Folge 120 – Märchenstunde: Neid bringt Leid
Shownotes
Es war einmal… vor langer Zeit, da lebte in einem kleinen Städtchen ein alter Mann. Dieser hatte in seinem ganzen Leben jedermann nur Gutes getan, war fromm und gut. Deshalb hatten ihn auch alle Leute lieb, obgleich er arm war. Gerade gegenüber dem Hause dieses guten alten Mannes wohnte ein anderer alter Mann, der sehr reich war, aber nicht gut, sondern habgierig und alles, was er sah, gern haben wollte. Und so holte er sich alles von dem, der eigentlich viel weniger hatte und doch der Reichere von beiden war: seinem armen Nachbarn. Am Ende steht jedoch die bittere Erkenntnis: Neid bringt Leid, nicht nur dem, den er beneidet, sondern auch ihm selbst.
- Musik in dieser Folge: Domenico Scarlatti
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Transkript anzeigen
00:00:02: Neid bringt Leid, ein japanisches Volksmärchen.
00:00:07: Es ist schon lange, lange her!
00:00:09: Da lebte einmal in einem kleinen Städtchen einen alter Mann.
00:00:13: Dieser hatte in seinem ganzen Leben jedermann nur Gutes getan – war Fromm und Gut.
00:00:18: Deshalb hatten ihn auch alle Leute lieb, obgleich er arm war.
00:00:23: Gerade gegenüber dem Hause dieses guten alten Mannes wohnte ein anderer Altermann der sehr reich war aber nicht gut sondern habgierig und alles, was er sah, gern haben wollte.
00:00:34: Nun hatte der gute Mann leider kein Kind und keine Verwandte.
00:00:48: Deshalb schaffte er sich ein allerliebstes kleines Hündchen an, hägte und pflegte es und hatte bald seine große Freude an den possierlichen Tierchen das dem Alten alle Liebe vergallt und so treu-und anhänglich war dass es nie von der Seite seines Herrn Wich sondern ihn auf allen seinen Wegen begleitete.
00:01:06: Eines Tages gingen der Herr und sein Hündchens spazieren und kamen an ein ödes Feld.
00:01:12: Da bellte plötzlich das Hündchen, eilte zu einer Stelle in der Mitte des Feldes und begann mit seinem Pfötchen heftig zu scharren.
00:01:19: Indem es seinen Herrn treuherzig bittend ansah als wollte er sagen...
00:01:23: Hier
00:01:23: grabe nach!
00:01:24: Hier ist etwas für dich!
00:01:26: Der alte verstand sein Hündnchen, älte nach Hause, holte einen Spaten und grub an der Stelle nach die das Hühndchen bezeichnet hatte – und siehe da….
00:01:35: Als der Mann ein Weichchen gegraben hatte, fand er in dem Loch einen Haufen goldener Kubanen.
00:01:40: Worüber er hoch erfreut war – das Geld nach Hause trug und einen großen Teil den Armen spendete.
00:01:47: Trotzdem er nun reich war, blieb er freundlich und bescheiden wie bisher, hatte aber sein Hündchen noch viel, viel lieber!
00:01:55: Der böse Nachbar aber neidete das Glück des Alten und da er erfahren hatte, wodurch dieser zu dem Reichtum gekommen war suchte er das Hündchen in sein Haus zu locken, damit es auch ihm Stellenzeige, wo goldene Kubanen verborgen wären.
00:02:09: Aber das Hühnchen folgte den Lockungen nicht und wich nie von seines Herrenseite.
00:02:15: Da er nun der habjährige Mensch mit List nichts erreichen konnte, wandte er Gewalt an indem er das Hundchen als dieses Ruhig vor dem Hause saß, Ergriff und ihn sein Haus schleppte.
00:02:26: Dann bande er es mit einem Strick und führte es aufs Feld, damit ich ihm vergrabende Schätze zeige.
00:02:32: Das Hündchen scharrte auch wirklich an verschiedenen Stellen.
00:02:35: Aber immer, wenn der Mann den harten Boden aufgeschlagen und dem Schweiß seines Angesichts nachgegraben hatte, fand er nichts als stinkenden Unrat, sodass er erboßte das Hündche mit seiner Hacke erschlug und ihn leicht nahm dem guten Alten in den Gartenwarf.
00:02:53: Der Alte war darüber sehr betrübt und begrub seinen Liebling unter einem Baum im Garten – und obgleich er wohl wusste wer der Übeltäter war, truke es ihm doch nicht.
00:03:03: Noch forderte er Sühne für die begangene Tat.
00:03:07: Kurze Zeit darauf erschien ihm eines Nachts das Hündchen im Traum und sagte zu ihm, Der alte Tat, wie ihm geheißen und als er den Mörser in Gebrauch nahm, welch ein Wunder.
00:03:31: Da quoll aus dem Mörzer der Mochi und nahm kein Ende bis der Alt zu Stampfen aufhörte.
00:03:37: Dieser war nun überglücklich denn er brauchte keinen Reismett zu kaufen und konnte über dies den Armen des Ortes reichlich abgeben.
00:03:45: Dem bösen Nachbar aber, dem dieses neue Glück seines Gegenübers zu Ohren kam ließ es keine Ruhe.
00:03:51: Er wollte und musste den Mürser haben!
00:03:54: Deshalb ging er zu dem Alten und Bart.
00:03:57: Er möge ihm doch den Mörser wenigstens einmal nur auf einen Tag leihen, er bringe ihn gewiss am anderen Morgen zurück.
00:04:05: Der Alte war gutmütig genug, den Mann zu glauben und ihm den Mürser zu leihen – denn dieser Hoch erfreut in sein Haus trug, ihn bis oben an mit Reisfüllte und dann zu Stampfen anfingen.
00:04:16: Aber oh Graus!
00:04:17: Anstatt schöner Mochi quoll ekelerregender Kot hervor.
00:04:24: Da ergriff der schlechte Mann eine Axt, hieb den Mörser samt Schlägel in viele Stücke und verbrannte diese zu Aschen.
00:04:32: Aber auch ob dieser neuen Bosheit ergrimmte, der seines Mörsers beraubte Alten nicht sondern folgte dem Rate seines toten Hündchens das ihm wieder im Traum erschienen war und holte sich die Asche von der Mörse aus dem Hause seines Nachbars und bewahrte sie in einem Befäße sorgfältig auf.
00:04:49: Da kam eines Tages im Spätherbst, als alle Bäume und Sträucher kahl waren der Daimyo mit seinem Gefolge angeritten.
00:04:56: Und musste am Hause unseres guten Alten das an der Landstraße lag vorüber.
00:05:01: Der alte ergriff nun schnell einige Hände voll von der Asche Kletterte auf einen am Weg stehenden Kirschbaum und gerade als der Daimo da runter war streute er die Asche aus.
00:05:11: Der Daimio und sein Gefolger waren am ersten Augenblick starvorschreck.
00:05:16: Dann ergriff sie der Zorn, ob solcher Fräfel tat und sie wollten den Alten ergreifen.
00:05:21: Aber welch Entzücken erfasste alle?
00:05:23: Überall wohin die Asche geflogen war grünte und blühte es Die Äste und Zweige waren voller Blätter und Blüten Und anstatt der Asche rieselte ein feiner Regenlichter Kirschblüten auf dem Daimio und sein Gefolge nieder.
00:05:36: Alles schrie vor Freude über solch einen Wunder laut auf und die den Alpen soeben noch züchtigen wollten umarmten ihn und priesen seine Wundertat.
00:05:45: Der Daimjowa gerührt von solcher sinnigen Aufmerksamkeit und machte dem Alten reiche Geschenke.
00:05:51: Auch schickte er ihm, als er die Geschichte des Hündchens gehört hatte ein anderes allerliebstes Hündchen!
00:05:58: Der böse Nachbar aber barst fast vor Neid und Zorn – trotzdem aber ging er wieder zu den gutmütigen Mane und fragt ihn ob er noch etwas Asche übrig hätte.
00:06:07: Er möge ihm doch ein wenig geben was der alte auch tat... Als der schlechte Mann nun einmal hörte, dass der Daimyo mit seinem Gefolge wieder des Weges kam hatte er nichts Eiligeres zu tun als die geschenkt erhalten Asche zu nehmen und damit ebenfalls auf einen Baum zu klettern.
00:06:24: Als der Daimeo dann unter dem Baum verbeirret streute der Mensch wirklich die Asche über ihn aus aber kein Blatt und keine Blüte zeigte sich sondern die Assche blieb Asche und flog dem Daimjo und seinen Leuten in Augen, Ohren, Nase und Mund.
00:06:39: Sodass an jeder sich voller Zorn auf den Übeltäter stürzte, ihn gehörig durchprügelte, dann entketten legte und ins Gefängnis steckte, wo er nach langen großen Schmerzen
00:06:50: verstarb.".
00:06:52: So ergie es allen Neidern und Habgierigen die demnächst sein Glück nicht gönnen und das Ansicht
00:06:57: weisen
00:06:57: möchten – anstatt sich über das Glück des Nachbars mit diesem zu freuen!
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