns... Also wenn es da etwas gibt dann finde ich das.
00:44:40: Das verspreche ich euch.
00:44:40: Wenn's nichts gibt, kann ich halt auch nichts für ihn tun.
00:44:43: Dann müssen
00:44:43: wir unser eigenes Pinguin-Mächen schreien?
00:44:45: Genau, das macht die Jenny dann.
00:44:47: aber das heißt natürlich für euch ihr müsst uns noch ein paar Jahre hören weil vielleicht wird das noch ein Paar Jahre dauern bis der Christian was verändert.
00:44:53: Okay jetzt mach mal dein Fisch, Jenny
00:44:55: Und mein Fisch ist nämlich die Scholle.
00:44:58: Yay!
00:44:59: Ist die Schrolle so platt?
00:45:00: Ja, genau.
00:45:01: Also ich war früher mit meinem Vater und meinem Onkel häufiger mal in Dänemark und die beiden waren passionierte Angler.
00:45:09: und dann sind wir auf die Ostsee gefahren soweit mit zum Epikan dass man kein Land mehr gesehen hat.
00:45:14: da fand Kind ein bisschen gruselig, da war ich erst mal richtig sehkrank.
00:45:18: Danach war ich aber geläutert für mein Leben seitdem nie wieder Gott sei Dank und entweder haben wir Dorsch geangelt oder halt Schollen.
00:45:25: Und dann lagen die da im Boot und ich hatte als Kind, ich war ja interessiert.
00:45:29: Ich konnte mir die auch ganz lange angucken.
00:45:30: Die haben ganz schönes Muster.
00:45:32: Die liegen auf dem Meeresgrund und sind getaten.
00:45:34: Und die haben so verschiedene Punkte in Rot und so.
00:45:36: Fand ich immer ganz hübsch.
00:45:38: nur dass was an der Scholle nicht so hübbsch ist das es ihre Strafe.
00:45:41: und darauf geht Jenny
00:45:43: jetzt ein.
00:45:44: Genau, ich wollte sagen nichts
00:45:45: Bonn.
00:45:45: Nein!
00:45:48: Ich erzähle euch erstmal grundsätzlich ein paar Sachen.
00:45:51: Nämlich die Scholle ist eigentlich ein Fischmärchen?
00:45:54: Ja... Der ATU ist zu Hundertfünfzig A. Und es steht in den Kinder- und Hausmärchern der Brüder Grimm ab der vierten Auflage von Achtzehnhundertvierzig anstelle Hundertzweiund Siebzig.
00:46:05: Was meinst du?
00:46:09: Der ATUs Flunder Cool Die Scholle
00:46:14: ist eigentlich die Flunder
00:46:15: auf den Grund zu breiten.
00:46:17: Möchtest
00:46:18: du es noch als Fanfekt reinbauen?
00:46:20: Ja, der RTU-Zwtfünfzig
00:46:22: A haben wir
00:46:22: gerade herausgefunden... ...ist flunder!
00:46:25: Also in Varianten ist es dann wohl eher die Flunda und nicht die Scholler aber die unterscheiden sich ja nur marginales und beides Plattfische mit einem ähnlichen Merkmal
00:46:33: eben.
00:46:33: Ob Flundern und Schollen das jetzt so toll finden wenn sie sogleich gesetzt werden und ihre Individualität untergraben wird Christian weiß ich
00:46:40: nicht.
00:46:41: Also ich finde Flunder schmackhafter als Scholle.
00:46:45: Ich dachte, Sie müssen dann jetzt klären wer sich eher zu der Schollezugehörig fühlt und der anderen eher zu den Flunden.
00:46:51: Außerdem hat die Flunde doch das coole Lied in einem Haar rum jungen und schlänkt.
00:46:55: So drei vier vier
00:46:56: Tataatira...
00:46:58: Okay, hören schon
00:46:58: auf!
00:47:01: Genau, und es basiert auf Johann Jakob Nathaniel-Museus.
00:47:07: Nataniel, ich schrieb Natanil!
00:47:09: Ich finde das jetzt lustiger... Die Königswahl unter den Fischen im Jahrbuch des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altatumskunde von achtundhundertvierzig Ludwig Bechstein übernahm ist nach derselben Quelle in sein neues deutsches Märchenbuch achtundhundertsechsundfünfzig als der Fischkönig.
00:47:29: Jetzt wollt ihr aber bestimmt wissen, worum geht's denn da eigentlich?
00:47:33: Ja bei den Fischen herrscht Chaos und so wünschen sie sich endlich Ordnung.
00:47:38: Deutsche Fische!
00:47:39: Genau.
00:47:41: Und deswegen brauchen Sie einen Oberhaupt und wollen einen König wählen.
00:47:46: Dazu soll der Fisch gefunden werden, der am schnellsten schwimmen kann um den Schwächeren
00:47:50: zu helfen.
00:47:52: Dann machen Sie ein Rennen.
00:47:54: Bei dem Rennen liegt der Hering vorne Und die Scholle ist neidisch und ruft denaktehering.
00:48:01: Wen is fur?
00:48:02: Wen is
00:48:03: Fur?!
00:48:05: Denakte hering!
00:48:08: Ja, und seitdem hat sie die Strafe bekommen dass ihr Maul zur Strafe
00:48:12: schief
00:48:13: an der Seite hängt.
00:48:13: Nur
00:48:14: weil die dein Beruf nachdenkt?
00:48:15: Denakthehering!
00:48:17: Das ist ja... Ist bloß still.
00:48:18: Majestätzbeleidigung,
00:48:19: ne?
00:48:20: In manchen Ländern wird es da fürhin gerichtet und die hat nur den Schifon.
00:48:26: Und die war total neidisch, weil sie halt einfach auch nicht so schnell
00:48:29: waren.
00:48:30: Es liegt davon eine Hörspielfassung, die kenne ich auch schon ewig lange mit Sprecherin.
00:48:35: Jetzt muss ich kurz überlegen des Landes Tierartists Innsbruck müsste das sein und da wurde es ein bisschen erweitert.
00:48:40: der nackerte Hiring für den wird auf dem Fischmarkt irgendwie fürs Pfundensexer geboten und wenn der unser König wird dann wünsche ich ihm dass er mit seiner ganzen Sipschaft Ersöpfe oder so.
00:48:50: also da wurde etwas dramatisiert damit Die kindliche Hörerschaft,
00:48:54: Nachwunsch oder
00:48:55: alles.
00:48:56: Okay aber einmal mehr.
00:48:58: Flunder und Schulle sollte man dann auch nicht gleich setzen.
00:49:00: Was du dafür gefühlt hast?
00:49:03: Auch wieder wahr!
00:49:04: Vielleicht neidt ja.
00:49:07: Ja cool, dabei ist dann auch so ein Märchen was wir bei Tiermärchen ja irgendwie jetzt häufiger festgestellt haben dass irgendwie erklärt wird warum ein Tier so aussieht oder sich so verhält.
00:49:16: Alltiologisch.
00:49:17: Genau.
00:49:18: Und das fand ich als Kind seltsam.
00:49:20: Es hat natürlich biologische Gründe, weil wenn die Scholle aus dem Eis schlüpft, dann schwimmt sie erst gerade und hat also Auge links und rechts und das Maul so wie andere Fischer auch.
00:49:29: aber dadurch, dass sie sich ja irgendwann auf den Boden legen muss, das hier irgendwie rüber wandern und deswegen sieht es halt so schief aus, ne?
00:49:36: Aber wer man's nicht weiß, da hat man sicher gedacht okay, das sieht komisch aus und dann muss das eher eine Strafe sein
00:49:44: Tolles, ne?
00:49:46: Genau richtig.
00:49:46: Ja und das ist ja in meinem Volksmärchen leider so dass alles was so bisschen... Anders ist sofort noch negativ konzentriert.
00:49:54: Es ist ja rein biologisch quatsch, weil die Schulle hat ja einen Vorteil davon, dass sie so aussieht wie sie aussieht.
00:49:58: Weil
00:49:59: theoretisch hätte das eine Auge auf der einen Seite einfach veröden können, ne?
00:50:02: Richtig!
00:50:03: Dass sie nur ein Augen hätte aber so wandert es rüber und sie jetzt noch beide und halt den Mund dann ein bisschen schiefen.
00:50:07: Genau.
00:50:08: Das ist aber angepasst und kann sich tarnend vorfallen und stecken also halt schon... Und trotzdem hat sie deswegen runtergemacht
00:50:16: Die arme
00:50:16: Schrolle.
00:50:17: Okay, aber als Moral kann man auch sagen ... Du solltest deinen Neid besser nicht so laut kundtun?
00:50:23: Ja!
00:50:24: Was ich ein bisschen schade finde ist, hier regnet es Fischkönig oder nicht?
00:50:29: Das weiß man ja
00:50:30: eigentlich, das ist echt doof.
00:50:33: Das finden wir mal heraus in unserer Fischfolge.
00:50:39: Ist irgendwie ein nettes unterhaltsames, irgendwie doch recht lustiges Märchen und nicht mit moralischen Zeigefinger Mitleid, sag ich jetzt mal.
00:50:48: Aber es ist trotzdem auch nachvollziehbar?
00:50:50: Ja doch auf jeden Fall!
00:50:51: Dass
00:50:51: du vielleicht da nicht jemanden öffentlich runter machen sollst, das kann man schon... Da kann man's schon relayten.
00:50:56: Mein
00:50:57: Märchen ist ein bisschen krasser tatsächlich.
00:51:01: Es heißt die beiden Wanderer sind Kinder- und Hausmärchen in Einhundertsieben an dieser Stelle seit eighteen dreiundvierzig vorher war es nicht in der Sammlung enthalten Und hat den ATU sechshundertdreizend die beiden Wanderer beziehungsweise Lüge oder Wahrheit.
00:51:15: Es gibt von diesem Märchen zahlreiche Varianten im ehemaligen deutschen Sprachraum, also vom Bannert über Schlesien bis Westfalen.
00:51:22: Also hier drei hier wunderbar abgedenkt sind und auch in der Schweiz- und Österreich gibt es verschiedene Fassungen.
00:51:31: Die Version der Grims stand aus dem holsteinischen.
00:51:34: Und zwar wurde herausgefunden dass der Student Ludwig Main das den Brüdern Grimbrieflich übersandt hat am vierten zwölf... Und dieser Ludwig Mein war damals zweiundzwanzig Jahre alt und gebürtig eben aus Pinnenberg hat diesen Brief aber mit den Märchen damals aus Berlin geschrieben, hat wohl da offensichtlich studiert.
00:51:54: Das Grundmotiv dieses Märchens ist uralt und bereits auf einem alt-Egyptischen Papyrus als Rechtsstreit dargestellt, fand ich schon spannend.
00:52:03: Findet sich aber auch in buddhistischen Schriften des achten Jahrhunderts also eine Spricht für die weltweite Verbreitung sowie im europäischen Mittelalter als Weltstreit zwischen Wahrheit und Gerechtigkeit auf der einen und Untreue und Falsche hat auf der anderen Seite.
00:52:17: Es gibt auch eine Fassung von Johann Wilhelm Wolff, aus den letzten Jahren.
00:52:22: Und die wurde dann von Ludwig Bechstein in das neue deutsche Märchenbuch als Schneiderhändchen und die wissenden Tiere bearbeitet übernommen.
00:52:31: Klingt erst mal süß!
00:52:33: Was haben die Wissen in Tieren damit zu tun?
00:52:36: Für unser heutiges Thema nur eine Randerscheinung.
00:52:38: kann ich schon was spoilern.
00:52:40: Klingt süß ist es halt aber überhaupt nicht.
00:52:45: Es fängt schon ganz außergewöhnlich mit einem ganz coolen Eingangsatz an, finde ich.
00:52:51: Berg und Tal begegnen sich nicht wohl aber die Menschenkinder zumal gut und böse.
00:52:58: Also der Grundkonflikt ist schon mal direkt klar.
00:53:01: also es gibt einen Schuster und ein Schneider.
00:53:03: Der Schuster ist leider böse, der Schneider ist gut Und die wandern durch die Welt gemeinsam.
00:53:08: Durch sein freundliches Wesen gewinnt
00:53:11: der
00:53:12: Schneida mehr Kundschaft und verdient auch entsprechend mehr Teilt aber gerne auch mit dem Schuster wenn er mal weniger hat.
00:53:18: Sie gehen eben durch die Welt und gelangen an einen Waldrand, wo zwei Wege sind.
00:53:23: Ein Weg führt in zwei Tagen zur Königstadt der andere in sieben.
00:53:27: Die wissen aber nicht, welcher der Wege welcher ist.
00:53:30: Und sie überlegen was machen wir mit dem Proviant?
00:53:32: Und nach langem Hin- und Her kauft er Schuster für siebentagebrot.
00:53:36: Der Schneider vielleicht ein bisschen naiv, aber mit Gott vertrauen, wie man das deuten kann, ist immer die Frage.
00:53:42: Kauft für nur zwei Tage Proviante also Brot... Er stellt sich dann aber irgendwann heraus, dass sie offensichtlich auf dem längeren Weg gelandet sind.
00:53:50: Der Schuster teilt aber erst am fünften Tag das Essen mit dem Schneider nachdem dieser halt wirklich für Hunger überhaupt nicht mehr weiter kann.
00:53:59: der Schuster macht aber zur Bedingung, dass er den Schneide ein Auge ausstechen darf.
00:54:05: also ziemlich krass.
00:54:06: was
00:54:08: hat er davon?
00:54:12: Ja, also dann kann er ja schon mal nicht mehr so problemlos als Schneiderarbeit mit einem Augebistel in der räumlichen Wahrnehmung.
00:54:18: Ach so als Konkurrenz?
00:54:18: Ja, bist du in der Räumlichen-Wahrnehmungen eingeschränkt schonmal und triff halt vielleicht nicht das so wie vorher.
00:54:24: ne Und am siebten Tag kann der Schneider wieder nicht mehr weiter und der Schuster sticht ihm das zweite Auge aus und gibt ihm zwar Brot lässt ihn aber am Stadtrand unter einem Galgen liegen.
00:54:37: Also noch mal krasser.
00:54:39: Dort verfaulen zwei Gehängte am Strick und einer sagt zu dem anderen, also ein Toter zu dem Anderen.
00:54:45: Dass man das Augenlicht wieder erlangt wenn man sich mit dem Tau der auf sie fällt wäscht.
00:54:51: Also der Tau von den verfaulten Gehängten damit kann sich das Gesicht waschen.
00:54:57: Und das macht der Schneider und kann eben wieder sehen
00:55:01: Was für'n
00:55:01: Lifehack.
00:55:02: Ja!
00:55:03: Auf jeden Fall, ne?
00:55:04: Hoffentlich wird das nicht bei Taf getestet.
00:55:06: Ja, der Schneider zieht weiter begegnet einem Fohlen auf dem er reiten möchte.
00:55:14: Einem Storch und Enten die er braten möchte und Bienen deren Honig erplündern möchte.
00:55:20: Die Tiere reden ihm aber gut zu.
00:55:22: dies nicht zu tun eben weil das Fohle noch so schwache ist Und ich meine dass sie nicht getötet werden wollen ist klar und dass die Bienen ihren Honig für sich selbst brauchen und er verschont alle diese Tiere.
00:55:34: Der Schneider siedelt sich dann in der Königstadt an, wird aufgrund seiner handwerklichen Fähigkeiten schnell Hofschneider.
00:55:40: Sein ehemaliger Kamerad ist schon Hofschuster und er hat nun Angst dass er ihn zur Rechenschaft zieht.
00:55:47: Deshalb wieder ein Los werden berichtet fälschlicherweise das der Schneider sich Angeboten habe gewisse Aufgaben zu erfüllen unter anderem dem König den Nutöchter hat einen Sohn zu verschaffen.
00:55:59: Also ziemlich absurd,
00:56:00: ne?
00:56:01: Und diese Aufgaben erfüllt er halt mithilfe der Tiere die ihr verschont habt.
00:56:05: Ich hab das jetzt sehr abgekürzt weil das für die Neitematik nicht so wichtig ist und natürlich bringt ja Storch dann den Sohn zum Dank dass er diese Aufgabe erfüllt hat.
00:56:15: Er hält eher die älteste Königstochter zur Frau.
00:56:19: zur Hochzeit muss der Schuster die Schuhe anfertigen Für das Brautpaar und die Stadt aber dann verlassen.
00:56:24: er legt sich unter dem Geigen unter dem der Schneider schon gelegen hat, schlafen.
00:56:29: Krähen picken ihm die Augen aus und er verschwindet
00:56:32: im Wald.
00:56:34: Sehr cooles Märchen.
00:56:36: würde sich glaube ich auch für irgendwann mal lohnen.
00:56:39: dass wir das als Märchenstunde-Märchen nehmen
00:56:41: gefühlt mir richtig
00:56:42: gut.
00:56:42: Ja Das gibt's auch als Hörspiel.
00:56:45: Auch mit Sprecherinnen des Landes, die etwas ins Brot meine ich.
00:56:48: Hände ich aus meiner Kindheit... Ich hab mich als Kind mega davor geguselt.
00:56:53: Diese Szene, wo er die Augen ausgeschlafen hat, fand ich richtig schlimm.
00:56:56: Ist schon mehr Trass
00:56:57: mit den verfolgenden Leichen und so.
00:56:59: Es kriegt ja einen physischen Aspekt.
00:57:02: Aber es passt total gut zu unserem Night is Light-Märchen aus Japan!
00:57:08: Weil wir haben diese ...
00:57:10: Zweier
00:57:10: Konstellation, Schneider und Schuster hier jetzt keine Nachbarn.
00:57:13: Aber es sind beides Handwerker
00:57:15: der eine ähnlichen Ebenen
00:57:16: Genau die sind irgendwie auf Augenhöhe.
00:57:18: Der eine ist aber hat das nur doch auch gesagt reicht der andere Arm oder wird das nicht unterschiedlich?
00:57:23: Ja da ist es hier so.
00:57:24: dadurch Der gute, der hat mehr Geld weil er mehr Aufträge bekommt.
00:57:28: Weil er freundlicher
00:57:29: ist
00:57:30: und der schließt das halt so ein bisschen ranzig.
00:57:31: Und dann also du gehst ja auch nicht zu Leuten die unfreundlich sind.
00:57:37: Also da ist es nicht so analog wie im japanischen Märchen.
00:57:40: aber das zeigt dass der Schneider seinen Charakter vom Geld verderben lässt, weil er aber auch wieder mit dem Schuster eben teilt.
00:57:47: Richtig genau!
00:57:48: Weil er teilt und der der Schuster macht von Anfang an alles nur mit Berechnung und wird am Ende dann ja auch...
00:57:55: Dafür bestraft?
00:57:55: Bestraft
00:57:56: und auch da zerfrisst der Neid ihn selbst.
00:57:58: Und alles, was er tut und wo er sich dann irgendwie noch denkt, hihi!
00:58:01: Da schadet dem und das macht den fertig.
00:58:03: Das kann er nicht erfüllen.
00:58:04: Nein es fällt alles wieder auf ihm zurück.
00:58:05: also die Aussage ist eigentlich die gleiche.
00:58:07: Auch in Analogie so wie er dem standen die Augen ausgestochen hat, picken die Creme ihm die Augen
00:58:13: raus.
00:58:13: Ja ganz genau.
00:58:14: Also alles was du böses säßt, fällt dann auf dich zurück und der andere profitiert davon identisch mit dem japanischen Märchen.
00:58:22: Das Märchen sagt aber auch ganz ehrlich, also nicht so wie es im Karma oft dargestellt wird ne?
00:58:28: Wenn du Gutes tust fällt das gute auf dich zurück weil der Schneider teilt ja mit dem Schuhster und eigentlich Analog müsste dann der Schuster im Wald mit dem Schneider teilen, aber das macht er nicht.
00:58:39: Ja gut, aber dass diese Ebene jetzt in den japanischen Märchen stärker ausgeprägt ist als es mit dem buddhistischen Hintergrund, den es in Japan gibt natürlich naheliegend, weil das ja nur mal eine der zentralen buddhistischen Lehren ist?
00:58:50: Jetzt mal von dieser leichten Differenzierung abgesehen finde ich... Haben wir da schon eine hohe Übereinstimmung, oder?
00:58:58: Auf jeden Fall.
00:59:00: Ja.
00:59:00: Während Jennys Märchen ja sehr rausfällt, weil es so ne nette Anekdote irgendwie zu sein scheint.
00:59:07: Da baut sich auch nichts auf ... Genau!
00:59:08: Ich mein, da ist wirklich ne Handlung die sich dann aufeinander aufbaut
00:59:12: und auch hier Tiere.
00:59:13: Also auch hier sehen wir wird jetzt zur Tiermärchen vorgepassen aber... passt ja auch zum Hühnchen und dem armen Alten aus dem Neid des Leitmärchen.
00:59:21: Wenn du gut zu Tieren bist, spricht das für dich als Mensch?
00:59:24: Wenn du Tiere schlecht behandelst...
00:59:26: Genau auf jeden Fall.
00:59:27: ...ist
00:59:27: ein Zeichen
00:59:27: dafür,
00:59:27: dass du ein schlechter Mensch
00:59:29: bist.
00:59:29: Ja man hätte es vielleicht noch so machen können, dass denn der Schuster den Tieren begegnet und die töselt oder so.
00:59:34: Gut dann hätten sie aber nicht bei den Aufgaben helfen können.
00:59:37: Dann wäre das Motiv weggefallen.
00:59:39: Das stimmt!
00:59:39: Und das ist eigentlich ganz schön, dass der Schneider trotz seiner desolaten Situation irgendwie dann sagt Du bist ein Fohlen, hast ja recht.
00:59:49: Ich lass euch alle in Ruhe und ähnlich wie auch der arme Bauer zeigt ... Okay, mir geht es echt dreckig aber ich bewahre mir irgendwie das Gute trotzdem in meinem Herzen.
00:59:59: Weil er empathisch ist?
01:00:00: Weil er mit dem Foheln und den Vögeln und dem Biedern damit fühlt weil er weiß ... Okay, wenn ich das jetzt esse haben die Hunger und weiß wie scheiße Hunger ist.
01:00:10: Dann will ich es auch nicht, dass ihr so leidet, wie ich gelitten
01:00:12: habe.".
01:00:13: Und das ist der Stichwort, glaube ich denn?
01:00:14: Auch hier bringt Neid eben Leid.
01:00:16: Definitiv!
01:00:17: Das ist ja... Und es ist eben nicht in den japanischen Märchen da betrifft es ja die Sachen um den Bauern herum.
01:00:24: Hier geht es direkt auf ihn.
01:00:25: Direkt von Anfang an wird er körperlich in Mitleidenschaft gezogen und immer weiter verstimmelt muss man ja
01:00:31: wirklich sagen.
01:00:31: Naja und ich meine als Blinder hattest du damals in der Gesellschaft also wenn du nicht von der Familie aufgefangen wurdest.
01:00:38: Schwierigkeiten, da gibt es das berühmte Gemälde von Peter Brögel ist das glaub ich.
01:00:42: Einen Blinder führt den anderen die sich an zusammengerottet haben und dann bettelnd von Ort zu Ort gezogen sind weil dir nichts anderes übrig blieb.
01:00:50: Da gab's keine, weiß ich nicht, keine Möglichkeit ein Teil habe usw.
01:00:54: Genau.
01:00:54: also er macht ihn wirklich zum Aussetzen?
01:00:55: Ja genau.
01:00:56: Raub dem die Möglichkeit eben für seinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen an der Gesellschaft teilzunehmen.
01:01:03: Krass auf jeden Fall.
01:01:04: Damals noch viel krasser als heute.
01:01:06: Vor
01:01:06: allem auch durch die Gewalt ist das schon echt heftig, ja?
01:01:10: Ja und steht dann der Gewalttätigkeit des reichen Nachbarn in dem japanischen Nächen auch nichts nach, ne?
01:01:16: Gar
01:01:16: nicht!
01:01:17: Ich meine du hast jetzt so recht gefragt was hat er davon?
01:01:19: also er hat direkt nichts Gutes dadurch aber er bewegt dadurch aus dem Schneider noch schlechter geht.
01:01:26: Ja und das ist natürlich auch krass, ne?
01:01:27: Das ist ja noch eine andere Ebene bei Neid.
01:01:29: Dass es eben nicht nur darum geht... Ich nehme dir was weg!
01:01:32: Sondern ich will einfach dass es dir beschissener geht als mir.
01:01:35: Und das ist ja auch ein... menschlich sehr zu verachtendes Gefühl
01:01:39: eigentlich.
01:01:40: Auf jeden Fall, deswegen habe ich auch keinen Mitleid wenn ihm am Ende die Krähen die
01:01:44: Augen auspicken Genau!
01:01:45: Auch da wird unser Gerechtigkeits dann total befriedigt und ich glaube da haben wir schon eine sehr wichtige Funktion Die Night im Märchen auch erfüllt.
01:01:54: also was wir jetzt in allen drei Märchen gesehen haben Und nicht nur in den Märchen über die wir heute gesprochen haben sondern auch in ganz vielen anderen die Gänsemarkt Schneewittchen Aschenputtel usw.
01:02:05: Wir könnten ja ganz ganz viele nennt, Neid ist für Märchen als solches einfach eine Triebfeder.
01:02:12: Ohne Neid gäbe es viele Geschichten sprich viele Märchen einfach gar nicht!
01:02:16: Neid
01:02:17: bringt die Geschichte überhaupt erst in Bewegung.
01:02:19: er erzeugt Konflikt Gefahr und Spannung.
01:02:23: Neid is aber auch ein moralischer Kontrast.
01:02:25: wir wissen ja Märchen arbeiten mit klaren Gegensätzen.
01:02:28: gut böse großzügig hab ich zufrieden neidisch.
01:02:31: Neid macht also tugend sichtbar indem er eben ihr Gegenteil verkörpert.
01:02:37: Neid ist aber auch ein Spiegel menschlicher Schwächen.
01:02:39: Wir haben es heute sehr deutlich gesehen.
01:02:42: Märchen sind zwar einfach erzählt, psychologisch, aber ziemlich deep wenn wir zumindest auf diese Night-Thematik geben.
01:02:50: Neid im Märchen zeigt etwas mit dem wir relating können.
01:02:54: Wir können uns damit identifizieren.
01:02:55: in mehr oder minder stark ausgeprägter Form kennt jeder oder jede dieses Gefühl.
01:02:59: Wir sagen vergleichen mit anderen das Gefühl von Mangel ich habe nicht genug oder noch schlimmer Ich bin nicht genug.
01:03:05: der Wunsch Und das ist natürlich die extremste Ausformung, das Glück anderer zu besitzen oder zu zerstören.
01:03:11: Das heißt, dass Märchen hält uns Lesenden und Zuhörenden einen Spiegel vor.
01:03:17: Man erkennt im Neider etwas sehr Menschliches, etwas sehr naas was man aber eigentlich vielleicht nicht nah bei sich haben möchte weil man weiß es eben auch sehr gefährlich.
01:03:26: Neidt is eine zerstörerische Kraft ein zentrales Muster Bei den Grims, aber eben auch in anderen Märchen.
01:03:33: Neid versucht Glück nachzuahmen oder zu stehlen.
01:03:36: das Ergebnis kehrt sich ins Gegenteil um haben wir ja auch ganz am Anfang in unserer Frau Hollefolge zum Beispiel gehabt.
01:03:43: Die Tochter wird mit Gold belohnt, die Neidische wird mit Pech überschüttet.
01:03:46: Der liebste Roland, die Stiefmutter tötet ihre eigene Tochter!
01:03:50: Also Neid führt zur Selbstbestrafung zu Selbstvernichtung.
01:03:54: Das Mädchen zeigt das Problem ist nicht die Welt sondern deine eigene persönliche Haltung.
01:03:59: es geht nicht darum dass du dich zum Opfer der Umstände machst.
01:04:02: also da ist es tatsächlich mal das Mindset was entscheidet.
01:04:07: Wir haben natürlich die didaktische Funktion, die spielt in Märchen immer eine
01:04:11: Rolle.
01:04:12: Es soll vermittelt werden.
01:04:13: Sei eben nicht neidisch, sei dankbar für das was du hast, macht dir das vielleicht öfter mal bewusst.
01:04:17: Freue dich auch am Glück anderer denn geteilte Freude ist vielleicht doppelt Freude und vielleicht hast du etwas davon?
01:04:24: Ich hab vor ein paar Tagen den Film Vision aus dem Leben der Hildegard von Bingen von Margarethe von Trotta gesehen Das Brutialose auf der Biografie von Hildegard von Begen, die wurde als Kind ins Kloster gesteckt und wurde dann mit einem vergleichaltrigen Mädchen gemeinsam erzogen.
01:04:38: Und in einer Szene streiten sie sich um die Schreibtafeln und den Griffel weil beide schreiben wollen und dann kommt die Erzieherin da in den Raum und sagt ne jetzt lasst ihr das los!
01:04:47: Die müssen das auch wiederholen was sie vorsagt.
01:04:50: Ich konnte leider nicht herausfinden, woher das Detat stammt.
01:04:52: Ich vermute irgendwie dass es ursprünglich mal lateinisch war ich hab's aber tatsächlich durch Rückübersetzung oder so auch finden können.
01:04:59: Der Neid ist hässlich und unförmig.
01:05:01: seine Bärenhände zeigen dass er alles zerreißt seine Holzfüße dass der tote Wege geht.
01:05:07: allen Menschen bringt ihr nur böses
01:05:09: Ja und ich glaube genau das ist auch das wovormärchen uns warnen wollen.
01:05:13: neid wird als Warnung genutzt, so endet es eben wenn du dich vom Neid leiten lässt.
01:05:19: Neid ist im Märchen das Gefühl dass alles zerstört.
01:05:22: neid im Märchens immer destruktiv.
01:05:24: da gibt's keine Abwandlung von...
01:05:26: Und auf allen Ebenen sowohl der Ebene des Gegenübers als auch was das selbst angeht ja?
01:05:32: Ja
01:05:32: genau Das heißt wir sind eigentlich damit bei unserer letzten abschließenden Frage Ist Neid das vielleicht zerstörerischste Gefühl in Märchen?
01:05:44: Ich würde sagen im Märchen auf jeden Fall.
01:05:46: und ich glaube auch, dass Neid ein wichtiger Faktor im gesellschaftlichen Kontext ist der nach wie vor eine große zerstörerische Kraft hat.
01:06:01: Und ich glaube das man letztlich so krasse Sachen wie den Holocaust zum Beispiel auch auf Neid zurückführen kann.
01:06:12: Im Geschichtsstudium ist mir das schon
01:06:14: krass
01:06:15: bewusst geworden, wie sehr da auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle gespielt haben und dass das in so eine komische Ideologie gegossen wurde an die ja dann einige tatsächlich geglaubt haben.
01:06:26: aber ich glaube das neid und misst uns da auch einen echt starke Triebfeder waren die dann dazu geführt hat dass Millionen Menschen fabriktmäßig getötet wurden und das finde ich schon erschreckend.
01:06:43: Ich
01:06:43: würde auch sagen, ich muss mich da vielleicht ein bisschen korrigieren ist es auch auf das Märchen beziehen?
01:06:48: also ich würde sagen Neid ist das schlimmste im Märchen weil ich habe ja auch vorhin gesagt somit der Gier... Das finde ich auch krass.
01:06:56: aber mir ist jetzt nochmal durch unsere Folge klar geworden dass Neid wirklich alles zerstört weil ich glaube Gier ist halt.. Da zerstöre ich mich dann selber weil ich nicht genug bekomme.
01:07:06: aber Neid zerstört alle anderen
01:07:08: Wobei die Ilsebille ja wieder im Pissput landet, also die stirbt nicht oder so.
01:07:14: Die ist wieder beim Status Quorante zurück.
01:07:18: Also die hat einmal die Karriereleiter auf und dann auch zack ohne Zwischenstufe wieder direkt dahin wo sie angefangen hat Und das ist sicherlich auch eine Strafe aber schon relativ mild.
01:07:31: Also sie wird in den Zustand zurückgesetzt, indem sie vorher war und nicht mehr... also nicht in einen schlechteren Zustand.
01:07:38: Sie wird nicht getötet, sie wird nicht irgendwie gezüchtigt, gestraft, sonst wie eingeschränkt.
01:07:43: Das finde ich schon, das sagt auch schon vieles aus.
01:07:47: Ja damit hat sich es halt selber kaputt gemacht?
01:07:49: Genau!
01:07:49: Aber letztlich ist die dann wieder so, sie kann ihr Leben weiterleben wo sie es vorher halt gelebt hat oder wie sie es vorher halt gelebte.
01:07:57: Und
01:07:57: beim Neid ist das so, dass der Neidische am Ende immer stirbt.
01:08:02: Genau und ich finde unsere Märchen zeigen total auch die wir jetzt als Beispiel hatten, dass sich's wirklich dann für alle anderen kaputtmache.
01:08:10: Dass ich alles kaputt mache!
01:08:12: Ich töte andere Lebewesen, zerstöre Dinge...
01:08:16: Ja und das kannst du ja nicht nur auf die drei Märchen, die wir jetzt heute ausgewählt haben übertragen.
01:08:20: Sondern eben auch auf Schnewittchen!
01:08:21: Auf der Liebsruhle, auf Brüderchen und Schwesterchen, auf die Gänsemarkt usw.
01:08:25: Und bei Neid ist es glaube ich am krassesten was diese Analogie angeht also dass was der neidische dem beneideten wünscht das fällt immer auch auf ihn zurück auf eine ähnliche Art und Weise.
01:08:39: Also wenn er ihm den Tod wünscht dann stirbt er auch oder?
01:08:42: Unfassig halt Auch bei dem Thema das Gefühl hatte, dass es etwas ist, was uns emotional irgendwie auch noch mal anders catcht.
01:08:51: Märchen sind ja jetzt an sich in der Erzählart nicht darauf ausgelegt, sonst werden sie viel detaillierter und mehr Gefühle beschreiben
01:08:58: usw.,
01:08:59: dass du dich da total eins zu eins reinversetzen kannst wie bei einem Ich-Erzähler oder sowas.
01:09:03: Du hast immer diese Anknüpfungspunkte gerade durch diese Universalität.
01:09:07: Du bildest dir da auch oft eine Meinung zu.
01:09:10: aber ich finde so beim Thema Neid ... kannst du entweder da andocken, weil du sagst
01:09:15: ja
01:09:15: wenn ich ehrlich bin tief in mir so gewisse Momente ob es jetzt wirklich neid war oder nur eifersucht.
01:09:20: Oder dieses auch Habge wo man sich denkt der hat aber jetzt mehr auf dem Teller.
01:09:24: Ich will aber eigentlich diese letzte Praline haben oder was auch immer.
01:09:27: das kennt irgendwie und wenn's nur nach schwachen Ausformungen ist.
01:09:30: wahrscheinlich fast jeder und jede von uns Und wir alle wissen dass ist halt auch ein echt gefährliches Gefühl was wir eigentlich zumindest ab einem gewissen Punkt einfach nicht zulassen dürfen, weil wir eigentlich wissen es vernichtet uns und alle anderen.
01:09:47: Und dann hat es diese emotionale Seite, weil unsere Gerechtigkeit befriedigt ist.
01:09:52: Weil wir da vielleicht mehr noch als bei allen anderen Sachen
01:09:54: denken,
01:09:55: das geschieht im Recht.
01:09:56: Siehst du?
01:09:56: Wenn du so etwas machst, kommst du zurück.
01:09:58: Ja, es kamer!
01:09:58: Ob ich dran glaube oder
01:09:59: nicht?!
01:10:00: Es
01:10:00: hinterlässt bei einem schon nach ein gewisses ambivalentes Gefühl, weil jeder irgendwie auch neid... zumindest in schwacher Form auch von sich kennt.
01:10:08: Aber trotzdem gönnen wir dem Neidischen am Ende die Strafe.
01:10:12: und dann überlegen wir uns, müssen wir uns vielleicht selbst bestrafen oder haben wir eine Strafe verdient?
01:10:18: Das macht ganz viele Ebenen auf wie ein... doch intensive Art und Weise vielleicht auch über sich und sein eigenes Verhalten nachdenken lassen.
01:10:29: Aber das ist ja gerade der Sinn des Ganzen, dass man wirklich auch sich selber hinterfragt und sich selbst auch klar wird okay aber ich kann ja im Prinzip mein Denken oder meinen Handeln kann ich ja auch verändern und dann vielleicht versuchen oder nächstes Mal wenn ich diese Gefühle habe mir bewusst machen ok das ist das jetzt.
01:10:48: vielleicht denke ich da doch anders drüber.
01:10:51: Ja nicht finde du den finde ich jetzt, das ist natürlich auch nur eine These.
01:10:54: Aber du denkst ja vielleicht auch stärker noch mal darüber nach als wenn es jetzt um ... Ich würde sagen die zwei anderen großen negativen Gefühle im Märchen sind Hochmut und Habgier oder Gier?
01:11:06: Aber das sind vielleicht so Sachen ... Also hochmütig ist einfach nicht jeder!
01:11:10: Hochmut ist wirklich etwas... Ich glaube da gibt's viele, die wirklich sagen, nee dieses Gefühl kenne ich nicht.
01:11:17: Ist
01:11:17: die Frage wo das anfängt.
01:11:19: also ich würd mich auch nicht als hochmüthigen Menschen sehen.
01:11:22: Aber es gibt schon Momente, wo man sich doch irgendwie über andere erhöht.
01:11:28: Ja okay du hast recht!
01:11:29: Weil man eine bessere Bildung hat weil man sich für kultivierter hält und weil man dich für geschmackvoller hält oder wie auch immer.
01:11:39: also nicht dass man die anderen dadurch abwertet.
01:11:41: aber Ja,
01:11:42: okay.
01:11:42: Er überhört sich irgendwie.
01:11:44: Oder vielleicht sich er selbst überschätzt?
01:11:47: Okay und du hast auch wieder diesen Vergleichsmoment.
01:11:49: Andere und
01:11:50: ich
01:11:51: haben wir bei Habgier auch...
01:11:52: Das muss ja nur marginal sein!
01:11:54: Und manche Sachen sind nun mal faktisch so.
01:11:58: Der eine hat vielleicht den Schulabschluss höher als der andere was einen nicht zu einem besseren oder schlechteren Menschen macht und auch nicht unbedingt heißt dass der mit dem höheren Schulab schluss mehr Wissen hat oder intelligenter ist.
01:12:08: das heißt es auch überhaupt nicht aber kann auch schon mal in eine Neid-Situationen kippen vielleicht.
01:12:15: Ja, ich glaube, Habgier und Hochmut sind eben oft begleitet von Neid.
01:12:19: Und Neid muss aber nicht von Habgir oder Gier noch eher... Aber von Hochmut muss es nicht begleitet sein!
01:12:27: Also da ist vielleicht auch der Neid dann doch so ein bisschen noch dieses vernichtendere Gefühl, wobei wir sagen ja alles Totsinn, das ist alles ganz, ganz böse.
01:12:36: Aber vielleicht kann man auch sagen Gier will halt alles, Hochmut glaubt alles zu sein.
01:12:43: Aber Neid vergiftet halt
01:12:44: alles.".
01:12:45: Also alle drei Eigenschaften sind natürlich nicht positiv um das mal so zu formulieren.
01:12:50: aber die Hochmut ist halt so.
01:12:52: ja dann ich hab da auch sofort einen Blick vor Augen irgendwie von dem inneren Auge.
01:12:57: und dass es ja dann fühlt man sich besser und belächelt das halt so ein bisschen haha ist auch nicht nett aber schadet im Engeren Sinne, keinem so direkt.
01:13:08: Klar kann man damit Menschen auch zur Weißglut bringen oder traumatisieren oder irgendwie selbst Zweifel auslösen oder minderwertig ganz komplexe Schüren ist auch alles schlimm genug.
01:13:16: Gear ist halt so.
01:13:18: dieses... Gefühl der Unzufriedenheit erinnern, die irgendwie durch Konsum befriedigt werden muss.
01:13:23: Auch vielleicht mit eigenen Minderwertigkeitskomplexen, die man dadurch irgendwie bei der Ilze bildet.
01:13:28: Wir haben das ja auch bei Drehverband damals so gedeutet, dass das irgendwie so gestillt oder befriedigt werden kann.
01:13:35: Aber der Neid ist sowas... Wenn du wirklich neidisch bist, das is sowas universelles.
01:13:41: Was ist so was, wie ich von innen ... heraus ausfüllt und dich aushöhlt gleichzeitig, ne?
01:13:49: Also dadurch dass es sich voll macht, macht es sich auch leer.
01:13:52: Und
01:13:52: das ist
01:13:53: selbstzerfressende!
01:13:54: Das finde ich, das passt dann auch schon... ...und um da noch mal zurückzukommen fährt mir gerade an.
01:13:59: Also Neid als weibliches Phänomen hat vielleicht auch mit den romanischen Sprachen zu tun die Nvidia also ist ja Feminin von grammatikalischem Genus vom Geschlecht her.
01:14:09: Der Night im Deutschen ist ja eigentlich ein Maskulin, ich glaube auch eher eine Ausnahme.
01:14:13: Sprachlich betrachtet.
01:14:15: trotzdem wird Night oft so als typisch weibliche Eigenschaft... dargestellt, glaube ich.
01:14:24: Ja und warum?
01:14:25: Letztlich weil es ja darum geht einen Mann zu gefallen und wenn jemand besser ist als ich... Ich musste
01:14:30: sofort für ihn erzählen nur Wiener, der ist neidisch darauf dass der Schiffarzt halt die Schwester Klacher liebt und nicht die Schweste Ilse.
01:14:39: Macht man der irgendwie Jugendpulver in den Titel oder stellt ihr ein Beinchen?
01:14:43: Oder, keine Ahnung, vertauscht die Tabletten damit sie gefeuert wird.
01:14:47: Das sind ja so Schemathe, Toppoil, die sich bis in Art-Serie-Novellas durchziehen und eher von fiesen Frauen.
01:14:56: Also Frauen, die als Fies dargestellt werden begangen werden.
01:14:59: Bei Männern ist das seltener.
01:15:02: Und dann ist es oft aber auch ... eher so ein bisschen queerkodiert.
01:15:07: Echt?
01:15:08: Ja, also der Neidische ist halt nicht so der Hans-Dieter aus dem Fortsch, sondern halt der ... Weiß ich nicht!
01:15:15: Der sich auch viel besonders kleidet und das ist schon ... Ich glaub' es schon, wenn ich drüber nachdenke...
01:15:21: Ja, ich sag mal im Märchen eingangs hab ich ja auch so n bisschen gesagt Es ist halt, wenn du an Neid im Märche denkst, fallen ja halt Frauenfiguren ein.
01:15:28: Wir hatten jetzt mit den beiden Wanderern Und natürlich mit dem japanischen Märchen zwei Ausnahmen.
01:15:33: Also es ist jetzt Nicht so, dass das nur Frauen vorbehalten ist.
01:15:37: Ich glaube aber ... Das ist durch die Gesellschaft so wie sie halt isst und durch diese patriarchale Prägung.
01:15:43: Und wenn wir uns bewusst machen auch früher, dass es Frauen wirklich zu Lebensaufgabe auffälligt wird, du musst einen Mann gefahren, sonst bist du nichts!
01:15:50: Ja natürlich tritt dann Neid und Missgunst auf.
01:15:53: Wie so oft?
01:15:54: Wie bei Prinz Prinzessin
01:15:55: usw.,
01:15:55: wie wir das schon häufig hatten oder auch bei allerlei Raus
01:15:58: z.B.?
01:15:59: Wir haben jetzt im Märchen eher die ... Männliche Perspektive heute aufgezeigt.
01:16:05: Diese Märchen sind aber halt nicht so bekannt wie zum Beispiel der Neid, der Stiefmutter von Schneewittchen auf Schniewittchen.
01:16:12: Der Neid der Kammerzaufe auf die spätere Gänsemarktprinzessin und so weiter.
01:16:18: Das sind die Bilder, die bekannt sind, die verbreitet werden.
01:16:22: Da gibt's Filme zu, da gibt es Illustrationen, da gibts Hörspiel um was weiß ich?
01:16:26: Und ja gut... Von den beiden Wandern gibt's ein Hörspiel, aber das war es dann auch.
01:16:31: Das hat keine Popularität erlangt weil es vielleicht diesem Bild von Männlichkeit widerspricht dass wir haben sollen.
01:16:40: und bei Frauen passt es irgendwie ganz gut.
01:16:43: Weil ist ja auch schön wenn Frauen sich aufhübschen und einem Mann gefallen wollen Und man auswählen kann wer die tollste isst.
01:16:49: naja Aber es gibt ja so Sachen selbst begrifflich sowas wie Stutenbissigkeit.
01:16:56: Gibt es ein männliches Pendant?
01:16:57: Ich wüsste jetzt nicht.
01:17:00: Hängst, Bissigkeit!
01:17:01: Nee, im Prinzip
01:17:04: darum geht das Frauen sich gegenseitig fertig machen und gegenseits in Konkurrenz stehen...
01:17:09: Weil sie aber auch neidisch sind vor allen Dingen.
01:17:11: Meinst du, auf die andere?
01:17:13: Weil sie die schöneren Haare hat.
01:17:14: Die längeren Fingerniegel weniger falten.
01:17:17: Drei Pfunde weniger als man selbst.
01:17:19: was einem so eingetrichtert wird, was eine Frau ausmachen soll und was sie schön macht, was sie begierenswert macht oder gut macht wie auch immer.
01:17:26: Die kann aber einen viel besseren Kuchen backen als ich oder so.
01:17:29: Der ist halt hart von der Inge, der schmeckt aber immer besser als meine.
01:17:33: Und der Hans, der hat auch schon gesagt ... Das findet sich im Leben halt.
01:17:38: Total.
01:17:39: Oder wird so erzählt, dass es so im Leben ist?
01:17:43: Und ich glaube da sind wir dann schon leider wieder bei dem Punkt, das wir sagen müssen.
01:17:46: auch da sind gewisse Rollenbilder verankert die in Märchen natürlich konserviert wurden und auch weiter tradiert werden.
01:17:53: Aber ich glaube nicht, dass Männer weniger Neidürst sind.
01:17:56: Nein überhaupt nicht!
01:17:58: Ein typisches Beispiel mit dem großen Auto, mit dem Haus.
01:18:01: Mit dem Längepenis?
01:18:02: Ja, Penisneid ist natürlich immer mehr wichtig!
01:18:05: Da fallen mir noch mal die großen Hoden des Marderhundes aus.
01:18:12: Ja aber das ist es halt so... Also vielleicht wenn man das so kategorisieren will, männlicher Neid hat was mit Größenvergleich wie er tatsächlich zu tun.
01:18:22: Das größere Auto, teurere Autos wie auch immer.
01:18:25: und bei Frauen ist es dann vielleicht doch
01:18:27: So Konkurrenzgedanke.
01:18:28: Ja, genau und auch ja im Bezug oder auf einen Mann auch bezogen oft eben durch Aussehen vielleicht oder durch Kochkünste ganz fett in die Klischee-Kiste zu greifen.
01:18:41: Ich denke bei Männern sind das wahrscheinlich eher wirtschaftliche Gründe weil ich muss als Mann viel verdienen, ich muss meine Familie versorgen.
01:18:50: Den ist am Ende egal ob die mit der geilen Karin eine Ische rumkriegen aber Hauptsache die haben die größte
01:18:56: und
01:18:57: werden von den anderen Kerlen angehimmelt.
01:18:58: sie sind das Alphatieren.
01:19:00: ja
01:19:01: genau ich glaube dass es halt einfach dann dieses Bild von Männlichkeit durch wirtschaftliche Faktoren durch Geld durch Status-Symbole dann halt.
01:19:09: wer hat die teurere armbanduhr?
01:19:11: ne so beide von derselben Firma bekommen.
01:19:13: meine ist gold und mein ist noch mit brillanten Scheiße, doch ne knapp verloren aber ist verloren.
01:19:19: Genau,
01:19:20: ja.
01:19:20: Patrick hat les Grüßen sowohl was Frauen als auch was Männerbild angeht.
01:19:24: auf jeden Fall
01:19:26: Ja und das hätte ich bei der Folge gar nicht so erwartet.
01:19:29: dass wir heute mal wieder sowas krass geschlechtsspezifisches vermeintlich haben was suggeriert wird eben dann doch
01:19:40: aber nicht ist, glaube
01:19:41: ich.
01:19:42: Und es ist schon auch ein bisschen ein aufregethema wo man sich reinsteigern kann und deswegen habe ich ein bisschen Angst
01:19:47: vor der nächsten Folge.
01:19:49: Ja denn die nächste Folge da wird es um das Objekt von Night gehen, kann man schon recht sagen
01:19:57: Wollem.
01:20:03: Nein, hier kommen harte Tale auf den Tisch und ein bisschen zu Spoilern.
01:20:07: Aber wir bleiben auch erst mal limitierreich?
01:20:10: Ja das stimmt mit unseren Märchen zumindest.
01:20:14: Und eine Katze kommt vor!
01:20:15: Also Jenny du bist wieder versöhnt hoffentlich.
01:20:18: So ich würde sagen genug verraten.
01:20:20: Genau Ich finde wir supporten uns jetzt einfach gegenseitig
01:20:23: freuen und
01:20:24: für uns gegenseitig, was wir alles Tolles haben.
01:20:27: Und sind überhaupt nicht neidisch auf niemanden.
01:20:29: Ich
01:20:29: freue mich über deinen schönen Anhänger!
01:20:31: Schade er macht das so blass!
01:20:38: Ja und wenn wir nicht von Neid zergangen
01:20:40: sind... Dann hören wir uns in der nächsten Folge wieder.
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